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Herbizidresistenz von Unkräutern im Ackerbau: BMEL fördert neue Diagnoseverfahren

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines verbesserten Herbizidresistenz-Managements im Ackerbau.

Ein effizientes Resistenzmanagement ist Teil des integrierten Pflanzenschutzes. Die Förderung des integrierten Pflanzenschutzes ist ein wichtiges Element des nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Er stellt ein ganzheitliches, langfristig angelegtes Pflanzenschutzsystem dar und verfolgt das Ziel, den ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen gleichermaßen gerecht zu werden, indem die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel zu Gunsten nichtchemischer Pflanzenschutzverfahren auf das notwendige Maß reduziert wird.

Ackerunkräuter können gegen bestimmte Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Resistenzen ausbilden. Diese Pflanzenschutzmittel wirken bei dem entsprechenden Unkraut dann nicht mehr. Dadurch können landwirtschaftlichen Betrieben wirtschaftliche Verluste entstehen, wenn die Herbizide in ihrer Wirkung nachlassen. Es kommt zu Ertragsverlusten, zur Ausbreitung der resistenten Unkräuter und zu Problemen mit integrierten Pflanzenschutzsystemen. Dies soll durch die Entwicklung von schnellen und genauen Diagnoseverfahren vermindert werden, mit denen eine eventuelle Herbizidresistenz bei einzelnen Unkrautpflanzen noch vor der Behandlung mit einem bestimmten Pflanzenschutzmittel auf dem Feld nachgewiesen werden kann. Dadurch können resistente Unkräuter noch im gleichen Jahr mit anderen Maßnahmen erfolgreich bekämpft und so Ertragsverluste und die Ausbreitung der herbizidresistenten Unkräuter über deren Samen vermindert werden.

Ziel des vom BMEL geförderten Projekts "Resistenzmanagement für Unkräuter - Diagnoseverfahren zur Detektion der Herbizidresistenz an Unkräutern im Feld, geoinformationsgestützte Dokumentation, Ursachenanalyse und Managementempfehlungen" ist es, solche Testverfahren zu entwickeln. Auf der Basis von sensorgestützten Diagnosen können so Behandlungsempfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis abgeleitet werden.

Alternativ können die Messungen auch unmittelbar nach einer Herbizidapplikation angewendet werden und bereits nach wenigen Tagen (ca. 72 h) ein präzises Ergebnis liefern, ob und gegen welche herbiziden Wirkstoffgruppen eine Resistenz vorliegt.

In Deutschland ist die Herbizidresistenz derzeit in Populationen von "Gemeinem Windhalm" (Apera-spica-venti L. Beauv.) und "Acker-Fuchsschwanz" (Alopecurus myosuroides Huds.) am stärksten verbreitet. Diese Testverfahren sollen daher zunächst für diese beiden Unkräuter entwickelt und später auf andere Unkrautarten ausgedehnt werden. Es wird erwartet, dass durch solche Testverfahren die Ausbreitung herbizidresistenter Unkrautpopulationen verringert werden kann.

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich bei einer Laufzeit von 3 Jahren auf rund 360.000 EURO. Das BMEL unterstützt das Vorhaben mit rund 250.000 € aus seinem Programm zur Innovationsförderung. Projektpartner sind die Uni Hohenheim, die IDENTXX Gmbh Stuttgart, die Heinz Walz GmbH Effeltrich und die DuPont de Nemours Deutschland GmbH, Neu-Isenburg.

Stand:
11.03.13

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