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Europa und Naher Osten

Überblick über die Bilaterale Zusammenarbeit des BMEL mit den Partnerstaaten in Europa und dem Nahen Osten.

Bundesminister Schmidt setzt auf Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Iran

Deutschland und der Iran bauen ihre Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungssektor aus: Am 27. April 2016 fand die konstituierende Sitzung der bilateralen Gemeinsamen Arbeitsgruppe Agrar- und Ernährungswirtschaft in Teheran statt. Ihre Einrichtung hatten Bundesminister Schmidt und sein iranischer Amtskollege Hojjati Mitte Januar 2016 in einer gemeinsamen Absichtserklärung vereinbart. Den Vorsitz der ersten Sitzung teilten sich der Parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser sowie der iranische Vizeagrarminister Abbas Keshavarz.

Bleser wertete die Gemeinsame Arbeitsgruppe als "einzigartige Gelegenheit, das gesamte Spektrum der bilateralen Agrarbeziehungen konstruktiv zu diskutieren. Deutsches Know-How und deutsche Technologie können einen wichtigen Beitrag zum eingeschlagenen Modernisierungskurs der iranischen Landwirtschaft leisten." Gute Chancen sieht er aber auch für den Handel mit Agrarrohstoffen und Lebensmitteln. Deutsche Lebensmittel hätten bei den qualitätsbewussten iranischen Konsumenten einen guten Ruf.

"Durch die Sitzung der Gemeinsamen Arbeitsgruppe haben wir einen Dialogprozess mit unseren iranischen Partnern angestoßen, den wir nun kontinuierlich und konstruktiv fortführen werden", sagte Bleser. So wurde die Errichtung mehrerer technischer Arbeitsgruppen beschlossen, in denen zahlreiche Felder gemeinsamer Kooperationsinteressen erörtert werden sollen. Dies betrifft z.B. Agrarhandelsfragen, den Landtechniksektor, die Zusammenarbeit im Bereich der Agrarforschung sowie Rinderzucht und Tiergenetik. Hier wurde das zügige Ausverhandeln entsprechender Veterinärzertifikate in Aussicht gestellt, um kurzfristig den Export von 5.000 Zuchtrindern in den Iran zu ermöglichen. Die nächste reguläre Sitzung der Gemeinsamen Arbeitsgruppe ist für 2017 in Deutschland geplant.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit kann als Friedensdividende wirken

Die Umsetzung der Wiener Vereinbarung zur Beilegung des Atomstreits mit dem Iran hat ein tragfähiges Fundament für mehr Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region gelegt. Auf dieser Grundlage können die traditionell guten bilateralen Beziehungen wieder intensiviert werden. In einer gemeinsamen Absichtserklärung vom Januar 2016 hatten Schmidt und Hojjati nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran bereits eine umfassende Zusammenarbeit vereinbart. Der Sitzung der Gemeinsamen Arbeitsgruppe war ein Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vom 9. bis 10. April im Iran vorangegangen.

Beteiligung an Messen

Der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit spiegelt sich auch in der Beteiligung des BMEL an Messen wider: So nahm das Ministerium vom 26. bis zum 29. April 2016 erstmals an einer der bedeutendsten nationalen Leitmessen für Landtechnik, der Agrotech Agropars in Shiraz, teil. In dem vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsminister Peter Bleser eröffneten Deutschen Pavillon waren 30 Aussteller vertreten.

Das Ministerium wird sich 2016 an zwei weiteren Messen im Iran beteiligen: der Lebensmittelfachmesse Iran food + hospitality Anfang Juni in Teheran sowie der IranPlex im Oktober 2016 mit den Schwerpunkten Nutztier- bzw. Geflügelhaltung und Milchindustrie. Mit dem iranischen Landwirtschaftsministerium wurde die Durchführung einer Konferenz zu Fragen des bilateralen Handels und der Investitionschancen im Iran am Rande der IranPlex vereinbart.

"Es ist wichtig, nach Ende der Sanktionen den politischen Dialog weiter voranzutreiben und Märkte für deutsche Unternehmen im Iran zu öffnen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit kann auch als Friedensdividende wirken und den Reformflügel im Land stabilisieren helfen", betonte Schmidt. Irans Landwirtschaftsminister Hojjati und Vertreter der iranischen Wirtschaft sind dem Minister zufolge stark an einer intensiven Zusammenarbeit mit Deutschland im Agrar- und Ernährungssektor interessiert.

Unterstützung des Modernisierungskurses

Schmidt war auf seiner Iranreise von hochrangigen Verbandsvertretern der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft begleitet worden. Auf Seiten der deutschen Wirtschaft besteht ein großes Interesse an einem ständigen Repräsentanten der deutschen Agrarwirtschaft im Iran, um die künftige Zusammenarbeit besser zu koordinieren; er könnte das Anbahnen von Kontakten wesentlich vereinfachen und noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen. Schmidt machte deutlich, wenn die deutsche Agrarwirtschaft ihren Beitrag dazu leiste, sei das Bundeslandwirtschaftsministerium bereit, in einer Co-Finanzierung bis zur Hälfte der Kosten für einen Repräsentanten im Iran zu übernehmen.

Die gemeinsamen Themenfelder beider Länder, die Minister Schmidt während seiner Iranreise in den Blick nahm, reichten von Fragen zur landwirtschaftlichen Produktion und Agrarforschung über die Stärkung des bilateralen Handels bis hin zur nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Energien, der Nahrungsmittelverpackung und -verarbeitung sowie der Lebensmittelsicherheit. All dies sind Felder, in denen Deutschland dank großer Fachkompetenz die iranische Land- und Ernährungswirtschaft auf ihrem Modernisierungskurs unterstützen kann. So konzentrierten sich die bilateralen Gespräche auf konkrete Perspektiven einer künftigen Zusammenarbeit in den Bereichen Veterinärzertifikate, Landtechnik, Saatgut, Handel und Agrarforschung. Anlässlich des Besuchs von Bundesminister Schmidt war zudem eine gemeinsame Absichtserklärung zu Veterinärfragen unterzeichnet worden. Sie legt eine gute Grundlage für die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Veterinärdienste beider Länder und vereinfacht die Abstimmung künftiger Veterinärzertifikate.

Weitere Themen der Gespräche waren die Wasserversorgung und der hohe Verbrauch der ohnehin knappen Ressource durch die iranische Landwirtschaft. "Im Wege des Technologie-Transfers könnten wir und unsere Partner den Iran mit Know-how und Technologie bei der Lösung der Probleme mit der Trockenheit in der Landwirtschaft unterstützen", sagte Schmidt. Aufgrund der weltweiten Brisanz des Themas Wasserversorgung steht auch "Das GFFA - Die Berliner Welternährungskonferenz 2017" unter dem Titel 'Landwirtschaft und Wasser'.

Stand:
10.05.16

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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert mit seinem Bilateralen Kooperationsprogramm die Zusammenarbeit in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und gesundheitlicher Verbraucherschutz mit dem Ausland.

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