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Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika dürfen - gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden - nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland die Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika bei Heim- und Hobbytieren sowie bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.

Internationale Maßnahmen gegen die Ausweitung von Antibiotika-Resistenzen

Alle Maßnahmen zur Begrenzung des Antibiotikaeinsatzes müssen seitens der Pharmaindustrie, der Landwirtschaft und der Tierärzteschaft konsequent umgesetzt werden und durch Kontrollen der zuständigen Behörden begleitet werden.

Dies gilt insbesondere für die Überwachung des Einsatzes von Antibiotika bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Schwerpunkte zukünftiger Forschungsprojekte sollen weltweit deshalb verstärkt im Bereich der Nutzung von Alternativen zum Antibiotika-Gebrauch (Hygiene, Impfung, etc.) liegen.

  • Der Europäische Rat hat im Juni 2016 eine Schlussfolgerung zu Antibiotikaresistenzen gefasst. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) war an den Beratungen, für die innerhalb der Bundesregierung das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Federführung hatte, beteiligt. Der Beschluss ist unter dem Titel Schlussfolgerungen des Rates zu den nächsten Schritten im Rahmen eines "Eine-Gesundheit-Konzepts" zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz veröffentlicht.
  • Beim Treffen der G7-Gesundheitsminister im Oktober 2015 in Berlin berieten die sieben führenden Industriestaaten – USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Deutschland – unter anderem über das Thema "Antibiotikaresistenz". Bereits beim G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im bayrischen Elmau im Juni 2015 hatte die globale Gesundheitspolitik eine wichtige Rolle gespielt. In der Gipfelerklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs, geschlossen gegen Antibiotika-Resistenzen vorzugehen und den globalen Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation zu unterstützen.
  • Im Bereich der Weltgesundheitsorganisation (WHO)/Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) wurden die Leitlinien des Codex Alimentarius zum Umgang und zur Analyse von Lebensmittel bedingten Antibiotika-Resistenzen fortgeführt und 2010 durch die entsprechende Taskforce fachlich abschließend bearbeitet.
  • Auf der Ebene der Europäischen Union (EU) hat die Kommission eine europaweite 5-Jahres-Antibiotika-Resistenzstrategie vorgeschlagen, die die Bereiche öffentliche Gesundheit, Lebensmittelsicherheit, Verbrauchersicherheit, Umwelt, Tiergesundheit und Tierschutz sowie nicht-therapeutische Nutzung von Antibiotika umfassen soll.
  • Hierzu hat die Europäische Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat am 15.11.2011 einen Aktionsplan zur Abwehr der steigenden Gefahr der Antibiotikaresistenz vorgelegt. Sie schlägt vor, diesen fünfjährigen Aktionsplan zur Bekämpfung der Antibiotika-Resistenz einzuführen. Zielsetzung des Aktionsplans ist es, der Entstehung von Mikroben (Bakterien), die gegen Antibiotika resistent sind, entgegen zu wirken und die Verbreitung von resistenten Mikroben bei Menschen und Tieren zu verringern.
  • Die European Food Safety Authority (EFSA) berichtet regelmäßig über die Resistenzsituation bei Zoonoseerregern und Kommensalen aus der Lebensmittelkette.
  • Die European Medicines Agency (EMA) hat sich für die Zulassung von Tierarzneimitteln eine weitere Antibiotikaresistenzstrategie gegeben. Hierin werden die Maßnahmen und Möglichkeiten dargestellt, wie über die Zulassung von Antibiotika für Tiere Einfluss auf die Resistenzentwicklung genommen werden kann. Bei der EMA ist auch ein europaweites Projekt zur Erfassung der Antibiotikamengen angesiedelt (European Surveillance of Veterinary Antimicrobial Consumption).
  • Die Leiter der nationalen Zulassungsbehörden (Heads of Medicines Agencies) entwickeln gemeinsam auf europäischer Ebene einen Aktionsplan zur Eindämmung der Antibiotika-Resistenzen und deren Entwicklung.

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

DART 2020: Antibiotika-Resistenzen bekämpfen zum Wohl von Mensch und Tier

Link zum Download der Broschüre

Die Gesundheit von Menschen und Tieren ist bei vielen Infektionskrankheiten auf das Engste miteinander verwoben. Tiere und Menschen werden oft von denselben Krankheitserregern infiziert, mit denselben Antibiotika behandelt und haben somit gegenseitig einen Einfluss auf die Resistenzproblematik.

Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) hat die Bundesregierung im Jahr 2008 ein Konzept vorgelegt und nachfolgend umgesetzt, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren. Die DART enthält ein Bündel von Maßnahmen, um Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können. Mit DART 2020 wird die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fortgesetzt.

Fragen und Antworten

Rede des Bundesministers Christian Schmidt

Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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