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Tierarzneimittel: Abgabe, Anwendung und Versandhandel

Regelungen über die Abgabe und Anwendung von Tierarzneimitteln sind im Arzneimittelgesetzt (AMG) zu finden. Sie richten sich an Apotheken, Tierärzte und Tierhalter.

Das AMG unterscheidet zwischen Tierarzneimitteln, die ausschließlich für nicht Lebensmittel liefernde Tiere (beispielsweise Hunde und Katzen) zugelassen sind und solchen, die auch oder ausschließlich für Lebensmittel liefernde Tiere zugelassen sind. Weiter wird unterschieden zwischen freiverkäuflichen, apotheken- und verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln.

Die wichtigsten Inhalte:

  • Der Tierarzt darf Tierhaltern apotheken – oder verschreibungspflichtige Arzneimittel grundsätzlich nur unter den folgenden Bedingungen verschreiben oder an diese abgeben: Die Tierarzneimittel müssen zugelassen sein für die von ihm behandelten Tiere und gemäß Zulassung für das jeweilige Anwendungsgebiet bei der behandelten Tierart bestimmt sein. Zudem muss die Anwendung gerechtfertigt sein, um das Behandlungsziel in dem betreffenden Fall zu erreichen.
  • Tierhalter dürfen verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Tieren nur anwenden, soweit die Arzneimittel von dem Tierarzt verschrieben oder abgegeben worden sind, der die Tiere behandelt. Der Tierhalter muss den Behandlungsanweisungen des Tierarztes folgen, dabei sind im Bedarfsfall bei Nutztieren die festgelegten Wartezeiten einzuhalten.
  • Der Tierhalter darf apothekenpflichtige Tierarzneimittel nur von einer öffentlichen Apotheke oder aus der Hausapotheke des behandelnden Tierarztes beziehen. Die Anwendung darf auch hier nur nach den Vorgaben der Packungsbeilage erfolgen.
  • Bei Tieren, die Lebensmittel liefern, dürfen grundsätzlich nur für diese zugelassene pharmakologisch wirksame Stoffe angewendet werden. Bestimmte pharmakologisch wirksame Stoffe sind für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren grundsätzlich verboten. Auch dürfen bestimmte Tierarzneimittel ausschließlich von Tierärzten angewendet werden.

Die Regelungen treffen auch Vorgaben zum Versandhandel mit Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind:

  • Mit der 15. Novelle des AMG wurde der Versandhandel mit Arzneimitteln, die ausschließlich zur Anwendung bei Tieren, die nicht der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, zugelassen sind, unter bestimmten Voraussetzungen eröffnet.
  • Arzneimittel, die zum Beispiel für Hunde oder Katzen zugelassen sind, können unter Beachtung der gesetzlichen Regelungen im Wege des Versandes abgegeben werden.
  • Der Versand von apotheken – und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für Lebensmittel liefernde Tiere bleibt verboten: Arzneimittel, die beispielsweise für Rinder, Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen sowie Geflügel zugelassen sind, bleiben vom Versand ausgeschlossen.

Hinweise an Tierhalter in Bezug auf den Versand von Tierarzneimitteln

Die Abgabekategorie eines Arzneimittels (apothekenpflichtig oder verschreibungspflichtig) ist der Verpackung oder der Packungsbeilage zu entnehmen.

Freiverkäufliche Tierarzneimittel dürfen wie bisher im Einzelhandel, in Apotheken oder beim Tierarzt erworben werden.

Apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Arzneimittel, die zur Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren bestimmt sind, dürfen nicht im Wege des Versandes durch eine Apotheke erworben werden.

Apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Arzneimittel, die ausschließlich zur Anwendung bei Tieren zugelassen sind, die nicht der Gewinnung von Lebensmitteln dienen (beispielsweise Hunde und Katzen), dürfen im Wege des Versandes nur über Apotheken mit einer behördlichen Erlaubnis für den Versandhandel erworben werden. Ob eine behördliche Erlaubnis vorliegt, kann bei der jeweiligen Apotheke in Erfahrung gebracht oder einem Verzeichnis entnommen werden, das beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information geführt wird.

Aus dem EU-Ausland dürfen die zuletzt genannten Arzneimittel derzeit allgemein nur im Wege des Versandes bezogen werden, wenn sie aus Apotheken in den beiden EU- Mitgliedstaaten Vereinigtes Königreich und Tschechien (hier nur Arzneimittel, die nicht verschreibungspflichtig sind) stammen. Online-Händler oder sonstige Anbieter, die keine Apotheken sind, dürfen keine apotheken– und verschreibungspflichtigen Arzneimittel versenden.

Eine Apotheke darf ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das ausschließlich für nicht Lebensmittel liefernde Tiere zugelassen ist, nur dann per Versand an einen Tierhalter abgeben, wenn ein entsprechendes Rezept vorliegt.

Ein im Wege des Versandes erworbenes, verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel darf vom Tierhalter nur angewendet werden, soweit dieses von einem Tierarzt verschrieben worden ist, der das Tier behandelt. Daraus ist abzuleiten, dass ein Tierhalter bei der Bestellung eines Arzneimittels in einer Versandapotheke das Rezept seines behandelnden Tierarztes beifügen muss.

Die oben genannten Bestimmungen gelten für Tierhalter und andere Personen, die keine Tierärzte sind.

Inhalt des Dossiers

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DART 2020: Antibiotika-Resistenzen bekämpfen zum Wohl von Mensch und Tier

Link zum Download der Broschüre

Die Gesundheit von Menschen und Tieren ist bei vielen Infektionskrankheiten auf das Engste miteinander verwoben. Tiere und Menschen werden oft von denselben Krankheitserregern infiziert, mit denselben Antibiotika behandelt und haben somit gegenseitig einen Einfluss auf die Resistenzproblematik.

Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) hat die Bundesregierung im Jahr 2008 ein Konzept vorgelegt und nachfolgend umgesetzt, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren. Die DART enthält ein Bündel von Maßnahmen, um Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können. Mit DART 2020 wird die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fortgesetzt.

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