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Per Klick zu den Fragen und Antworten Afrikanische Schweinepest (verweist auf: Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)) Quelle: AdobeStock/wojciech nowak

Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar.

In Deutschland ist ASP bisher noch nie aufgetreten. Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Kritisch wäre eine Einschleppung in die Wildschweinepopulation, da hier die Möglichkeiten der Seuchenbekämpfung begrenzt sind.

Vorbereitet auf den Ernstfall

Fragen und Antworten zur Zusammenarbeit von Bund und Ländern sowie zur Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern, in denen die Tierseuche bereits auftritt.

Wie informiert das BMEL über das Risiko einer Ausbreitung der ASP?

Seit dem Jahr 2014 werden Reisende und LKW-Fahrer, die nach Deutschland einreisen, mit mehrsprachigen Plakaten an Autobahnrast- und -Parkplätzen über die Übertragung der ASP durch virushaltige Lebensmittel hingewiesen. Dabei standen vor allem die Autobahnen der Ost-West-Route im Fokus. Ergänzend wurden die Veterinärbehörden der Bundesländer gebeten, unter anderem Erntehelfer aus Osteuropa über Handzettel zu informieren.

Im Jahr 2017 wurden diese Maßnahmen ausgeweitet: Plakate sind nunmehr auch an Landstraßen im grenznahen Bereich zu Polen und zu Tschechien aufgehängt worden. Über das Bundesamt für Güterverkehr wurden Handzettel auch an LKW-Fahrer verteilt. Diese Kampagne wurde 2017 ausgeweitet und wurde im laufenden Jahr durch weitere Kommunikationsmaßnahmen, z. B. Broschüren oder Handzettel für Landwirte, Jäger und Reisende aus Osteuropa unterstützt. So wurde eine Informationsbroschüre an Jagdreiseveranstalter und Jagdschulen versandt. Diese Informationen sind auch auf der Internetseite des BMEL abrufbar.

Findet ein Austausch mit den Bundesländern statt?

Das BMEL steht auf Fachebene in regelmäßigem Kontakt mit den Bundesländern. Aber auch auf politischer Ebene findet ein Austausch statt. So hat BMEL-Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens bereits mit seinen Amtskolleginnen und Amtskollegen in den Bundesländern über vorbeugende Maßnahmen und Möglichkeiten der ASP-Bekämpfung beraten.

Zusätzlich wurde auf Bund-Länder-Ebene der Austausch zwischen Jagd- und Veterinärbehörden intensiviert und Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung koordiniert. Hierzu gehören insbesondere die Verringerung der Schwarzwilddichte und notwendige Änderungen der Rechtssetzung um Prävention wie auch die Bekämpfung der ASP bei einer Einschleppung nach Deutschland zu verbessern.

Im Rahmen dieser Initiativen wurde auch der Ernstfall geprobt und Bund-Länder-Übungen durchgeführt.

Gibt es einen Austausch mit den betroffenen Ländern?

Im September 2017 hat Bundesminister Christian Schmidt in Prag seinen tschechischen Amtskollegen getroffen. Die Minister vereinbarten die Etablierung einer Arbeitsgruppe mit dem Ziel, die in Tschechien durchgeführten Maßnahmen zum Schutz vor der ASP auch für Deutschland nutzbar zu machen. Daneben gibt es einen regen wissenschaftlichen Austausch mit den baltischen Staaten, Polen, der Ukraine und Russland.

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2018 hat sich Bundesminister Schmidt mit seinen Amtskollegen aus Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, der Slowakei sowie Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn auf eine gemeinsame Erklärung zur Kooperation bei der Prävention und Bekämpfung der ASP verständigt.

Der Kontakt zu Belgien ist sehr eng und im Rahmen der EU-Gremien findet ein fortwährender Austausch mit allen Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission statt.

Wie nah an Deutschlands Grenzen wurden die aktuellen ASP-Fälle registriert?

Seit Juni 2017 wurden ASP-Fälle bei Wildschweinen in der Tschechischen Republik, Region Zlin, und damit etwa 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt festgestellt. Mitte November 2017 wurden Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in der Region Warschau festgestellt. Am 13.0 September 2018 wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Afrikanische
Schweinepest festgestellt.

Wer ist in Deutschland für vorbeugende Maßnahmen und im Falle eines Ausbruchs für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest zuständig?

Erster Ansprechpartner ist jeweils die nach Landesrecht zuständige Behörde, das heißt in der Regel auf Landkreisebene oder auf Ebene kreisfreier Städte das Veterinäramt.

Was passiert, wenn die ASP bei Wildschweinen in Deutschland festgestellt wird?

Wird ASP beim Schwarzwild festgestellt, wird ein sogenanntes gefährdetes Gebiet festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet. Die zuständige Behörde muss die Größe des Bezirkes entsprechend den Vor- Ort-Gegebenheiten und den epidemiologischen Erkenntnissen festlegen. Als Anhaltspunkt kann gelten, dass das gefährdete Gebiet einen Radius von 15 km und die Pufferzone einen Radius von etwa 45 km um den Fundort oder Erlegungsort haben sollte. Das BMEL hat mit einer Änderung der Schweinepest- Verordnung und der baldigen Änderung des Tierseuchengesundheitsgesetzes ermöglicht, dass die zuständige Behörde im Ereignisfall spezifische Maßnahmen in einem von ihr bestimmten Gebiet (unabhängig von der Einrichtung eines gefährdeten Bezirkes) anordnen kann. Das Verbringen von Hausschweinen und Schweinefleischerzeugnissen aus diesen Gebieten ist grundsätzlich verboten.

Darüber hinaus greifen weitere seuchenhygienische Maßnahmen.

Was passiert, wenn die ASP bei Hausschweinen in Deutschland festgestellt wird?

Beim Ausbruch in Hausschweinebeständen müssen alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und in Tierkörperbeseitigungsanlagen unschädlich beseitigt werden. Es werden großflächige Sperrbezirke (Radius von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Betrieb) und Beobachtungsgebiete (Radius mindestens zehn Kilometer um den betroffenen Betrieb) eingerichtet. In Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten ist das Transportieren von Tieren und deren Erzeugnissen in und aus den dort gelegenen Betrieben untersagt (Ausnahmen sind möglich). Sowohl Schweinebestände als auch Wildschweine in diesen Zonen werden intensiv untersucht.

Darüber hinaus werden umfangreiche Untersuchungen zur Einschleppung des Erregers durchgeführt.

Stand:
14.09.18

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