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Tierschutz in der Forschung

Das BMEL unterstützt die Entwicklung von Alternativmethoden zu Tierversuchen.

Sollten Tierversuche in bestimmten Bereichen unvermeidbar sein, macht sich das BMEL dafür stark, Versuchstieren den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten. Ziel bleibt es, Tierversuche auf ein unerlässliches Maß zu beschränken.

Forschung für mehr Tierwohl, mehr Tierwohl in der Forschung

Der Tierschutzforschungspreis des BMEL

Der Tierschutzforschungspreis geht in diesem Jahr nach Jena: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat Dr. Alexander S. Mosig und seine Arbeitsgruppe INSPIRE für ihre Forschung zu Alternativmethoden ausgezeichnet.

Organmodell statt Maus

Die Arbeitsgruppe der Universität Jena hat einen Organ-BioChip entwickelt, mit dem beispielsweise Blutgefäße, der Darm und die Leber nachgebildet werden können. Erste Untersuchungen zeigen: Organmodelle, die auf diesen BioChips basieren, sind geeignete Alternativen zu Tierversuchen. An den Organmodellen können zum Beispiel Folgen einer bakteriellen Infektion oder neue Wirkstoffe für Arzneimittel erforscht werden.

25.000 Euro für die Tierschutzforschung

Mit dem Tierschutzforschungspreis fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Forschung an Alternativmethoden zum Tierversuch. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Vergabe des Preises erfolgt auf Vorschlag eines unabhängigen Preiskuratoriums. Die Arbeiten werden von den sechs wissenschaftlichen Sachverständigen insbesondere hinsichtlich ihrer Tierschutzrelevanz und ihres Einsparpotenzials für Versuchstiere bewertet.

Auch 2018 werden wieder innovative, wissenschaftliche Methoden oder Verfahren gesucht, die Tierversuche ersetzen oder ihre Anzahl verringern können. Eingereicht werden können zudem Arbeiten, die die Haltungsbedingungen für Versuchstiere verbessern. Die nächste Ausschreibung wird im Frühjahr 2018 auf der Seite www.bmel.de/tierschutzforschungspreis veröffentlicht.

"3R" für mehr Tierwohl in der Forschung

"Vermeiden, Verringern, Vermindern" sind die Leitlinien für Tierversuche in der Forschung:

Replacement: Vermeidung von Tierversuchen durch den Einsatz von Alternativmethoden
Reduction: Verringerung der Anzahl der Versuchstiere auf das Minimum
Refinement: Verminderung des Leidens der Versuchstiere

Das Ziel: Tierversuche ersetzen

Schon nach derzeitiger Rechtslage dürfen Tierversuche nur durchgeführt werden, soweit sie zu einem der nach dem Tierschutzgesetz erlaubten Zwecke unerlässlich sind. Trotz zahlreicher Erfolge bei der Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch kann allerdings nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Versuche am Tier noch nicht verzichtet werden. Das heißt: Es muss weiter an Alternativmethoden zum Tierversuch geforscht werden, um Tierversuche vollständig zu ersetzen oder deren Anzahl zu verringern. Mit der Vergabe des Tierschutzforschungspreises trägt das BMEL dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.

Engagement für Alternativmethoden

Neben der Vergabe des Tierschutzforschungspreises unterstützt die Bundesregierung die Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch mit weiteren Maßnahmen. So hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im September 2015 das "Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren" am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eröffnet, dass sich mit der Intensivierung der Alternativmethodenforschung befasst und für die Harmonisierung von Alternativmethoden auf internationaler Ebene einsetzt.

Weitere Instrumente sind

  • die Forschungsförderung durch das BfR,
  • der Förderschwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" des Bundesforschungsministeriums (innerhalb der letzten 30 Jahre sind über 500 Forschungsprojekte mit rund 170 Millionen Euro finanziert worden),
  • die finanzielle Unterstützung der "Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (set)".

Innerhalb der Europäischen Union leistet Deutschland einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden und von Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind.

Stand:
15.11.17

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Geschafft: Mehr Tierwohl

Mit unserer Initiative "Eine Frage der Haltung" setzen wir neue Maßstäbe in der Nutztierhaltung und verbessern die Beratung zu Haustieren.

mehr: Geschafft: Mehr Tierwohl …

Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei

Startbild für das Video „Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei“

Im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl" fördert das BMEL das Verbundforschungsprojekt zur "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Die Geschlechtsbestimmung am befruchteten Hühnerei stellt nach derzeitigem Kenntnisstand die Option mit dem größten Potential dar, um das Töten männlicher Küken zu beenden. Der Film erläutert die Hintergründe und erklärt das Verfahren.

zum Video: Das Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei …

Informationen zum Veterinärwesen

Publikationen

Schritte zu mehr Tierwohl

Per Click zur Broschüre "Schritte zu mehr Tierwohl"

Die Broschüre informiert über bereits getätigte und zukünftige Schritte hin zu mehr Tierwohl.

Der Fokus liegt auf den Planungen für ein staatliches Tierwohllabel und den Alternativen zum Töten männlicher Küken.

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Cover der Broschüre Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl

Mit der vorliegenden freiwilligen Vereinbarung setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" um. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen und Mastputen abzuschaffen. Daneben wurde eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Branche und dem BMEL unter anderem in den Bereichen Forschung, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie Beratung vereinbart.

Bundesminister Christian Schmidt freut sich über das Ergebnis: "Ein weiterer Meilenstein beim Tierwohl ist uns gelungen. Einmal mehr zeigt sich, dass das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit trägt: miteinander sprechen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr Tierwohl in die Ställe zu bringen. Auf diesem Weg sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen."

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2015

Cover der Broschüre: Tierschutzbericht 2015

Bereits zum zwölften Mal legt die Bundesregierung den Tierschutzbericht vor und verdeutlicht damit den Stellenwert des Tierschutzes in der Gesellschaft. Berichtszeitraum sind die Jahre 2011 bis 2014.

Neue Wege für mehr Tierwohl - Ein Magazin des BMEL

Titelbild des BMEL-Magazins "Neue Wege für mehr Tierwohl"

Es tut sich was in Sachen Tierwohl: Das Thema wird wichtiger, für Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie für die Landwirte. Immer mehr Menschen möchten dazu beitragen, dass es den Tieren, die für unsere Lebensmittel sorgen, im Stall und auf der Weide gut geht. Denn Ernährung ist auch eine Frage der Haltung: Wie halten wir Schweine, Kühe oder Legehennen? Wie halten wir es selbst beim Einkauf im Alltag, wenn wir an der Fleischtheke stehen?

Wir stellen Ihnen in diesem Magazin Menschen vor, die in ihrem Bereich Haltung zeigen: als Landwirt, Tierarzt oder Wissenschaftlerin. Wir erklären, warum manche Lösung schwieriger ist, als sie zunächst erscheint. Wir zeigen, welche faszinierenden Ideen es in Deutschland gibt, Tieren noch respektvoller zu begegnen. Und wir informieren, was Sie als Verbraucher tun können, wenn Sie selbst beim Einkauf auf eine besonders artgerechte Tierhaltung und auf Tierschutz achten wollen.

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