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Tierschutz in der Tierhaltung

Das BMEL setzt sich im Rahmen des Tierschutzes für bessere Haltungsbedingungen von Tieren ein - ob in der Landwirtschaft, bei der Zucht oder bei Tierdressuren.

Nach den tierschutzrechtlichen Vorschriften darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Darüber hinaus dürfen Wirbeltiere grundsätzlich nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) getötet werden.

Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorschriften dürfen nicht geduldet werden und sollten nach Bekanntwerden unverzüglich den zuständigen Behörden gemeldet oder zur Anzeige gebracht werden. Der Vollzug der tierschutzrechtlichen Vorschriften obliegt den zuständigen Behörden der Länder.

Das Wohlergehen von Tieren und deren Haltung gilt es stets zu schützen und zu verbessern.

Das BMEL setzt sich beispielsweise für tierschutzgerechte Haltungssysteme in der Landwirtschaft ein, setzt EU-weite Verordnungen zur Verbesserung der Tierhaltung um und arbeitet an deren Weiterentwicklung.

Mehr Tierschutz in der Legehennenhaltung

Deutschland nimmt beim Tierschutz europaweit eine Spitzenstellung ein: Die Haltung von Legehennen hat sich grundlegend gewandelt und verbessert.

Die Haltung von Legehennen hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt und dadurch den Tierschutz einen deutlichen Schritt vorangebracht. Einer der Hauptgründe ist, dass Deutschland die Haltung in konventionellen Batterie-Käfigen bereits zum 1. Januar 2010 verboten hat - zwei Jahre früher, als es nach EU-Recht erforderlich gewesen wäre. Die Legehennenhaltung erfolgt seitdem nur noch in Kleingruppen-, Boden- und Freilandhaltung sowie in ökologischer Erzeugung.

Kleingruppenhaltung von Legehennen läuft aus

Bund und Länder haben sich zum Auslaufen der Kleingruppenhaltung geeinigt. Der Beschluss des Bundesrates am 6. November 2015 über die entsprechende Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sieht eine Auslauffrist für bestehende Betriebe bis Ende 2025 vor. Nur für besondere Härtefälle soll eine Verlängerung der Frist um bis zu maximal drei Jahren (2028) möglich sein.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte die Initiative zu einem Staatssekretärsausschuss Tierschutz ergriffen, dessen Beratungen zu der politischen Einigung der Agrarminister von Bund und Ländern über das Auslaufen dieser Haltungsform und die erforderlichen Übergangsfristen führten.

Bereits 80 Prozent aller Legehennen leben in Boden- und Freilandhaltung, acht Prozent in Öko-Haltung

Wie aus einer aktuellen Bilanz des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervorgeht, hat das Käfigverbot in Deutschland zu einer deutlichen Veränderung der Produktionsstruktur geführt: Waren 2007 noch rund 68 Prozent der Legehennen in Deutschland in konventionellen Käfigen und ausgestalteten Käfigen (Kleingruppenhaltung) untergebracht, leben nach dem Verbot der konventionellen Käfige nur noch rund 12 Prozent in Kleingruppen.

Der Großteil der Legehennen - zwei Drittel aller Tiere – ist in der Bodenhaltung untergebracht: Der Anteil an der Bodenhaltung hat sich zwischen 2007 (17 Prozent) und 2013 (64 Prozent) mehr als verdreifacht. 16 Prozent der Legehennen lebten 2013 in Freilandhaltung (2008: 11 Prozent). Die ökologische Erzeugung steigerte ihren Anteil von 5 Prozent in 2007 auf 8 Prozent im Jahr 2013.

Kleingruppen-, Boden- und Freilandhaltung

Die Grafik zeigt über wie viel Freilauf ein Huhn ja nach Haltungsart verfügt Wie viel Stallfläche und Auslauf Legehennen in der Bodenhaltung, Freilandhaltung und ökologischen Haltung haben, zeigt diese Grafik. Bei einem Klick auf die Grafik öffnet sich die Original-Ansicht, Quelle: Broschüre Landwirtschaft verstehen / BMEL

Im Vergleich zur konventionellen Käfighaltung stehen den Legehennen in der sogenannten Kleingruppenhaltung unter anderem mehr Platz, ein Nest- und Einstreubereich sowie Sitzstangen zur Verfügung. Dieses Haltungssystem zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Tiere etagenweise in kleinen Gruppen von etwa 65 Tieren gehalten werden. Bei der Bodenhaltung finden sich hingegen in der Regel große Gruppen mit mehreren tausend Tieren. Den Legehennen werden hier neben der eingestreuten Bodenfläche übereinander oder versetzt angebrachte Sitzstangen und/oder Ebenen angeboten, auf denen Versorgungseinrichtungen oder Legenester angebracht sein können.

Eine Sonderform der Bodenhaltung stellen sogenannte Volieren- oder Etagensysteme dar, bei denen Versorgungs-, Ruhe- und Nestbereiche auf einzelnen Etagen zu finden sind, während die Bodenfläche als Scharraum eingerichtet ist. Bei allen Bodenhaltungsformen können zusätzlich Kaltscharräume angegliedert werden, die von Legehennen als außen vorgelagerte Einstreufläche (sogenannter Wintergarten) genutzt werden können. Bei der Freilandhaltung muss den Tieren zusätzlich ein Auslauf angeboten werden, der sich an den Kaltscharrraum anschließt und nicht überdacht sein darf.

Verbraucherverhalten

In Deutschland änderte der Verbraucher 2013 sein Einkaufsverhalten im Vergleich zum Vorjahr nur noch unwesentlich. So beträgt der aktuelle Anteil von Eiern aus der Bodenhaltung 61 Prozent, aus der Freilandhaltung 24 Prozent, aus ökologischer Erzeugung neun Prozent und aus der Kleingruppenhaltung 2,2 Prozent der Eierkäufe privater Haushalte.

Konventionelle Käfighaltung von Legehennen EU-weit verboten

Auf europäischer Ebene hat sich die Bundesregierung mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass das seit 1. Januar 2012 geltende Verbot der konventionellen Käfighaltung in allen EU-Mitgliedstaaten strikt umgesetzt und die Umsetzung zuverlässig kontrolliert werden muss. Es darf beim Tierschutz keine Rolle rückwärts geben. Die EU-Kommission hat die Einhaltung des Verbots überwacht und Verstöße geahndet. Es wurden Anfang 2012 in einzelnen EU-Staaten Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Stand:
06.11.15

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