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 Ferkel stehen im Stall Quelle: AdobeStock - Countrypixel

Auf einem guten Weg: die staatliche Tierwohl-Kennzeichnung

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Kernelemente der geplanten staatlichen Tierwohl-Kennzeichnung vorgestellt. Die Kennzeichnung wird drei Stufen umfassen, wobei die Kriterien der Eingangsstufe deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen sollen.

Verbraucherwunsch und Vermarktungschance

Umfragen zeigen: Die große Mehrheit der Verbraucher (90 Prozent) ist bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten werden. Ein Großteil der Verbraucher wünscht sich eine staatliche Tierwohl-Kennzeichnung (79 Prozent). Das zeigen die Ergebnisse des BMEL-Ernährungsreports 2018. Mit der Einführung einer staatlichen Tierwohl-Kennzeichnung, wird diesen Anforderungen Rechnung getragen. Eine staatliche Kennzeichnung in der geplanten Form versetzt die Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage, Produkte, bei deren Erzeugung höhere als die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten wurden, zu erkennen und dies in die Kaufentscheidung einzubeziehen.

Eine Tierwohl-Kennzeichnung eröffnet aber auch Landwirten gute Möglichkeiten, ihre Einnahmen zu stabilisieren.

Unsere Kennzeichnung wird klar, wahr und verlässlich sein. Wir werden das Label so attraktiv machen, dass viele Landwirte mitmachen und sich dadurch die Haltungsbedingungen der Nutztiere spürbar verbessern.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Eckpunkte der Tierwohl-Kennzeichnung

Um die Vermarktungschancen zu optimieren, wird die staatliche Tierwohl-Kennzeichnung drei Stufen haben: eine Eingangsstufe, eine Premiumstufe und eine Stufe dazwischen, die den Tieren einen Auslaufbereich bietet. Dabei gehen bereits die Kriterien der Eingangsstufe deutlich über die Anforderungen des gesetzlichen Mindeststandards hinaus ("Initiative Tierwohl PLUS").

Weitere Eckpunkte sollen für die geplante Kennzeichnung gelten:

  • freiwillige Teilnahme an der Kennzeichnung, aber verbindliche Einhaltung der Kriterien
  • umfassende Einbindung aller Vermarktungswege für Fleisch und Fleischerzeugnisse (verarbeitete Produkte)
  • breite Beteiligung der ganzen Kette (u. a. Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Verarbeiter)
  • Mitnahme einer großen Anzahl von Landwirten, die mehr für das Tierwohl tun wollen und insbesondere derjenigen, die bereits in der Brancheninitiative Tierwohl (ITW) oder in anderen Labelprogrammen engagiert sind
  • staatliche Förderung zur Erreichung dieser Ziele (u. a. Stallumbau)

Der weitere Zeitplan

Im Koalitionsvertrag ist die Schaffung einer Tierwohl-Kennzeichnung bis zur Mitte der Legislaturperiode vereinbart. Dazu wird das BMEL in Kürze einen Gesetzentwurf vorlegen. Die Kennzeichnung wird zunächst für Schweine erarbeitet, weitere Nutztierarten sollen folgen.

Bundesministerin Klöckner hat Anfang Mai 2018 alle beteiligten Akteure von den Tierhaltern, über Verbraucherzentrale und Tierschutzbund bis hin zum Handel zu einem Gespräch eingeladen. Alle Akteure sollen den weiteren Prozess begleiten.

Der Aufbau einer staatlichen Tierwohl-Kennzeichnung ist ein komplexer Prozess, bei dem viele Aspekte zu berücksichtigen sind. Besonders wichtig ist es, einen breiten Konsens zwischen den Beteiligten zu erreichen, um eine möglichst hohe Beteiligung in der Wertschöpfungskette sicher zu stellen. Nur dann kann das Label die angestrebte hohe Marktrelevanz erreichen. Es liegt in der Natur der Sache, dass unterschiedliche Interessenvertreter dabei unterschiedliche Positionen vertreten.

Zudem muss, unter Beteiligung der Wirtschaft, sichergestellt werden, dass die Landwirte die entstehenden Mehrkosten ausgleichen können. Hier spielt die Förderung von Investitionen, auch mit Blick auf bauliche Maßnahmen, eine wichtige Rolle.

Hintergrund

Die Kennzeichnung wird auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien und praktischer Erfahrungen, beispielsweise aus der Brancheninitiative Tierwohl und mit vorhandenen Labels, erarbeitet. In den Arbeitsprozess sind Vertreter aus Wissenschaft, von Branchenverbänden sowie von Tierschutz- und Verbraucherschutzverbänden einbezogen. Die Kriterien werden zunächst gemeinsam in diesem Kreis entwickelt. Schlussendlich werden sie ein Rechtsetzungsverfahren durchlaufen und auch in diesem Rahmen evaluiert werden.

Die staatliche Tierwohl-Kennzeichnung ist nicht als Konkurrenz zur Brancheninitiative Tierwohl zu sehen. Die durch die Brancheninitiative Tierwohl geleistete Arbeit stellt vielmehr eine gute Ausgangsbasis dar, von der eine staatliche Tierwohl-Kennzeichnung profitieren kann.

Stand:
09.05.18

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