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Verzicht auf Schnabelkürzen bei Legehennen und Puten

Die deutsche Geflügelwirtschaft unterstützt die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl". Am 9. Juli 2015 haben sie den Ausstieg aus dem routinemäßigen Schnabelkürzen bei Legehennen und Mastputen besiegelt.

Mit der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft ab dem 1. August 2016 keine Schnäbel mehr zu kürzen und ab dem 1. Januar 2017 auf die Einstallung von schnabelgekürzten Junghennen zu verzichten. Unterzeichner dieser für den Tierschutz in der Nutztierhaltung wegweisenden Vereinbarung sind der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V., der Bundesverband Deutsches Ei e.V. sowie der Verband Deutscher Putenerzeuger e.V.

Federpicken und Kannibalismus sind Verhaltensstörungen mit multifaktoriellen Ursachen, die zu erheblichen Schäden führen können. Ihr Auftreten hat in der Putenhaltung erfahrungsgemäß gravierendere Auswirkungen als in der Legehennenhaltung. Für Legehennen liegen bereits viele Erkenntnisse über die zugrunde liegenden Mechanismen und verschiedene Risikofaktoren vor.

Im Rahmen der vom BMEL geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz zum Transfer von Forschungsergebnissen in die landwirtschaftliche Praxis führt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine Beratungsinitiative mit dem Thema "Minimierung von Federpicken und Kannibalismus bei unkupierten Legehennen durch Optimierung der Herdenführung und Tierbetreuung unter Berücksichtigung der Junghennenaufzucht" durch. Ein Stallbesuch bei einem der teilnehmenden Betriebe am 25. Juni 2015 hat gezeigt, welche Erkenntnisse bereits gewonnen werden konnten.

Ein Blick in den Stall

Qualitätsjunghennen, Beschäftigungsmaterial und gutes Futtermittel sind wichtige Faktoren in der Legehennenhaltung.

Schauen Sie sich weitere Bilder an, indem Sie auf das Bild klicken.

Legehennen im Freilandbereich, mit einem Klick gelangen Sie zur Bildergalerie Freilandgelände auf dem Betrieb Mardink, Quelle: BLE

Die Erkenntnisse bei Puten sind noch nicht in dem Ausmaße wie bei den Legehennen vorhanden. Weitere Forschungsarbeit ist deshalb notwendig. Vor diesem Hintergrund geht die Bundesregierung davon aus, dass die überwiegende Zahl der Putenhaltungsbetriebe bislang nicht auf die Haltung von Tieren mit gekürzten Oberschnäbeln verzichten kann. Dennoch gibt es einige Betriebe, die bereits erfolgreich auf die Haltung schnabelgekürzter Puten verzichten. Ob und inwieweit diese hinsichtlich ihrer betriebsindividuellen Gegebenheiten Vorbildcharakter für andere Betriebe haben werden, lässt sich bislang noch nicht absehen.

Im Rahmen der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz soll ab 2016 ein Netzwerk von Demonstrationsbetrieben zur Verbesserung tierschutzrelevanter Haltungsbedingungen in der Aufzucht nicht schnabelgekürzter Puten eingerichtet werden.

Stand:
09.07.15

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