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Schlachten hochträchtiger Tiere verboten

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat eine gesetzliche Regelung auf den Weg gebracht, um das Schlachten hochträchtiger Säugetiere zu verhindern. Bundestag und Bundesrat haben dem Gesetz zugestimmt.

Die Schlachtung trächtiger Tiere widerspricht unseren ethischen Überzeugungen und ist aus Sicht des Tierschutzes hochproblematisch. Mit dem Abgabeverbot von hochträchtigen Tieren zur Schlachtung haben wir ein deutliches Signal für mehr Tierschutz gesetzt.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt

Das Verbot wird mit einer Änderung des Tiererzeugnisse-Handels-Verbots-Gesetzes umgesetzt. Dort ist nun geregelt, dass "die Abgabe von Tieren im letzten Drittel der Trächtigkeit zum Zweck der Schlachtung" untersagt ist. Aus wissenschaftlicher Sicht ist nicht auszuschließen, dass die Föten zu diesem Zeitpunkt bereits Schmerzen und Leiden empfinden können.

Der Bundestag hat die Änderung des Gesetzes am 18. Mai 2017 beschlossen, der Bundesrat hat am 2. Juni 2017 zugestimmt.

Keine Einzelfälle: Gründe und Ausmaß des Schlachtens hochträchtiger Tiere

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schätzt in einer aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahme die Anteile der ausgewachsenen weiblichen Nutztiere in Europa, die bei der Schlachtung im letzten Drittel einer Trächtigkeit sind, auf die folgenden:

Kuh und Kalb auf einer Wiese Quelle: photoGrapHie - Fotolia.com

  • 3 Prozent der Milchkühe
  • 1,5 Prozent der Mastrinder
  • 0,5 Prozent der Schweine
  • 0,8 Prozent der Schafe
  • 0,2 Prozent der Ziegen

Zudem nennt die EFSA in ihrer Stellungnahme verschiedene Punkte, aufgrund derer hochträchtige Tiere geschlachtet werden:

  • Mangelnde Kontrolle der Fortpflanzung (vor allem bei Freilandhaltung)
  • Fehlende oder fehlerhafte Überprüfung der Trächtigkeit durch Landwirte
  • Unzureichende Aufzeichnungen oder Verlust von Informationen in der Handelskette
  • Erwägungen im Zusammenhang mit Tiergesundheit und Tierschutz
  • Vorteile bei der Haltung – beispielsweise sind trächtige Tiere in der Regel ruhiger als nicht tragende Tiere
  • Wirtschaftliche Notwendigkeit – beispielsweise der Verkauf von Tieren aus wirtschaftlichen Gründen

Die EFSA-Stellungnahme war 2015 von Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Schweden initiiert worden.

Um einen detaillierteren Überblick über die Ursachen und das Ausmaß des Schlachtens hochträchtiger Tiere in Deutschland zu erhalten, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein Forschungsprojekt, das sich mit diesen Fragen befasst.

Trächtig oder nicht trächtig? Offene Fragen bei der extensiven Schaf- und Ziegenhaltung

Ausgenommen von der neuen Regelung sind zunächst Ziegen und Schafe. Deren Haltung unterscheidet sich stark von der Rinder- und Schweinehaltung. So werden Rinder und Schweine überwiegend künstlich besamt. Das heißt: In den meisten Fällen ist bekannt, ob die Tiere trächtig sind. Zudem sind Trächtigkeitsuntersuchungen per Ultraschall üblich.

Bei Schafen und Ziegen kann der Zeitpunkt der Besamung oft nicht genau bestimmt werden, weil männliche und weibliche Tiere - vor allem in extensiven Haltungsformen - über einen längeren Zeitraum hinweg in Herden gehalten werden. Trächtigkeitsuntersuchungen sind bei diesen Tieren zudem weniger verbreitet, so dass Hochträchtigkeiten nicht bekannt sind.

Vor diesem Hintergrund lässt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) untersuchen, wie sich auch das Schlachten von hochträchtige Schafen und Ziegen vermeiden lässt. Auf dieser Basis wird dann entschieden werden, ob Schafe und Ziegen ebenfalls von der Verbotsregelung erfasst werden sollten.

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