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Holzbrett mit Nägeln, zwischen den Nägeln sind verschiedenfarbige Gummis gespannt Quelle: shutterstock/Seksun Guntanid

Mehr Holz einsetzen: Charta für Holz 2.0

Unter dem Motto "Klima schützen. Werte schaffen. Ressourcen effizient nutzen" zielt die Charta für Holz 2.0 darauf ab, mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden – zugunsten von Klimaschutz, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie zur Schonung endlicher Ressourcen. Denn Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff, der energieintensive, endliche Materialien und erdölbasierte, fossile Ressourcen ersetzen kann.

Die Charta für Holz 2.0 setzt den Handlungsrahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen. Dabei unterstützt sie andere internationale und nationale Strategien in den Politikfeldern Nachhaltigkeit, Klima- und Ressourcenschutz.

Die Charta für Holz ist ein wichtiges Instrument für eine "Ressourcenpolitik Holz“, die auf Nachhaltigkeit, Effizienz, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und den Schutz der Verbraucher setzt.

Bundeswaldministerin Klöckner

Gemeinsam zum Ziel: Die Charta als Dialogprozess

Die Veröffentlichung der Charta im April 2017 war der Startschuss eines auf Dauer angelegten Prozesses. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren werden Maßnahmen in den sechs Handlungsfeldern entwickelt und umgesetzt. Das BMEL hat dafür eine Steuerungsgruppe und mehrere Arbeitsgruppen eingesetzt. Über bewährte Dialogprozesse wie Fachgespräche, Workshops, Plattformen und Tagungen werden unterschiedlichste Gruppen und Interessenten beteiligt.

Die Handlungsfelder der Charta für Holz 2.0

Die Charta benennt sechs Handlungsfelder:

  • Bauen mit Holz in Stadt und Land: Klimafreundliches Bauen mit Holz bietet Potenziale bei knappem Wohnraum durch kurze Bauzeiten, geringes Gewicht bei hoher Tragfähigkeit und Flexibilität
  • Potenziale von Holz in der Bioökonomie: Neue Produkte aus Holz; Wertschöpfung insbesondere bei der Verwendung von Laubholz erhöhen
  • Material- und Energieeffizienz: Herstellungsprozesse und Produkte verbessern, Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung weiter ausbauen
  • Ressource Wald und Holz: Holzaufkommen nachhaltig steigern, arten- und strukturreiche sowie produktive Wälder weiterhin sicherstellen, Kleinprivatwald stärken
  • Cluster Forst und Holz: Wettbewerbsfähigkeit und Branchenvernetzung verbessern, Transfer zwischen Praxis und Forschung ausbauen.
  • Wald und Holz in der Gesellschaft: Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit über positive Effekte der Nutzung und Verwendung von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung
  • Forschung und Entwicklung als Querschnittsthema

Der Dialog mit den verschiedensten Interessengruppen und den Bürgerinnen und Bürgern ist ein wichtiger Baustein bei der weiteren Umsetzung der Charta für Holz 2.0. Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung stellt dazu fest, dass die Erreichung der Klimaschutzziele maßgeblich von einem klimabewussten Verbraucherverhalten abhängt und dass dazu Information und Aufklärung über die nachhaltige Waldbewirtschaftung und intelligente Holzverwendung notwendig sind. Ein Schritt in diese Richtung ist die Einrichtung des „Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz“, das ab dem 1. Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Durch die Bündelung von Förderprogrammen im Bereich Wald und Holz und den Erfordernissen zur Information und des Wissenstransfers soll die Lücke zwischen Förderung und Forschung und faktenbasierter Kommunikation geschlossen werden.

"Klima schützen. Werte schaffen. Ressourcen effizient nutzen" – der Einsatz lohnt sich!

Wald in Deutschland: gute Ausgangslage für nachhaltige Holznutzung

Deutschland verfügt über die produktivsten sowie arten- und strukturreichsten Wälder in ganz Europa. Der Natur- und vor allem Artenschutz entwickeln sich positiv, wie auch der Indikatorenbericht zur biologischen Vielfalt zeigt. Dies resultiert aus der nachhaltigen und standortgerechten Waldbewirtschaftung und Holzverwendung in Deutschland. So wächst kontinuierlich mehr Holz nach als geerntet wird. Die Waldfläche ist seit der letzten Bundeswaldinventur stabil geblieben beziehungsweise leicht gestiegen. Der Holzvorrat hat mit 336 Kubikmeter pro Hektar mittlerweile Rekordniveau erreicht. Der Wald in Deutschland ist trotz höherem Holzeinschlag vorratsreicher, naturnäher und gemischter als vor zehn Jahren.

Stand:
15.08.18

Zum Thema

Grafik des Ablaufes (verweist auf: Funktionsweise einer Lignocellulose-Bioraffinerie)

Biobasierte Wirtschaft - Wie aus Holz biobasierte Produkte entstehen (Klick auf das Bild zur interaktiven Grafik)

Wettbewerbe

Publikationen

Wald und Rohholzpotenzial der nächsten 40 Jahre - Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Cover der Broschüre "Wald und Rohholzpotential der nächsten 40 Jahre"

Die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) weist ein potenzielles Rohholzaufkommen von jährlich 77,7 Mio. m³ Erntefestmaß im Durchschnitt der nächsten vier Jahrzehnte aus. Dabei steigt der Holzvorrat sogar noch an. Das Potenzial ist nach Baumarten getrennt im Vergleich mit der vergangenen Nutzung und mit der Vorratsentwicklung in Verbindung mit den waldbaulichen Modelleinstellungen differenziert zu bewerten. Dazu schätzt die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung die Entwicklung des Waldes und das Rohholzpotenzial für die nächsten vier Jahrzehnte als ein mögliches Szenario gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre und Erwartungen an die kommenden Jahre. Für Politiker, Verbände, Wissenschaft und Forst- und Holzwirtschaft ist sie ein Instrument zur Prüfung der Auswirkung waldbaulicher Entwicklungen und Ziele und zur Planung von Nutzung und Verarbeitung des Rohstoffes Holz und von Investitionen in dem Bereich.

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