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Wärme aus Holz

Jeder vierte Haushalt nutzt Holz zum Heizen.

Als Teil der Energiewende wird regenerative Energie aus dem Wald immer wichtiger. Der Ersatz von fossilen Energien durch Holz spart jährlich rund 30 Millionen Tonnen CO2 ein.

Mehr als jeder vierte deutsche Haushalt nutzt Scheitholz, Holzpellets oder Hackschnitzel zum Heizen. Hierzulande gibt es etwa 14 Millionen Einzelraumfeuerstätten, überwiegend Kaminöfen und Kachelöfen, sowie über eine Million Holzzentralheizungen. Insgesamt machen erneuerbare Energieträger rund 10 Prozent der Wärmeversorgung in Deutschland aus (Quelle der Zahlen: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe)

Holz ist einer der bedeutsamsten nachwachsenden Rohstoffe: Über 70 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien in Deutschland werden mit Holz erzeugt. Auch bei der Betrachtung der gesamten Energieerzeugung ist der Einsatz von Holz von entscheidender Bedeutung: Zusammen mit der Erzeugung von Strom in Biomasseheizkraftwerken ist der Energieträger Holz für rund 35 Prozent der gesamten erneuerbaren Energieerzeugung verantwortlich; dahinter folgt die Windkraft mit knapp 17 Prozent. Der Anteil von Holz an der gesamten Endenergieversorgung in Deutschland hat sich in den letzten fünf Jahren auf etwa vier Prozent verdoppelt.

Der inländische Verbrauch von Holzrohstoffen beträgt derzeit rund 135 Millionen Kubikmeter (m3) pro Jahr. Davon wird etwa die Hälfte energetisch genutzt. Darunter sind die Haushalte mit rund 34 Millionen m3 pro Jahr die bedeutendsten Nachfrager (v.a. Scheitholz). Energieholz stammt nicht nur aus dem Wald, sondern auch aus Holzresten und Holzabfällen sowie aus Garten- und Landschaftspflegeholz. Durch die in der Biomasse gespeicherte Energie ist Holz ein besonders hochwertiger Energieträger, da Holz unabhängig von äußeren Bedingungen wie Licht- und Windverhältnissen eingesetzt werden kann.

Nachhaltige Wärme

Wärme aus Holz ist nicht nur gemütlich und angenehm fürs Raumklima. Holz ist auch nachhaltig: Bei seiner Verbrennung wird nicht mehr klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt, als beim Pflanzenwachstum vorher gebunden wurde. So spart der Ersatz von fossilen Energien durch Holz jährlich rund 30 Millionen Tonnen CO2 ein. Das Holz muss ausreichend gelagert und trocken sein.

Beim Kauf von Holzprodukten bescheinigen Siegel wie FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen) den Verbrauchern eine Herkunft der Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft. In Deutschland arbeitet die Forstwirtschaft übrigens seit 300 Jahren nachhaltig: Dabei wird – unter gleichzeitiger Beachtung ökologischer und gesellschaftlicher Anforderungen an den Wald - nicht mehr Holz entnommen, als im selben Zeitraum wieder nachwächst. Holz aus der Region hat daher einen doppelten Vorteil. Es ist nachhaltig erzeugt und hat wenig Energie für den Transport verbraucht.

Womit das Feuer entfacht wird

Holzpellets

Holzpellets sind in der Regel ohne zusätzliche Bindemittel aus Restholz gepresste Holzbrennstoffe. Die Pellets zeichnen sich durch hohe Energiedichte, geringes Lagervolumen und einen guten Heizwert aus: Ein Kilogramm entspricht etwa dem Heizwert eines halben Liter Heizöls. Pelletöfen und -kessel sind mittlerweile so ausgereift, dass sie Wirkungsgrade von über 95 Prozent erreichen. Mit den seit einigen Jahren bei einigen Herstellern erhältlichen Pelletbrennwertkesseln werden sogar noch höhere Wirkungsgrade erreicht. Pelletheizungen zeichnen sich zudem durch sehr geringe Emissionen aus. Einen entscheidenden Beitrag hierzu leistet eine gleichbleibende Pelletqualität, die vor allem durch internationale Standardisierung und Zertifizierung unterstützt wird (aktuell: "ENplus" gemäß EU-Norm EN 14961-2). Bis Ende 2014 wird der Bestand an Pelletheizungen in Deutschland auf rund 370.000 Anlagen anwachsen.

Holzbriketts

Holzbriketts werden ebenfalls durch pressen von Holzresten hergestellt. Sie haben eine gleichmäßig hohe Dichte und einen einheitlichen Querschnitt, oft auch eine einheitliche Länge. Sie werden im Handel in handlichen Packungsgrößen angeboten. Sie haben aufgrund des geringen Wassergehaltes einen besseren Heizwert als Scheitholz und lassen sich besonders raumsparend stapeln. Holzbriketts können in allen gängigen Scheitholz-, Kachel- und Kaminöfen als Hauptbrennstoff verwendet werden. Auf Grund ihrer hohen Energiedichte halten sie die Glut über einen längeren Zeitraum.

Hackschnitzel

Bei Hackschnitzeln handelt es sich um Holzchips, die in unterschiedlichen Größen und Qualitäten angeboten werden. Sie werden meist aus Waldrestholz hergestellt, aber auch aus Sägeresten und Recyclingholz. Sie kommen vorwiegend in größeren Feuerungsanlagen, Holzheizwerken und Biomasseheizkraftwerken zum Einsatz. So ermöglichen Holzhackschnitzel über Nah- und Fernwärmenetze bereits die gezielte Wärmeversorgung in Dörfern und Städten. Kleinere Hackschnitzelheizungen mit Leistungen ab etwa 25 Kilowatt (kW) kommen überwiegend in land- und forstwirtschaftlichen oder gewerblichen Betriebe zum Einsatz, die die Hackschnitzel oft auch selbst aus den im Betrieb verfügbaren Holzresten herstellen.

Scheitholz

Scheitholz ist der bislang bedeutendste Holzbrennstoff, weil es durch die Brennholznutzer vielfach selbst aufgearbeitet werden kann. Bei Forstverwaltungen und Waldbesitzern vor Ort können sich interessierte Selbstwerber Flächen zuweisen lassen, auf denen das Brennholz durch Eigenleistung aufbereitet und aus dem Wald transportiert werden kann. Alternativ kaufen sie das bereits aufbereitete Holz an der Waldstraße und schneiden es dann auf Ofenlänge. Dabei ist zu beachten, dass die Selbstwerber insbesondere im öffentlichen Wald sowie in PEFC- oder FSC-zertifizierten Wäldern einen entsprechenden Motorsägenlehrgang und geeignete Schutzkleidung nachweisen müssen.

Kamin- und Kachelöfen sowie Holzheizkessel erzeugen den größten Teil der erneuerbaren Wärme in Deutschland. Beim Kauf dieser Anlagen sollte mit Blick auf verschärfte Emissionsgrenzwerte (1. Bundes-Immissionsschutzverordnung) unbedingt auf effiziente Verbrennungstechnik und geringen Schadstoffausstoß (u.a. Kohlenmonoxid, Staub) geachtet werden. Hinweise dazu bietet die Broschüre "Heizen mit Holz – so geht´s richtig" und die Internetseite:

Zum Thema

Grafik des Ablaufes (verweist auf: Funktionsweise einer Lignocellulose-Bioraffinerie)

Biobasierte Wirtschaft - Wie aus Holz biobasierte Produkte entstehen (Klick auf das Bild zur interaktiven Grafik)

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Publikationen

Wald und Rohholzpotenzial der nächsten 40 Jahre - Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Cover der Broschüre "Wald und Rohholzpotential der nächsten 40 Jahre"

Die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) weist ein potenzielles Rohholzaufkommen von jährlich 77,7 Mio. m³ Erntefestmaß im Durchschnitt der nächsten vier Jahrzehnte aus. Dabei steigt der Holzvorrat sogar noch an. Das Potenzial ist nach Baumarten getrennt im Vergleich mit der vergangenen Nutzung und mit der Vorratsentwicklung in Verbindung mit den waldbaulichen Modelleinstellungen differenziert zu bewerten. Dazu schätzt die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung die Entwicklung des Waldes und das Rohholzpotenzial für die nächsten vier Jahrzehnte als ein mögliches Szenario gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre und Erwartungen an die kommenden Jahre. Für Politiker, Verbände, Wissenschaft und Forst- und Holzwirtschaft ist sie ein Instrument zur Prüfung der Auswirkung waldbaulicher Entwicklungen und Ziele und zur Planung von Nutzung und Verarbeitung des Rohstoffes Holz und von Investitionen in dem Bereich.

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