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Speisefisch aus Aquakultur

Die Erzeugung von Speisefischen aus Aquakultur wird erst seit 2011 jährlich statistisch erfasst. Im Jahr 2015 erzeugten rund 3 300 Aquakulturbetriebe in Deutschland etwa 26 900 Tonnen Fische, Muscheln und andere Aquakulturprodukte. Davon entfielen rund 19 000 Tonnen auf Fische.

Die Erzeugung von Fischen ging gegenüber dem Vorjahr 2014 mit – 9,5 Prozent (- 2 000 Tonnen) stark zurück, während die Aquakultur-Gesamterzeugung um etwa 2,5 Prozent (+ 650 Tonnen) anstieg. Dem starken Rückgang bei der Fischerzeugung steht ein starker Zuwachs in der Erzeugung von Muscheln entgegen. Die erzeugte Menge Muscheln stieg gegenüber 2014 um rund 2 600 Tonnen (+ 49,8 Prozent) auf etwa 7 900 Tonnen.

Für den deutlichen Rückgang in der Erzeugung von Fischen nannten die befragten Betriebe vorwiegend zwei Gründe: Neben dem heißen Sommer 2015, der in vielen Regionen Deutschlands zu Wassermangel führte und sich damit nachteilig auf die Fischzucht auswirkte, führten auch Fischseuchen zu einer deutlich geringeren Erzeugung. In Baden-Württemberg sank deshalb die erzeugte Menge Fisch im Vergleich zu 2014 um knapp ein Drittel (- 1 100 Tonnen) auf rund 2 300 Tonnen. Dieser Rückgang machte mehr als die Hälfte des Gesamtrückgangs bei erzeugtem Fisch in Deutschland aus.

Die sinkende Erzeugung von Fischen spiegelt sich auch in den beiden bedeutendsten Fischarten wider. So ging die erzeugte Menge Regenbogenforellen (ohne Lachsforellen) um gut 1 400 Tonnen oder 17,1 Prozent auf rund 7 000 Tonnen zurück. Vom Gemeinen Karpfen wurden mit rund 4 900 Tonnen etwa 7,0 Prozent oder 370 Tonnen weniger als im Vorjahr erzeugt. Auch der Fisch des Jahres 2016 – der Hecht – war vom Produktionsrückgang betroffen. So wurden im Jahr 2015 knapp 43 Tonnen Hecht in gut 240 Betrieben erzeugt. Dies bedeutete einen Rückgang von rund 11 Tonnen oder 19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die für Aquakultur und Binnenfischerei zuständigen Bundesländer haben das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow beauftragt, jährlich den "Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei" zu erstellen.

Dieser Bericht enthielt bis zum Inkrafttreten der EU-Aquakulturstatistikverordnung Erhebungen über die Produktionszahlen der deutschen  Aquakultur- und Binnenfischereibetriebe aufgrund der Meldungen der Länder. Diese Produktionszahlen beruhten teilweise auf Schätzungen wie aber auch auf eigenen Landeserhebungen.

Mit dem Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei 2013 wurde bei Flächen, Betriebszahlen und Produktionsmengen auf Erhebungen der Statistischen Landesbehörden und des Statistischen Bundesamtes zurückgegriffen, die nach Vorgaben der europäischen Aquakulturstatistikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 762/2008) und des geänderten Agrarstatistikgesetzes seit 2012 jährlich stattfinden.
Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei und -aquakultur 2015 (PDF, 1 MB, nicht barrierefrei)

Aquakultur in Europa

Die Aquakulturbetriebe sind gegenwärtig mit einer Vielzahl von Regelungen unterschiedlichster Bereiche konfrontiert, die mit dem gewünschten Ausbau dieses Sektors nicht immer vereinbar sind. Der Ausbau der Aquakultur sollte den Mitgliedstaaten überlassen bleiben, da sie nicht auf einer gemeinsamen Ressource basiert. Große Teile der gegenwärtigen und auch der zukünftigen Aquakultur stützen sich auf Binnengewässer und künstliche Haltungsformen wie Teichwirtschaft und Kreislaufanlagen sowie Austern- und Muschelkulturen in Küstennähe.

Die Entwicklung einer nachhaltigen, ökosystemverträglichen Marikultur an küstennahen und -fernen Standorten mit Netzkäfighaltung steht erst noch am Anfang und bedarf einer wissenschaftlichen Begleitung. Aquakultur kann nur eine nachhaltige Ergänzung und gegebenenfalls Alternative zur Fangfischerei darstellen, wenn sie mit nachhaltigen Zuchtmethoden und -verfahren einhergeht. Mit der Aquakultur können sonst nachteilige Veränderungen für die sensiblen Küstenökosysteme und damit zusammenhängende wirtschaftliche und soziale Probleme entstehen. Gemeinschaftsweite Regelung stehen immer vor dem Problem, den besonderen regionalen Gegebenheiten nur sehr bedingt Rechnung tragen zu können.

Stand:
02.06.16

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