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EU-Minister einigen sich auf Fischfangquoten in der Ostsee

Der Rat der EU-Fischereiminister hat am 15. Oktober 2018 in Luxemburg die Fischfangquoten in der Ostsee für das Jahr 2019 beschlossen. Basis ist der Ostsee-Mehrjahresplan, den das Europäische Parlament und der Rat 2016 verabschiedet hatten.

Die Fangmengen beim westlichen Dorsch werden aufgrund der ausgesprochen positiven Entwicklung um 70 Prozent erhöht. Die Tageshöchstfangmenge für die Freizeitfischerei steigt parallel dazu von fünf auf sieben Dorsche. Auch bei Scholle und Sprotte nehmen die Quoten um 43 Prozent beziehungsweise 3 Prozent zu. Sorgenkind bleibt hingegen weiter der westliche Hering. Dessen Bestand befindet sich nach wie vor in einem kritischen Zustand. Deshalb werden hier die Quoten erneut deutlich gesenkt, und zwar um 48 Prozent.

Dazu erklärte Bundeslandwirtschafts- und Fischereiministerin Julia Klöckner: "Der Beschluss der EU-Fischereiminister sorgt dafür, dass sowohl dem Nachhaltigkeitsziel als auch der schwierigen Situation der deutschen Ostseefischer Rechnung getragen wird. Mir ist es wichtig, unsere Fischbestände nachhaltig zu bewirtschaften und damit möglichst viele Arbeitsplätze in der Fischerei und in den Fischverarbeitungsunternehmen langfristig zu erhalten. Deshalb werden wir die Beschlüsse zu den Fangmengen in der Ostsee auch im kommenden Jahr mit Maßnahmen für die Dorsch- und Heringsfischer flankieren. Insbesondere wollen wir die vorübergehende Stilllegung von Fangschiffen der Dorsch- und Heringsfischerei weiter fördern, um die Erholung dieser Bestände zu beschleunigen. Darüber hinaus erhalten junge Fischer bei der Ausbildung finanzielle Unterstützung."

Hintergrund

Die politische Einigung, die Rat und Kommission am 15. Oktober 2018 erzielt haben, erfolgte nach intensiven Verhandlungen auf Basis eines von den EU-Ostsee-Anrainerstaaten unter schwedischem Vorsitz ausgehandelten Kompromisspakets. Über die Gesamtfangmengen und Quoten entscheidet nach dem Lissabon-Vertrag allein der Rat. Eine Befassung des Europäischen Parlaments ist nicht vorgesehen. Grundlage der Vorschläge für die Fangmöglichkeiten 2019 sind die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES).

Gesamtfangmengen und Quoten Ostsee 2019

Im Einzelnen hat der Rat folgende Gesamtfangmengen und Quoten beschlossen, die für Deutschland relevant sind:

Gesamtfangmengen und Quoten Ostsee 2019
EU-Gesamtfangmenge 2018Deutsche Quote 2018EU-Gesamtfangmenge 2019Deutsche Quote 2019Anpassung 2018/2019
in Tonnen (t), Lachs: Stückzahlin Prozent
Hering westliche Ostsee (Gebiete 22-24)17.3099.5519.0014.966- 48
Hering östliche Ostsee (Gebiete 25-27 etc.)229.3551.338170.360994- 26
Dorsch westliche Ostsee (Gebiete 22-24)5.5971.1949.5152.030+ 70
Dorsch östliche Ostsee (Gebiete 25-32)28.3882.59424.1122.203- 15
Scholle7.07656310.122806+ 43
Sprotte262.31016.473270.77216.921+ 3
Lachs Gebiete 22-31 (Stückzahl)91.1322.10191.1322.101+/- 0
Stand:
31.10.18

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