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Ein trockener Baum steht vor anderen Bäumen Quelle: adobestock-iiievgeniy

Trockenheit im Wald: Maßnahmen bei außergewöhnlichen Naturereignissen

Neben den landwirtschaftlichen Betrieben sind Waldbesitzer und Forstleute von der anhaltenden Trockenheit betroffen. Grundsätzlich sind Hilfsmaßnahmen auch für die Forstwirtschaft wegen der derzeitigen Hitzewelle möglich.

Einzelne Schäden, wie zum Beispiel vertrocknete Aufforstungen von diesem Frühjahr oder vertrocknete Bäume, sind bereits jetzt erkennbar. Das gesamte Ausmaß der Schäden in der Forstwirtschaft wird jedoch erst mit deutlicher Zeitverzögerung bezifferbar sein. Dies ist abhängig vom weiteren Witterungsverlauf und Einflussfaktoren, wodurch sich die Schäden weiter verschärfen könnten (zum Beispiel durch Sekundärschäden wie Insektenbefall).

Erhebung von Schadensmeldungen

Das Statistische Bundesamt fasst jährlich die in Deutschland von den Ländern gemeldeten außerordentlichen Holzeinschläge getrennt nach Schadensursache (Sturm, Schneebruch, neuartige Waldschäden, Insektenschäden und sonstige Schäden) zusammen. Waldbrände, deren Ursachen sowie die damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden erfasst die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Die jeweiligen Daten werden für das vergangene Jahr erhoben und veröffentlicht. Für das Jahr 2018 liegen der Bundesregierung demnach noch keine Informationen vor.

Hilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds

Hilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds, wie sie im Jahr 2007 bei dem Orkantief "Kyrill" gewährt wurden, kommen dann in Betracht, wenn ein Schaden von über 3 Milliarden Euro oder von mehr als 0,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes entstanden ist.

Weitere Hilfsmöglichkeiten bei außergewöhnlichen Naturereignissen

  • Die Fördergrundsätze für forstwirtschaftliche Maßnahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) bieten Möglichkeiten, die von Wurf, Bruch, Waldbrand oder sonstigen Schadereignissen betroffenen Betriebe beispielsweise durch Förderung des Wegebaus, der Anlage von Holzlagerplätzen sowie der Wiederaufforstung geschädigter Flächen, zu unterstützen. Voraussetzung ist, dass die Länder diese Maßnahmen in ihren Förderrichtlinien umgesetzt haben.
  • Im Rahmen des zwischen Bund und Ländern abgestimmten "Katalogs steuerlicher Erleichterungen" können zudem Maßnahmen auf Landesebene in Kraft gesetzt werden, zu denen die steuerfreie Rücklage und eine Regelung zählen, wonach für die Nutzung von Holz, das durch Naturereignisse beschädigt ist (Kalamitätshölzern), vergünstigte Einkommensteuersätze gelten. Als Billigkeitsmaßnahmen können die Länder die Anpassung der Einkommensteuervorauszahlungen, die Stundung der Einkommensteuer oder in Ausnahmefällen den Erlass der Einkommensteuer anordnen.
  • Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau kann auf Antrag fällige Sozialversicherungsbeiträge stunden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für die beitragspflichtigen Land- und Forstwirte verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird.
  • Die Länder können gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank ein durch Landesmittel bezuschusstes Darlehensprogramm für die betroffenen Betriebe auflegen.
  • Wenn durch außergewöhnliche Naturereignisse große Mengen an Holz anfallen, die zu erheblichen und überregionalen Marktstörungen führen, kann der Bund mit Zustimmung des Bundesrates das Forstschäden-Ausgleichsgesetz anzuwenden. Es sieht den Erlass einer Einschlagsbeschränkung für Waldbesitzer in nicht vom Sturm betroffenen Regionen vor.
  • Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bietet bei Engpässe beim Abtransport von Holz, das durch Naturereignisse beschädigt ist, die Möglichkeit, eine Ausnahme vom Kabotageverbot zu erlassen: Ausländische Spediteure können hierdurch für einen befristeten Zeitraum Transportleistungen in Deutschland durchführen. Die Länder können zudem zeitlich befristete Ausnahmegenehmigungen erlassen und die zulässigen Gesamtgewichte für die Holztransporte von 40 auf 44 Tonnen erhöhen.

Präventionsmaßnahmen gegen Naturereignisse

Um die Wälder an den Klimawandel anzupassen und entsprechende Klimaschutzmaßnahmen im Bereich Forst und Holz zu ermöglichen, fördern Bund und Ländern bereits verschiedene Maßnahmen. Diese werden kontinuierlich fortentwickelt:

  • Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet die Forstwirtschaft verstärkt nach den Grundsätzen einer naturnahen Waldwirtschaft. Ein Kernelement ist dabei der Umbau von Nadelwaldreinbeständen, die in großem Umfang nach dem zweiten Weltkrieg entstanden sind, in standortgerechte Laub- bzw. Mischwaldbestände. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) werden mit Bundesmitteln Maßnahmen gefördert, die insbesondere auf die Anpassung der Wälder durch den Anbau von klimatoleranten Baumarten sowie auf die Herstellung einer klimaangepassten Baumartenmischung abzielen.
  • Mit dem Waldklimafonds (WKF) werden gezielt Pilotprojekte, Forschungs- und Kommunikationsmaßnahmen gefördert, die zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der deutschen Wälder an den Klimawandel beitragen.
Stand:
03.08.18

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Die Broschüre "Unser Wald – Natur aus Försterhand" informiert über den Wald und die Forstwirtschaft in Deutschland.
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Was macht Holz so besonders? Kann ich Holz aus Klima- und Naturschutzgründen noch mit gutem Gewissen nutzen?
… Die Broschüre gibt Antworten auf diese und zahlreiche andere Fragen rund um den Themenkomplex Wald, Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland.

maximale Bestellmenge 3 Exemplare

Publikationen

Wald und Rohholzpotenzial der nächsten 40 Jahre - Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Cover der Broschüre "Wald und Rohholzpotential der nächsten 40 Jahre"

Die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) weist ein potenzielles Rohholzaufkommen von jährlich 77,7 Mio. m³ Erntefestmaß im Durchschnitt der nächsten vier Jahrzehnte aus. Dabei steigt der Holzvorrat sogar noch an. Das Potenzial ist nach Baumarten getrennt im Vergleich mit der vergangenen Nutzung und mit der Vorratsentwicklung in Verbindung mit den waldbaulichen Modelleinstellungen differenziert zu bewerten. Dazu schätzt die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung die Entwicklung des Waldes und das Rohholzpotenzial für die nächsten vier Jahrzehnte als ein mögliches Szenario gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre und Erwartungen an die kommenden Jahre. Für Politiker, Verbände, Wissenschaft und Forst- und Holzwirtschaft ist sie ein Instrument zur Prüfung der Auswirkung waldbaulicher Entwicklungen und Ziele und zur Planung von Nutzung und Verarbeitung des Rohstoffes Holz und von Investitionen in dem Bereich.

Der Wald in Deutschland - ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Cover der Broschüre "Der Wald in Deutschland - ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur"

Die Bundeswaldinventur hat 11,4 Mio. Hektar Wald erfasst. Über 98 Prozent davon sind begehbar. Mit insgesamt rund 10,9 Mio. Hektar ist der sog. "Holzboden" (dauernd zur Holzproduktion verwendete Fläche) die größte Flächenkategorie (95 Prozent). Die meisten Ergebnisse der Bundeswaldinventur beziehen sich auf den Holzboden. Auf den "Nichtholzboden" entfallen die restlichen knapp 365.000 Hektar oder 3 Prozent der Waldfläche. Er erfüllt wichtige Funktionen für den Forstbetrieb (z. B. als Holzlagerplätze), für die Erholung (z. B. Waldwege) und als Lebensraum für licht- und wärmebedürftige Tier- und Pflanzenarten. Die vielfältigen Leistungen des Waldes gehen von seiner ganzen Fläche aus.

English version: The Forests in Germany - Selected Results of the Third National Forest Inventory

Natura 2000 und Wälder

Natura 2000 und Wälder

Der Auslegungsleitfaden der EU- Kommission "Natura 2000 und Wälder" Teil 1-2 ist jetzt auf Deutsch verfügbar.
Der Leitfaden beschreibt Bestimmungen von Natura 2000 in verständlicher Form und beantwortet Fragen rund um den Themenkreis Waldbewirtschaftung und Naturschutz. Das Dokument soll helfen, die Bewirtschaftung von Natura2000 Wäldern so zu optimieren, dass ein günstiger Erhaltungszustand für die mit dem Wald verbundenen Lebensräume und Arten im Rahmen von Natura 2000 erreicht wird.

Weitere Publikationen

Videos

Wälder für Menschen - Naturerbe und Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Startbild Wälder für Menschen

Der Informationsfilm des BMELV "Wälder für Menschen - Naturerbe und Wirtschaftsfaktor in Deutschland" stellt die vielfältigen Funktionen des Waldes auf interessante und anschauliche Weise dar: Ort für Freizeit, Sport und Erholung - Arbeitsplätze - Rohstoff- und Energieversorgung

Bestellung und Streaming bei den Landesfilmdiensten möglich.

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Agrarrelevante Extremwetterlagen und Möglichkeiten von Risikomanagementsystemen

Startbild für das Video „Agrarrelevante Extremwetterlagen und Möglichkeiten von Risikomanagementsystemen“

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