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"Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Wald und Holz" ; im Hintergrund ist Wald zu sehen (verweist auf: 100-Tage-Bilanz) Quelle: BMEL

Wald und Forstwirtschaft tragen zu Nachhaltigkeitszielen der Bundesregierung bei

Die Forstwirtschaft trägt dazu bei, die Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung zu erreichen. Wie kein anderer Bereich richtet sich die Forstwirtschaft auf die Bedürfnisse kommender Generationen aus - so nehmen Waldfläche wie auch Biomasse- und Holzvorräte seit Jahren trotz Nutzung zu.

Impressionen vom Waldspaziergang

Aktuelles Bild / Video

Vorstellung des Waldbeauftragter

Bundesministerin Klöckner mit dem Waldbeauftragten Cäsar vor Mikrofonen Bei einem Waldspaziergang stellt Bundeswaldministerin Julia Klöckner am 21. Juni 2018 den neuen Waldbeauftragten des BMEL, Cajus Julius Caesar vor. Auf dem Pressetermin spricht sie mit einem Vertreter vom European Forest Institute, mit Förstern des Forstamts Tegel und Medienvertretern über nachhaltige Forstwirtschaft, Klimaschutz und Waldnaturschutz. Quelle BMEL/Thomas Imo/photothek.net Hochauflösendes Bild (jpg, 5 MB)

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Vielfältiger Mehrwert des Waldes durch nachhaltige Forstwirtschaft

Der Wald in Deutschland wird nachhaltig gepflegt und genutzt. Es wird nicht mehr eingeschlagen als nachwächst. Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft umfasst sämtliche Leistungen und Funktionen des Waldes. Der nachwachsende Rohstoff Holz hat zudem eine ausgezeichnete Öko- und Klimabilanz. Die nachhaltige Holznutzung und unser Wald entlasten die Atmosphäre jährlich um rund 127 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). Sie tragen so zum Klimaschutz bei. Außerdem bietet unser Wald Arbeit und Einkommen für rund 1,1 Millionen Menschen, vor allem in ländlichen Regionen. Gleichzeitig ist der Wald Heimat vieler geschützter Tiere und Pflanzen. Der Wald schützt vor Hochwasser und reinigt das Wasser. Wälder sind natürliche Klimaanlagen, Luftfilter und zugleich ein Ort der Ruhe und Erholung.

Nachhaltige Waldwirtschaft stärken

"Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Wald und Holz" ; im Hintergrund ist Wald zu sehen Quelle: BMEL

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Klimaschutzwirkung von Wald und Holz

Wald und Holznutzungen aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind gut fürs Klima: Auf das Jahr 2014 bezogen wären die Deutschen Treibhausgasemissionen ohne die Klimawirkung von Wald und Holz um rund 14 Prozent höher ausgefallen.

In der Biomasse der nachhaltig bewirtschafteten Wälder Deutschlands sind rund 1169 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Sie sind damit dem langfristig natürlichen Kohlenstoffkreislauf entzogen. Zusätzlich bindet der deutsche Wald durch den Anteil des Zuwachses der Waldbäume, die nicht genutzt werden, jedes Jahr weitere 58 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Holz ersetzt energieintensive Produkte

Wald und Holz verstärkten die positive Klimawirkung durch den so genannten Substitutionseffekt:

  • Um Holzprodukte herzustellen (zum Beispiel Möbel oder Bauelemente), wird weniger Energie benötigt als bei vergleichbaren Produkten. Die Substitutionswirkung wird vom Thünen-Institut im stofflichen Bereich auf weitere rund 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich geschätzt.
  • Holz als Energieträger kann fossile Energieträger ersetzen. Im energetischen Bereich wird im Rahmen der Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger von rund 36 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich vermiedener Emissionen ausgegangen.

Holz ist Deutschlands bedeutendster nachwachsender Rohstoff. Es kann bereits jetzt im großen Stil energieintensive, endliche Materialien und erdölbasierte, fossile Ressourcen ersetzen – zum Beispiel beim Bauen, im Alltag oder in ganz neuen Anwendungsbereichen. Die Klimawirksamkeit von Wald und Holz zeigt, dass die Verwendung von mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft für jeden ein aktiver Beitrag für den Klimaschutz sowie zur Schonung endlicher Ressourcen ist.

Nachhaltige Forstwirtschaft integriert Naturschutz

Nachhaltige Waldbewirtschaftung beinhaltet den Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Wald in Deutschland ist hier gut aufgestellt. So zeigt der Indikator "Artenvielfalt und Landschaftsqualität" der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt für den Wald einen Zielerreichungswert von 87 Prozent - den höchsten Wert aller Teilindikatoren. Dies ist eine wesentliche Leistung der nachhaltigen Forstwirtschaft.

Gleichwohl bleibt es ein großes Ziel, spezifische Waldbiotope und Arten, die auf Kleinstlebensräume an großen und alten Bäumen sowie auf abgestorbenes Holz angewiesen sind (wie Fledermäuse und zahlreiche Insekten- und Pilzarten), weiter zu verbessern und zu erhalten. Denn zahlreiche Einflüsse von außerhalb des Waldes wirken belastend auf die biologische Vielfalt. Dazu zählen z. B. Stoffeinträge, Klimawandel, invasive fremde Arten oder die Verinselung durch immer mehr Straßen, Leitungstrassen und Windräder.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt daher integrative Ansätze für den Schutz der biologischen Vielfalt in den Wäldern in Deutschland und in Europa. Dazu gehören z.B. nachfolgende Maßnahmen:

  • Beim europaweiten Waldnaturschutz-Netzwerk INTEGRATE geht es um intelligente Konzepte, um Kleinstlebensräume für typische und oftmals gefährdete Waldarten bei der Holzernte in einer wirtschaftlich und ökologisch optimierten Weise zu fördern. Dies sind beispielsweise Rindenverletzungen, Baumhöhlen oder Totholz. Europaweit sind dazu rund 40 beispielhaft ausgewiesene Waldflächen mit wissenschaftlicher und digitaler Unterstützung zu Lehr- und Demonstrationsflächen ausgewiesen. Dort können sich Experten von Naturschutz- und Forstseite wie auch Schulen und interessierte Bürger austauschen und voneinander lernen – auf Basis konkreter Fakten und vor allem praxisnah im Wald.
  • Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) werden Maßnahmen u. a. zum naturnahen Waldumbau gefördert. Hierfür werden von Bund und Ländern jährlich rund 24 Millionen Euro eingesetzt. Durch Umbau von großflächigen Nadelbaum-Reinbeständen zu mehrstufig aufgebauten, strukturreichen Mischbeständen aus Laub- und Nadelbaumarten wird die Stabilität des Waldes erhöht. Standortangepasste Mischbestände sind auch am besten geeignet, dem Klimawandel zu begegnen.
  • Mit dem Waldklimafonds fördert der Bund mit rund 19,5 Millionen Euro im Jahr Maß-nahmen zur Anpassung der deutschen Wälder an den Klimawandel, zur Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und zur Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern sowie zur Erschließung des CO2-Minderungs-, Energie- und Substitutionspotenzials von Wald und Holz.

Bundesministerin Klöckner im Wald Bundesministerin Klöckner beim Waldspaziergang mit dem neuen Waldbeauftragten Cajus Caesar links und Andreas Schuck, European Forest Institute (EFI) rechts, Quelle: BMEL/Thomas Imo/photothek.net

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Ein Projektbrief informiert über die internationalen Projekte des BMEL zur Förderung der nachhaltigen Waldwirtschaft. Er wird jährlich aktualisiert.

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Unser Wald – Natur aus Försterhand

Titelseite der Broschüre

Die Broschüre "Unser Wald – Natur aus Försterhand" informiert über den Wald und die Forstwirtschaft in Deutschland.
Was ist eigentlich Wald? Wie steht es um den Wald in Deutschland? Wozu braucht Deutschland die Forstwirtschaft?
Was bedroht den Wald bei uns? Wie kann sich der Bürger an der Waldpolitik beteiligen?
Was macht Holz so besonders? Kann ich Holz aus Klima- und Naturschutzgründen noch mit gutem Gewissen nutzen?
… Die Broschüre gibt Antworten auf diese und zahlreiche andere Fragen rund um den Themenkomplex Wald, Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland.

maximale Bestellmenge 3 Exemplare

Publikationen

Wald und Rohholzpotenzial der nächsten 40 Jahre - Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Cover der Broschüre "Wald und Rohholzpotential der nächsten 40 Jahre"

Die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) weist ein potenzielles Rohholzaufkommen von jährlich 77,7 Mio. m³ Erntefestmaß im Durchschnitt der nächsten vier Jahrzehnte aus. Dabei steigt der Holzvorrat sogar noch an. Das Potenzial ist nach Baumarten getrennt im Vergleich mit der vergangenen Nutzung und mit der Vorratsentwicklung in Verbindung mit den waldbaulichen Modelleinstellungen differenziert zu bewerten. Dazu schätzt die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung die Entwicklung des Waldes und das Rohholzpotenzial für die nächsten vier Jahrzehnte als ein mögliches Szenario gemäß den Erfahrungen der letzten Jahre und Erwartungen an die kommenden Jahre. Für Politiker, Verbände, Wissenschaft und Forst- und Holzwirtschaft ist sie ein Instrument zur Prüfung der Auswirkung waldbaulicher Entwicklungen und Ziele und zur Planung von Nutzung und Verarbeitung des Rohstoffes Holz und von Investitionen in dem Bereich.

Der Wald in Deutschland - ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Cover der Broschüre "Der Wald in Deutschland - ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur"

Die Bundeswaldinventur hat 11,4 Mio. Hektar Wald erfasst. Über 98 Prozent davon sind begehbar. Mit insgesamt rund 10,9 Mio. Hektar ist der sog. "Holzboden" (dauernd zur Holzproduktion verwendete Fläche) die größte Flächenkategorie (95 Prozent). Die meisten Ergebnisse der Bundeswaldinventur beziehen sich auf den Holzboden. Auf den "Nichtholzboden" entfallen die restlichen knapp 365.000 Hektar oder 3 Prozent der Waldfläche. Er erfüllt wichtige Funktionen für den Forstbetrieb (z. B. als Holzlagerplätze), für die Erholung (z. B. Waldwege) und als Lebensraum für licht- und wärmebedürftige Tier- und Pflanzenarten. Die vielfältigen Leistungen des Waldes gehen von seiner ganzen Fläche aus.

English version: The Forests in Germany - Selected Results of the Third National Forest Inventory

Natura 2000 und Wälder

Natura 2000 und Wälder

Der Auslegungsleitfaden der EU- Kommission "Natura 2000 und Wälder" Teil 1-2 ist jetzt auf Deutsch verfügbar.
Der Leitfaden beschreibt Bestimmungen von Natura 2000 in verständlicher Form und beantwortet Fragen rund um den Themenkreis Waldbewirtschaftung und Naturschutz. Das Dokument soll helfen, die Bewirtschaftung von Natura2000 Wäldern so zu optimieren, dass ein günstiger Erhaltungszustand für die mit dem Wald verbundenen Lebensräume und Arten im Rahmen von Natura 2000 erreicht wird.

Weitere Publikationen

Videos

Wälder für Menschen - Naturerbe und Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Startbild Wälder für Menschen

Der Informationsfilm des BMELV "Wälder für Menschen - Naturerbe und Wirtschaftsfaktor in Deutschland" stellt die vielfältigen Funktionen des Waldes auf interessante und anschauliche Weise dar: Ort für Freizeit, Sport und Erholung - Arbeitsplätze - Rohstoff- und Energieversorgung

Bestellung und Streaming bei den Landesfilmdiensten möglich.

zum Video: Wälder für Menschen - Naturerbe und Wirtschaftsfaktor in Deutschland …

Agrarrelevante Extremwetterlagen und Möglichkeiten von Risikomanagementsystemen

Startbild für das Video „Agrarrelevante Extremwetterlagen und Möglichkeiten von Risikomanagementsystemen“

Extreme Wetterlagen wie Hitze, Dürre, Sturm, Überschwemmungen, Hagel oder Frost können der Land- und Forstwirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Während die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels relativ gut erforscht sind, liegen für die ebenfalls durch den Klimawandel bedingte und von vielen Experten erwartete Zunahme von Extremwetterlagen dagegen kaum belastbare Erkenntnisse vor, schon gar nicht regional und nach Kulturarten differenziert.

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