BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Deutsch-Chinesische Forstkooperation

Das BMEL und die Staatsforstverwaltung Chinas richten eine gemeinsame Beratungsstelle für Forstpolitik in Peking ein

Seit 2007 unterhalten das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Staatliche Forstverwaltung Chinas (State Forest Agency/SFA) ein bilaterales Abkommen über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forstwirtschaft.

Die Waldpolitik in China ist aufgrund der im weltweiten Maßstab großen Flächenausdehnung des Landes von globaler Bedeutung. Zudem hinterlässt der große Holzbedarf des Landes Spuren nichtnachhaltiger Waldnutzung in den Nachbarländern und anderen Teilen der Welt. Stabile Waldstrukturen in China dienen daher auch deutschen Interessen in der internationalen Waldpolitik. Das BMEL hat vor diesem Hintergrund positiv auf das große Interesse Chinas an der in Deutschland praktizierten nachhaltigen Waldbewirtschaftung und auf Intensivierung der Zusammenarbeit bei diesem Thema auch auf globaler Ebene reagiert.

Gemeinsame Beratungsstelle für Forstpolitik

Als nächster Schritt ist geplant, eine "Forest Policy Facility" (FPF, Beratungsstelle für Forstpolitik) als ein Kooperationsprojekt innerhalb des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums (DCZ) zu gründen, die zu gleichen Teilen von China und Deutschland getragen und finanziert wird. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am 22.01.2018 in Berlin unterzeichnet. Die Absichtserklärung erläutert Ziel, Umsetzung und vorgesehene Aktivitäten der FPF sowie die geplante Einbindung in das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum.

Zwei Männer sitzen an einem Tisch und unterschreiben eine Erklärung, neun weitere Personen stehen hinter dem Tisch Unterzeichnung der Absichtserklärung durch Herrn Parlamentarischen Staatssekretär Bleser und Herrn Vizeadministrator Ma am 22.01.2018 in Berlin, Quelle: Holger Gross

Das BMEL und die SFA haben sich zudem verständigt, die Zusammenarbeit zum Thema multifunktionale und nachhaltige Waldbewirtschaftung in ein oder zwei Pilotregionen in China zu intensivieren. Die Wirkungen sollen dabei nicht auf die ausgewählte Region beschränkt bleiben sondern auch auf die nationale Ebene zurückwirken. Vor diesem Hintergrund wurde aufgrund sehr guter Vorarbeiten und bereits bestehender wissenschaftlicher Kooperation mit deutschen Stellen die Region Shanxi ausgewählt.

Forstberater nach China entsandt

Um verschiedene Hürden, die infolge der unterschiedlichen politischen, kulturellen und verwaltungstechnischen Voraussetzungen aber auch der Größe des Landes für die Kooperation bestehen, leichter zu überwinden wurde am 1. März 2017 im Rahmen eines BMEL-Projektes ein Forstberater nach China entsandt. Er ist damit beauftragt, die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Bundesministerium und der Staatlichen Forstverwaltung Chinas mit Vor-Ort-Recherchen und vorbereitenden Gesprächen zu unterstützen. Zudem gehört es zu seinen Aufgaben, Schulungen und Workshops zu forstlichen und forstwissenschaftlichen Themen vor Ort am Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum zu organisieren. Auch für Partner außerhalb des Bundesministeriums und der State Forest Agency dient er als Ansprechpartner. Das Bundesministerium verfolgt damit das Ziel, die Wirkungen der deutschen Unterstützungsbeiträge im Forstsektor zu verbessern, teilweise auch stärker zu bündeln, und die Zusammenarbeit im Forstbereich weiter zu stärken. Der Forstberater ist - zunächst nur logistisch - am Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum angesiedelt, um Synergien mit den Tätigkeiten des Zentrums im Agrarbereich wo immer möglich nutzen zu können. Er hat einen nationalen chinesischen Experten unterstützend an der Seite. Kontakt zum Forstberater kann über das Bundesministerium aufgenommen werden.

China betreibt das größte Aufforstungsprogramm weltweit, insbesondere aufgrund der in weiten Teilen des Landes dringend benötigten Schutzwirkungen von Wäldern, zum Beispiel gegen Ausbreitung der Wüste und gegen Erosion. Zudem soll die Holzproduktion in China, die weit unter dem Potential liegt, gesteigert und auch für Bioenergienutzung erschlossen werden. Gleichzeitig sollen die Wälder künftig stabiler und vielfältiger werden. Des Weiteren läuft in Süd-China seit 1998 eine Landreform, bei der in ländlichen Regionen auf Gemeindeebene Waldbesitz an die ansässigen Familien übertragen wird. Die Landreform soll das Potential der Wälder für die Schaffung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten (Holz, Bambus, Non-Timber-Forest-Products, wie zum Beispiel Pilze, Blumen und Wildkräuter) erschließen und dadurch einen Beitrag zur Eindämmung der Landflucht leisten.

Im Rahmen dieser Entwicklungen besteht seitens China Interesse, vom Erfahrungsschatz Deutschlands vor allem in Bezug auf forstliche Verwaltungsstrukturen, Selbsthilfeeinrichtungen für Privatwald und multifunktionale Forstwirtschaft zu profitieren. Mit der Förderung eines regelmäßigen Expertenaustauschs und der wissenschaftlichen Kooperation zu diesen Themen kommt die Kooperation mit dem BMEL diesem Interesse nach.

Informationstafel in einem Wald 35-jähriger naturnaher Laubwald in Chonyi, Provinz Jiangxi, Quelle: Ralph Ridder

Zum Thema

Projekte für internationale nachhaltige Waldwirtschaft

Cover des Projektletters zur nachhaltigen Waldpolitik

Ein Projektbrief informiert über die internationalen Projekte des BMEL zur Förderung der nachhaltigen Waldwirtschaft. Er wird jährlich aktualisiert.

mehr: Projekte für internationale nachhaltige Waldwirtschaft …

Integrative Ansätze als Chance für die Erhaltung der Artenvielfalt in Wälder

Cover der Broschüre

Die Broschüre enthält eine Zusammenstellung der Ergebnisse des Forschungsprojekts Integrate. Basierend auf den Beiträgen von über siebzig renommierten Wissenschaftlern auf diesem Gebiet war es das Ziel von Integrate, die jüngsten Erkenntnisse und das beste internationale Expertenwissen über die komplexen Beziehungen, Konflikte und neu auftretenden Herausforderungen hinsichtlich der Integration des Biodiversitätsschutzes in der Waldbewirtschaftung zur Verfügung zu stellen.

In-Tree policy brief "A forest pest is not always a forest pest"

Cover Brochure

Die Studie vom BMEL geförderte Studie des Europäischen Forstinstituts (EFI) bietet ein umfassendes Bild des aktuellen Wissenstandes, nicht nur über invasive Arten, sondern über die breitere Fragestellung der Verbringung von Arten in eine neue Umgebung. Das Buch liefert einen breiten Fächer neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Einschätzungen, sowohl aus Naturschutz- als auch aus forstwissenschaftlicher Sicht, und bezieht wirtschaftliche und soziale Aspekte mit ein. Beiträge und Fallstudien von anderen Kontinenten runden das Buch ab.

Langversion (112 Megabite)

Presse

Pressemitteilungen

Reden

Publikationen

Rechtsgrundlagen

Unternavigation aller Website-Bereiche