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Die Waldübereinkunft der Vereinten Nationen

Originaltitel "Non legally binding Instrument on all Types of Forests" 1

Offizielle deutsche Sprachfassung des englischen Originaltextes, abgestimmt zwischen dem deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMVEL), dem österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und dem Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Die Mitgliedsstaaten 2

in Anerkennung der Tatsache, dass Wälder und Bäume außerhalb von Wäldern vielfachen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nutzen bieten, und unter Betonung der Tatsache, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung und zur Armutsbekämpfung beiträgt;

in Erinnerung an die "Nicht rechtsverbindliche, maßgebliche Darlegung von Grundsätzen eines weltweiten Konsenses über Bewirtschaftung, Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Waldarten"; Kapitel 11 der Agenda 21; die Handlungsvorschläge des Zwischenstaatlichen Waldpanels und des Zwischenstaatlichen Waldforums; die Resolutionen und Entscheidungen des Waldforums der Vereinten Nationen; die Johannesburg-Deklaration über Nachhaltige Entwicklung und den Umsetzungsplan des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung; den Monterrey-Konsens der Internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung; die auf internationaler Ebene vereinbarten Entwicklungsziele, einschließlich der Millenniums-Entwicklungsziele, die Schlussfolgerungen des UN-Weltgipfels 2005 und die vorhandenen internationalen rechtsverbindlichen Instrumente in Bezug auf Wälder;

erfreut über die Errungenschaften der Internationalen Vereinbarung über Wälder seit ihrer Einführung durch Resolution 2000/35 des Wirtschafts- und Sozialrates vom 18. Oktober 2000 und in Erinnerung an die in Resolution 2006/49 des Wirtschafts- und Sozialrates vom 28. Juli 2006 beschlossene Stärkung der Internationalen Vereinbarung über Wälder;

in Bekräftigung ihrer Verpflichtung zur Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung, die unter anderem festhält, dass die Staaten im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen und den Grundsätzen des Völkerrechts das souveräne Recht haben, ihre eigenen Ressourcen entsprechend ihrer eigenen Umwelt- und Entwicklungspolitik zu nutzen, und die Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass die Tätigkeiten unter ihrer Hoheitsgewalt oder Kontrolle der Umwelt anderer Staaten oder Gebiete außerhalb der nationalen Hoheitsgewalt keinen Schaden zufügen, sowie in Bekräftigung ihrer Verpflichtung zu den gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten der Staaten, die in Grundsatz 7 der Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung dargelegt sind;

in Anerkennung der Tatsache, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung als ein dynamisches und sich entwickelndes Konzept das Ziel verfolgt, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Werte aller Arten von Wäldern zum Wohle gegenwärtiger und künftiger Generationen zu erhalten und zu verbessern;

In Besorgnis über die fortschreitende Entwaldung und Walddegradation sowie über die nur geringe Rate der Aufforstung, der Wiederherstellung der Waldbedeckung und der Wiederaufforstung und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Volkswirtschaften, die Umwelt, einschließlich der biologischen Vielfalt, und den Lebensunterhalt von mindestens einer Milliarde Menschen sowie auf ihr kulturelles Erbe, und unter Betonung des Bedarfs einer wirksameren Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung auf allen Ebenen, um diese entscheidenden Herausforderungen anzugehen;

in Anerkennung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder und die nachhaltige Waldbewirtschaftung sowie des Beitrages, den die Wälder bei Maßnahmen gegen den Klimawandel leisten;

in Bekräftigung der besonderen Bedürfnisse und Erfordernisse der Länder mit empfindlichen Waldökosystemen, einschließlich jene der Länder mit geringer Waldbedeckung;

unter Hervorhebung der Notwendigkeit, das politische Engagement und die gemeinschaftlichen Anstrengungen auf allen Ebenen zu stärken, Wälder in nationale und internationale Entwicklungsagenden aufzunehmen, die Koordinierung der nationalen Politik und die internationale Zusammenarbeit zu verbessern sowie die sektorübergreifende Koordinierung auf allen Ebenen zur wirksamen Umsetzung der nachhaltigen Bewirtschaftung aller Arten von Wäldern zu fördern;

unter Betonung der Tatsache, dass die wirksame Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in entscheidendem Maße von ausreichenden Mitteln, einschließlich Finanzierung, Ausbau von Kapazitäten und Transfer von umweltverträglichen Technologien, abhängt, und insbesondere in Anerkennung der Notwendigkeit der Mobilisierung erhöhter Finanzmittel, einschließlich solcher aus innovativen Quellen, für Entwicklungsländer, einschließlich der am wenigsten entwickelten Länder, der Entwicklungsländer ohne Zugang zum Meer und der kleinen Inselstaaten unter den Entwicklungsländern, sowie für Länder mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen;

unter Betonung der Tatsache, dass die Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung auch in entscheidendem Maße von guter Regierungsführung auf allen Ebenen abhängt;

in Kenntnis, dass die Bestimmungen dieses Instruments die völkerrechtlichen Rechte und Pflichten der Mitgliedsstaaten nicht beeinträchtigen;

haben sich zu Folgendem verpflichtet:

I. Zweck

1. Zweck dieses Instruments ist es,

(a) das politische Engagement und Handeln auf allen Ebenen zu stärken, um die nachhaltige Bewirtschaftung aller Arten von Wäldern wirksam umzusetzen und die gemeinsamen globalen Ziele für die Wälder zu erreichen,

(b) den Beitrag der Wälder zur Erreichung der auf internationaler Ebene vereinbarten Entwicklungsziele, einschließlich der Millenniums-Entwicklungsziele, zu erhöhen, insbesondere im Hinblick auf Armutsbeseitigung und ökologische Nachhaltigkeit,

(c) einen Rahmen für nationales Handeln und internationale Zusammenarbeit zu schaffen.

II. Grundsätze

2. Die Mitgliedsstaaten sollten die folgenden Grundsätze beachten, die auf der Rio-Deklaration 3 über Umwelt und Entwicklung und der Waldgrundsatzerklärung von Rio aufbauen:

(a) Dieses Instrument ist freiwillig und nicht rechtsverbindlich.

(b) Jeder Staat ist für die nachhaltige Bewirtschaftung seiner Wälder und die Durchsetzung seiner waldbezogenen Gesetze verantwortlich.

(c) Die in der Agenda 21 genannten wichtigen Gruppen 4, die Gemeinden, die Waldbesitzer und andere relevante Interessengruppen tragen zur Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung bei und sollten auf transparente und partizipative Weise in waldbezogene Entscheidungsprozesse, die sie betreffen, sowie in die Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung einbezogen werden im Einklang mit der nationalen Gesetzgebung.

(d) Das Erreichen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung hängt, insbesondere in Entwicklungsländern und in Ländern mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen, von deutlich aufgestockten neuen und zusätzlichen Finanzmitteln aus allen Quellen ab.

(e) Das Erreichen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung hängt ebenso von einer guten Regierungsführung auf allen Ebenen ab.

(f) Die internationale Zusammenarbeit, einschließlich finanzieller Unterstützung, Technologietransfer, Ausbau von Kapazitäten und Bildung, wirkt als entscheidender Katalysator bei der Unterstützung der Bemühungen aller Länder, insbesondere der Entwicklungsländer und der Länder mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen, nachhaltige Waldwirtschaft zu erreichen.

III. Umfang

3. Dieses Instrument gilt für alle Arten von Wäldern.

4. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung als dynamisches und sich entwickelndes Konzept verfolgt das Ziel, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Werte aller Arten von Wäldern zum Wohle gegenwärtiger und künftiger Generationen zu erhalten und zu verbessern.

IV. Globale Ziele für Wälder

5. Die Mitgliedsstaaten bekräftigen die nachfolgenden gemeinsamen, globalen Ziele für Wälder sowie ihre Verpflichtung, auf globaler, regionaler und nationaler Ebene auf das Erreichen dieser Ziele bis zum Jahr 2015 hinzuarbeiten:

Globales Ziel Nr. 1

Umkehr des weltweiten Waldverlusts durch nachhaltige Waldbewirtschaftung, einschließlich Schutz, Wiederherstellung, Aufforstung und Wiederaufforstung, und erhöhte Bestrebungen, eine Degradation der Wälder zu verhindern;

Globales Ziel Nr. 2

Steigerung des von den Wäldern ausgehenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Nutzens, unter anderem durch Verbesserung der Lebensgrundlagen für die Menschen, die vom Wald abhängig sind;

Globales Ziel Nr. 3

Deutliche Vergrößerung der Fläche der geschützten Wälder weltweit und anderer nachhaltig bewirtschafteter Waldflächen sowie des Anteils von Waldprodukten aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern;

Globales Ziel Nr. 4

Umkehr des Rückgangs offizieller Entwicklungshilfe für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Mobilisierung deutlich erhöhter, neuer und zusätzlicher finanzieller Mittel aus allen Bereichen für die Umsetzung nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

V. Nationale Politiken und Maßnahmen

6. Um den Zweck dieses Instruments unter Berücksichtigung nationaler Politiken, Prioritäten, Gegebenheiten und verfügbarer Ressourcen zu erreichen, sollten die Mitgliedsstaaten:

(a) nationale Waldprogramme oder andere Strategien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung entwickeln, umsetzen, veröffentlichen und, wenn nötig, aktualisieren, welche den notwendigen Handlungsbedarf aufzeigen und Maßnahmen, Politiken oder spezifische Ziele beinhalten unter Berücksichtigung der relevanten Handlungsvorschläge des Zwischenstaatlichen Waldpanels und des Zwischenstaatlichen Waldforums sowie der Resolutionen des Waldforums der Vereinten Nationen;

(b) die sieben thematischen Elemente 5 der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die von den Kriterien der bestehenden Kriterien- und Indikatorenprozesse abgeleitet wurden, als Referenzrahmen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung beachten und in diesem Zusammenhang gegebenenfalls spezifische ökologische und andere waldbezogene Aspekte innerhalb dieser Elemente ermitteln, die als Kriterien und Indikatoren für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in Betracht kommen;

(c) den Einsatz von Managementinstrumenten zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Projekten, die Wälder beeinträchtigen können, sowie eine gute Umweltpraxis für solche Projekte fördern;

(d) Politiken, welche die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern zur Bereitstellung einer großen Bandbreite von Gütern und Dienstleistungen fördern und zur Verringerung der Armut und zur Entwicklung ländlicher Gemeinden beitragen, entwickeln und anwenden;

(e) die effiziente Produktion und Verarbeitung von Waldprodukten fördern, u. a. im Hinblick auf Abfallreduzierung und verbessertes Recycling;

(f) den Schutz und die Anwendung von traditionellem waldbezogenen Wissen sowie Praktiken im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit Zustimmung und unter Beteiligung der Träger dieser Kenntnisse unterstützen und die faire und gerechte Aufteilung der aus der Nutzung dieser Kenntnisse entstehenden Vorteile gemäß der nationalen Gesetzgebung und entsprechenden internationalen Abkommen fördern;

(g) die Kriterien und Indikatoren für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung entsprechend den nationalen Prioritäten und Gegebenheiten weiterentwickeln und anwenden;

(h) mithilfe eines Rahmens von Politiken, Anreizen und Regelungen günstige Rahmenbedingungen zur Förderung von privatwirtschaftlichen Investitionen sowie zur Förderung von Investitionen durch und der Einbeziehung von ortsansässige(n) und indigene(n) Gemeinschaften, andere(n) Waldnutzer in die nachhaltige Waldbe-wirtschaftung (n) und Waldbesitzer(n) sowie andere(n) maßgebliche(n) Interessengruppen schaffen;

(i) Finanzstrategien entwickeln, welche die kurz-, mittel- und langfristige Finanzplanung zur Erreichung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung unter Berücksichtigung nationaler, privatwirtschaftlicher und ausländischer Geldquellen skizzieren;

(j) die Anerkennung der Wertevielfalt der aus allen Arten von Wäldern und von Bäumen außerhalb von Wäldern bereitgestellten Güter und Dienstleistungen fördern sowie die Möglichkeiten, diese Werte auf dem Markt in Übereinstimmung mit den entsprechenden nationalen Gesetzen und Politiken zum Ausdruck zu bringen;

(k) Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der sektorübergreifenden Politik- und Programmkoordinierung zwischen den Sektoren, welche die Waldpolitik und die Waldbewirtschaftung betreffen und von ihr betroffen sind, identifizieren und umsetzen mit dem Ziel, den Waldsektor in nationale Entscheidungsfindungsprozesse zu integrieren und die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu fördern, welches unter anderem die Bewältigung der Ursachen für die Entwaldung, der Walddegradation sowie die Förderung der Walderhaltung einschließt;

(l) die unter Nr. 6 (a) dieses Instrumentes genannten nationalen Waldprogramme oder anderen Strategien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in nationale Strategien für die nachhaltige Entwicklung, relevante nationale Aktionspläne und Armutsbekämpfungsstrategien integrieren;

(m) Partnerschaften, einschließlich öffentlich-privater Partnerschaften, sowie gemeinsame Programme mit Interessengruppen aufbauen oder stärken, um die Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung voranzubringen;

(n) die waldbezogene Gesetzgebung überprüfen und gegebenenfalls verbessern, die Durchsetzung der Waldgesetze stärken und die gute Regierungsführung auf allen Ebenen fördern, um die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu unterstützen, förderliche Rahmenbedingungen für waldrelevante Investitionen zu schaffen und im Waldsektor und in anderen verwandten Sektoren illegale Praktiken in Übereinstimmung mit der nationalen Gesetzgebung zu bekämpfen und dauerhaft zu beseitigen;

(o) die Ursachen für die Bedrohung der Gesundheit und der Vitalität der Wälder durch Naturkatastrophen und menschliche Aktivitäten, einschließlich der Bedrohungen durch Feuer, Umweltverschmutzung, Schädlinge, Krankheiten und invasive gebietsfremde Arten, analysieren und angehen;

(p) Netzwerke von geschützten Waldgebieten durch eine Reihe von Erhaltungsmechanismen, die innerhalb und außerhalb von geschützten Waldgebieten angewandt werden, schaffen, entwickeln oder erweitern und unterhalten unter Berücksichtigung der Bedeutung der Erhaltung repräsentativer Wälder;

(q) den Zustand und die Wirksamkeit der Bewirtschaftung bestehender geschützter Waldgebiete beurteilen mit dem Ziel, Verbesserungsbedarf zu erkennen;

(r) den Beitrag von Wissenschaft und Forschung zum Voranbringen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch Einbezug von Expertenwissen in Waldpolitiken und -programme stärken;

(s) die Entwicklung und Anwendung von wissenschaftlichen und technologischen Innovationen fördern, einschließlich derer, die von Waldbesitzern und ortsansässigen und indigenen Gemeinschaften zum Voranbringen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung genutzt werden können;

(t) das öffentliche Verständnis für die Wichtigkeit und den Nutzen der Wälder und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung fördern und stärken, u. a. durch Programme zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und durch Bildung;

(u) den Zugang zu formellen und informellen Bildungs-, Beratungs- und Aus- und Weiterbildungsprogrammen im Bereich der Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung fördern und anregen;

(v) Bildungs-, Beratungs- sowie Aus- und Weiterbildungsprogramme unterstützen, welche ortsansässige und indigene Gemeinschaften, Waldarbeiter und Waldbesitzer einbeziehen, mit dem Ziel, Ansätze zur Bewirtschaftung von Ressourcen zu entwickeln, die den Druck auf die Wälder, insbesondere empfindliche Ökosysteme, verringern;

(w) die aktive und wirksame Beteiligung der wichtigen Gruppen, der ortsansässigen Gemeinschaften, Waldbesitzer und anderer relevanter Interessengruppen an der Entwicklung, Umsetzung und Beurteilung von waldbezogenen nationalen Politiken, Maßnahmen und Programme fördern;

(x) die Privatwirtschaft, Organisationen der Zivilgesellschaft und Waldbesitzer dazu ermutigen, in transparenter Weise freiwillige Instrumente zu entwickeln, zu fördern und umzusetzen, wie z.B. freiwillige Zertifizierungssysteme oder andere geeignete Mechanismen, für die Entwicklung und Förderung von Waldprodukten aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, die in Übereinstimmung mit der nationalen Gesetzgebung gewonnen wurden, sowie für die Verbesserung der Markttransparenz;

(y) Haushalten, Kleinwaldbesitzern und den vom Wald abhängigen ortsansässigen und indigenen Gemeinschaften, die in und außerhalb von Waldgebieten leben, den Zugang zu Waldressourcen und relevanten Märkten verbessern, um so ihre Existenz und die Einkommensdiversifizierung aus der Waldbewirtschaftung in Übereinstimmung mit der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu unterstützen.

VI. Internationale Zusammenarbeit und Mittel zur Umsetzung

7. Um den Zweck dieses Instruments zu erreichen, sollten die Mitgliedsstaaten:

(a) gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um ein anhaltendes Engagement auf hoher politischer Ebene zur Stärkung der Mittel zur Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, einschließlich der finanziellen Mittel, zu gewährleisten, um insbesondere Entwicklungsländer und Länder mit im Übergang befindlichen Wirt-schaftssystemen zu unterstützen sowie um deutlich aufgestockte neue und zusätzliche Finanzmittel aus privaten, öffentlichen, inländischen und ausländischen Quellen für und innerhalb von Entwicklungsländern und Ländern mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen zu mobilisieren und bereitzustellen;

(b) den Rückgang der offiziellen Entwicklungshilfe für die nachhaltige Waldbewirtschaftung umkehren und deutlich aufgestockte neue und zusätzliche Finanzmittel aus allen Quellen für die Umsetzung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung mobilisieren;

(c) Maßnahmen zur Erhöhung des Stellenwerts der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in den nationalen Entwicklungsplänen und anderen Plänen, einschließlich Strategien zur Armutsbekämpfung, ergreifen, um eine erhöhte Zuweisung von offizieller Entwicklungshilfe und Finanzmitteln aus anderen Quellen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu ermöglichen;

(d) positive Anreize zur Reduzierung des Waldrückgangs, zur Förderung der Wiederaufforstung, der Aufforstung und Sanierung geschädigter Wälder, zur Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und zur Vergrößerung geschützter Waldflächen, insbesondere für Entwicklungsländer und Länder mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen, entwickeln und anwenden;

(e) die Bemühungen von Ländern, insbesondere von Entwicklungsländern und Ländern mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen, unterstützen, wirtschaftlich, sozial und ökologisch verträgliche Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, die als Anreiz für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dienen;

(f) die Kapazität von Ländern, insbesondere von Entwicklungsländern, zur deutlichen Erhöhung der Produktion von Waldprodukten aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stärken;

(g) die bilaterale, regionale und internationale Zusammenarbeit verbessern, um den Handel mit Waldprodukten, die aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Ü-bereinstimmung mit der nationalen Gesetzgebung gewonnen wurden, zu fördern;

(h) die bilaterale, regionale und internationale Zusammenarbeit verbessern, um durch Förderung der Durchsetzung von Waldgesetzen und guter Regierungsführung auf allen Ebenen den internationalen illegalen Warenverkehr mit Waldprodukten anzugehen,

(i) durch eine verbesserte bilaterale, regionale und internationale Zusammenarbeit die Fähigkeit der Länder stärken zur wirksamen Bekämpfung des illegalen internationalen Warenverkehrs mit Waldprodukten, einschließlich Holz, wildlebender Pflanzen und Tiere und anderer biologischer Ressourcen der Wälder;

(j) durch verbesserte öffentliche Bewusstseinsbildung, Bildung, Ausbau institutioneller Kapazitäten, Technologietransfer, technische Zusammenarbeit, Rechtsdurchsetzung und Informationsnetzwerke die Fähigkeit der Länder stärken, waldbezogene illegale Praktiken gemäß der nationalen Gesetzgebung anzugehen, einschließlich Wilderei;

(k) den Zugang zu und den Transfer von geeigneten, umweltverträglichen und innovativen Technologien und dem dazugehörigen Know-how im Bezug auf die nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine effiziente wertschöpfende Verarbeitung von Waldprodukten verbessern und erleichtern, insbesondere für Entwicklungsländer zum Wohle der ortsansässigen und indigenen Gemeinschaften;

(l) Mechanismen stärken, die den zwischenstaatlichen Austausch und die Anwendung bewährter Verfahren im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung verbessern, unter anderem durch Informations- und Kommunikationstechnologien auf Freeware-Basis;

(m) nationale und lokale Kapazitäten im Einklang mit ihren Bedingungen für die Entwicklung und Anpassung waldbezogener Technologien stärken, einschließlich Technologien für die Verwendung von Brennholz;

(n) durch geeignete internationale, regionale und nationale Institutionen und Prozesse die internationale technische und wissenschaftliche Kooperation, einschließlich der Süd-Süd-Kooperation und der Dreieckskooperation im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung fördern;

(o) die Forschung und die wissenschaftlichen waldbezogenen Kapazitäten von Entwicklungsländern und Ländern mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen verbessern, insbesondere die Kapazität von Forschungseinrichtungen zur Erzeugung von und zum Zugriff auf waldbezogene(n) Daten und Informationen, und die integrierte und interdisziplinäre Forschung zu waldbezogenen Themen fördern und unterstützen sowie die Forschungsergebnisse verbreiten;

(p) die waldbezogene Forschung und Entwicklung in allen Regionen, insbesondere in Entwicklungsländern und Ländern mit im Übergang befindlichen Wirtschaftssystemen, durch relevante Organisationen, Institutionen und Spitzenforschungszentren sowie durch globale, regionale und subregionale Netzwerke stärken;

(q) Kooperationen und Partnerschaften auf regionaler und subregionaler Ebene zur Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung stärken;

(r) als Mitglieder der Leitungsgremien der Organisationen, die die Gemeinsame Partnerschaft zu Wäldern (CPF) bilden, gewährleisten helfen, dass die waldbezogenen Prioritäten und Programme der Mitglieder der Gemeinsamen Partnerschaft zu Wäldern im Einklang mit ihren Mandaten integriert sind und sich gegenseitig unterstützen unter Berücksichtigung von relevanten Politikempfehlungen des Waldforums der Vereinten Nationen;

(s) die Bemühungen der CPF um die Entwicklung und Durchführung gemeinsamer Initiativen unterstützen.

VII. Überwachung, Bewertung und Berichterstattung

8. Die Mitgliedsstaaten sollten die Fortschritte in Richtung der Erreichung des Zwecks dieses Instruments überwachen und bewerten.

9. Die Mitgliedsstaaten sollten auf freiwilliger Basis, unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Ressourcen und der Erfordernisse und Bedingungen bezüglich der Anfertigung von Berichten für andere Einrichtungen oder Instrumente, nationale Fortschrittsberichte als Teil ihrer regulären Berichterstattung gegenüber dem Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF) einreichen.

VIII. Arbeitsmodalitäten

10. Das UNFF sollte die Umsetzung dieses Instruments im Rahmen seines mehrjährigen Arbeitsprogramms angehen.

Fußnoten

1 Beschluss der 7. Sitzung des Waldforums der Vereinten Nationen, New York, 27. April 2007. Angenommen durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 17. Dezember 2007.

2 Bezieht sich auf die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen

3 Nicht rechtsverbindliche maßgebliche Darlegung von Grundsätzen eines weltweiten Konsenses über Bewirtschaftung, Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Waldarten

4 "Die in der Agenda 21 genannten wichtigen Gruppen" sind Frauen, Kinder und Jugendliche, indigene Bevölkerungsgruppen und ihre Gemeinschaften, nicht-staatliche Organisationen, Gemeinden, Arbeitnehmer und Gewerkschaften, Privatwirtschaft, Wissenschaft und Technik sowie Bauern.

5 (a) Ausmaß der Waldressourcen, (b) Biologische Vielfalt der Wälder, (c) Gesundheit und Vitalität der Wälder, (d) Nutzfunktionen der Waldressourcen, (e) Schutzfunktionen der Waldressourcen, (f) sozioökonomische Funktionen der Wälder, (g) gesetzlicher, politischer und institutioneller Rahmen

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