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Die Waldübereinkunft der Vereinten Nationen

Im April 2007 wurde unter maßgeblicher Beteiligung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ein Meilenstein in den internationalen Verhandlungen beim Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF) gesetzt.

In der internationalen Waldübereinkunft wird erstmals eine weltweit gültige Definition nachhaltiger Waldbewirtschaftung festgelegt, die deutlich über die reine Holznutzung hinausgeht und Aspekte der Nachhaltigkeit mit einbezieht:

'Die nachhaltige Waldbewirtschaftung als dynamisches und sich entwickelndes Konzept verfolgt das Ziel, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Werte aller Arten von Wäldern zum Wohle gegenwärtiger und künftiger Generationen zu erhalten und zu verbessern.'

Eine solche Definition scheiterte über viele Jahre an einer Reihe von Staaten, die dies als Einmischung in ihr souveränes Recht zur Nutzung ihrer nationalen Ressourcen angesehen und daher vehement abgelehnt haben. Gerade die EU hatte dies jedoch zur Kernforderung erhoben. Die Definition wird weiter präzisiert durch Bezugnahme auf die sieben international abgestimmten Kernkriterien für die forstliche Nachhaltigkeit:

  1. Waldfläche
  2. Biologische Vielfalt der Wälder
  3. Gesundheitszustand der Wälder
  4. Produktionsfunktion der Wälder
  5. Schutzfunktion der Wälder
  6. Sozio-ökonomische Funktionen der Wälder
  7. Rechtlicher, politischer und institutioneller Rahmen.

Dem umfassenden Ansatz der Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung folgend umfassen auch die nationalen Verpflichtungen der Waldübereinkunft sowohl

  • die Waldnutzung wie auch
  • den Waldschutz sowie
  • soziale Aspekte.

Beispiele hierfür sind:

  • eine effizientere und damit Ressourcen schonende Holzverarbeitung,
  • die Bewertung und Vermarktung anderer Waldprodukte als Holz (zum Beispiel Früchte, Honig, Medizinalpflanzen),
  • die Einrichtung von Netzwerken von Waldschutzgebieten
  • oder die Partizipation der lokalen Bevölkerung bei Politikentscheidungen und Planungen.

Obgleich rechtlich unverbindlich birgt die Waldübereinkunft das Potenzial, eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder - im umfassenden Sinn wie es die Waldübereinkunft festlegt - weltweit voranzubringen. Dies bestätigten von BMEL geförderte und durch FAO durchgeführte Pilotprojekte. Eine aktuelle Evaluierung hat jedoch gezeigt, dass die Staatengemeinschaft dieses Potential nicht ausreichend genutzt hat. Das Waldforum der Vereinten Nationen hat daher in seiner Sitzung im Mai 2015 beschlossen, die Anstrengungen zur Umsetzung der Waldübereinkunft zu verstärken (Wichtige Waldbeschlüsse bei den Vereinten Nationen).

Stand:
21.05.15

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