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Eine halb gerodete Palmölplantage Quelle: stock.adobe.com - ThKatz

Agrarproduktion ohne Waldzerstörung

Einer der größten Treiber von Waldzerstörungen weltweit ist die ungeregelte Umwandlung von Naturwäldern zu Agrarflächen. Betroffen sind vor allem Wälder in den Tropen. Für einen erfolgreichen internationalen Waldschutz müssen Agrarrohstoffe möglichst nachhaltig produziert werden. Das heißt auch: ohne Waldflächen zu zerstören.

Die Nachfrage und der Verbrauch in der EU, den USA und China gelten neben dem Eigenkonsum in den Erzeugerländern und -regionen als wichtige Antriebsfaktoren. Aus diesem Grund engagieren sich immer mehr Unternehmen für Waldschutz, indem sie sich verpflichten, ausschließlich "entwaldungsfreie", zertifizierte Agrarrohstoffe zu kaufen. Eine Zertifizierung erfolgt meist nach anerkannten Nachhaltigkeitsstandards.

Die New Yorker Walderklärung vom September 2014: Deutschland hat sich gemeinsam mit knapp 180 weiteren Regierungen, Unternehmen und Vertretern der Zivilgesellschaft unter anderem verpflichtet, bis 2020 Entwaldung aus den Lieferketten globaler Agrarrohstoffe zu eliminieren.

Die "Amsterdam-Erklärungen" vom Dezember 2015 zur Förderung nachhaltiger Lieferketten von Agrarrohstoffen und von Nachhaltigkeit bei Palmöl: In der "Amsterdam-Gruppe" haben sich Deutschland, die Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Frankreich und Italien als Vordenker zum Thema "entwaldungsfreie Lieferketten" zusammengeschlossen. Vorrangiges Ziel während des derzeitigen deutschen Vorsitzes ist es, den Wissensaustausch der Initiativen zu Palmöl, Kakao und Soja zu fördern und damit Anstöße für deren Weiterentwicklung zu geben.

Das BMEL fördert solche privatwirtschaftlichen Initiativen insbesondere bei Soja, Palmöl und Kakao. Erfolgreiche Ansätze zeigen vor allem das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und das Forum Nachhaltiger Kakao (FNK). Ziel ist es, dem landwirtschaftlichen Sektor in Erzeugerländern mehr Anreize zum Walderhalt zu setzen und eine walderhaltende, nachhaltigere Flächennutzung zu fördern. Die BMEL-Initiativen werden ergänzt durch entwicklungspolitische Maßnahmen des Bundesministeriums für Entwicklungszusammenarbeit (BMZ) zur Unterstützung der Erzeugerländer.

Um den Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Rohstoffinitiativen zusätzlich zu fördern, richteten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Juni 2017 die internationale Konferenz "Nachhaltige und entwaldungsfreie Lieferketten in Berlin aus. Als Ergebnis des Erfahrungsaustauschs zwischen über 120 Vertretern von Firmen, firmenübergreifender Initiativen und der Politik wurden zehn Schlussfolgerungen erarbeitet.

Die Maßnahmen Deutschlands sind eingebettet in politische Zielsetzungen auf internationaler und EU-Ebene (siehe Kasten). So fordern die 7 Unterzeichnerstaaten der Amsterdam-Gruppe im Agrar- und im Umweltrat der Europäischen Union einen EU-Aktionsplan gegen die Entwaldung. Eine Machbarkeitsstudie dazu liegt seit Anfang 2018 vor (hier bitte link auf das Dokument). Konkrete Vorschläge der KOM werden in der Folge erwartet.

Stand:
26.03.18

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