EU-Projekttag: Klöckner im Dialog mit Nachwuchs

Bundesministerin und Berufsschüler tauschen sich zu Europa-Themen aus

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat sich zum EU-Projekttag der Bundesregierung mit Schülerinnen und Schülern der größten Agrarschule Deutschlands ausgetauscht. In der Peter-Lenné-Schule in Berlin-Zehlendorf sprach die Bundesministerin mit mehr als 90 jungen Menschen, die in einem der Grünen Berufe arbeiten wollen.

Themen der Diskussion waren die nächste Europawahl, aktuelle Entwicklungen in Europa, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und deren Reform, die Düngeverordnung und der Tierschutz.

Die Gemeinsame Agrarpolitik prägt den Alltag in den meisten Grünen Berufen. Klöckner sagte dazu: "Gäbe es die GAP nicht, sie müsste heute erfunden werden." Politik und Gesellschaft seien nie fertig, und die GAP könne es leisten, dass Stadt und Land zusammenfinden.

"Geschenk Europa"

Klöckner rief zur Wertschätzung der Europäischen Union (EU) auf: "Wir haben mit Europa ein Geschenk - und da ist es wie immer mit Geschenken: Manchmal passt es, manchmal nicht, aber man will nicht drauf verzichten." Auch Demokratie sei ein "Riesen-Geschenk", und gleichzeitig müsse man jeden Tag dafür kämpfen - gemeinsam mit anderen, nicht allein.

Rechte Bewegungen in Europa - darauf zielten auch Fragen der Schülerinnen und Schüler ab. Klöckner sagte: Extremisten falle immer nur auf, wogegen sie sind - aber nie, wofür sie sind. Die Bundesministerin ergänzte: "Wer sich abgehängt und nicht wertgeschätzt fühlt, der radikalisiert sich." Europa stehe für ein friedliches Zusammenleben "im Wertekanon".

Mehr Tierschutz, EU-weit

Bundesministerin Julia Klöckner im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern. Bundesministerin Klöckner: EU-Projekttag an Schulen
Bundesministerin Julia Klöckner beim EU-Projekttag an der Peter-Lenné-Schule in Berlin © BMEL/Photothek

Tierschutz und Glyphosat waren zwei weitere Themen der gemeinsamen Diskussion. Klöcker sagte, ihr Ziel sei es, das Niveau des Tierschutzes EU-weit anzuheben: "Wir stoßen in der gesamten EU eine Debatte an, um europaweit ein Umdenken beim Tierschutz zu erreichen." In Bezug auf den umstrittenen Wirkstoff erklärte die Bundesministerin: "Wir müssen Glyphosat ersetzlich machen.". Dafür brauche man Alternativen - und dafür wiederum Forschung.

Die Berliner Schülerinnen und Schüler brachten in der etwa einstündigen Veranstaltung auch ein europaweites Pfandsystem ins Spiel, fragten kritisch nach den Subventionen für Soja und Palmöl, sprachen das Vorgehen des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) gegen die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Studien an und äußerten sich zur Verschwendung von Lebensmitteln.

Grüne Berufe im Fokus

Am Oberstufenzentrum Natur und Umwelt werden mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler in Berufen wie Gartenbau, Friedhofsgärtner, Tierpfleger oder Agrartechnik ausgebildet und qualifiziert. Die Schule hat sich die Förderung von ökologischem Handeln und Nachhaltigkeit zum Ziel gesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hate den EU-Projekttag initiiert, um bei jungen Menschen Interesse für die Europäische Union (EU) zu wecken und sie darüber zu informieren. Seit 2007 besuchen Politikerinnen und Politiker bundesweit Schulen und diskutieren mit Jugendlichen zu Europa-Themen.

Erschienen am im Format Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Agrar­zah­lun­gen 2019 ver­öf­fent­licht (Thema:EU-Agrarpolitik)

Im Rahmen der europäischen Transparenz-Initiative sind die EU-Mitgliedstaaten gemeinschaftsrechtlich verpflichtet, Informationen über die Empfänger der Gemeinschaftsmittel aus den EU-Agrarfonds spätestens zum 31. Mai jeden Jahres nachträglich für das vergangene EU-Haushaltsjahr im Internet zu veröffentlichen.

Mehr

Ein­satz des BMEL für nach­hal­ti­gen Ka­kao (Thema:Nachhaltigkeit)

Für Deutschland, einen der größten Exporteure von Schokoladenprodukten weltweit, spielt der Agrarrohstoff Kakao wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Knapp zehn Prozent der Weltkakaoernte wird allein in Deutschland verarbeitet. Es ist daher hilfreich, den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos in der Wertschöpfungskette sowie dessen Verfügbarkeit und Qualität langfristig zu sichern.

Mehr

Grund­sät­ze der Zu­sam­men­ar­beit mit den Län­dern Afri­kas (Thema:Internationale Beziehungen)

Schwerpunktländer der Zusammenarbeit mit Afrika sind Äthiopien, Côte d‘Ivoire, Kenia, Marokko, Sambia und Südafrika.

Mehr

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.