Lebensministerium mit digitalem Selbstverständnis

Mit der Neustrukturierung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft setzt Bundesministerin Julia Klöckner neue Schwerpunkte: Digitalisierung, Ernährung für Kinder und Senioren, Politik gegen Hunger, das Ehrenamt im ländlichen Raum und Bürokratieabbau.

Das neue Leitbild: Digitalisierung nutzen für mehr Tierwohl, Umwelt- und Verbraucherschutz.

Mit der Umstrukturierung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft will die Bundesministerin einen Modernisierungsschub für die Themen ländliche Entwicklung, Ernährungspolitik, Politik gegen Hunger und damit auch Bekämpfung von Fluchtursachen moderne, nachhaltige Landwirtschaft und Bürokratieabbau setzen.

Entscheidend dafür ist eine deutlich stärkere Förderung digitaler Lösungen sowie Erleichterungen für Landwirte, Unternehmen und Verbraucher.

Im Bereich Digitalisierung wird Klöckner zwei neue Referate aufbauen: Digitalisierung in ländlichen Räumen und Anwendung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Zudem wird es in jeder Abteilung einen Digitalisierungsreferenten geben, dessen Bewertungen von einem Digitalisierungsbeauftragten zusammengeführt werden. Die digitalen Entwicklungen in der Ernährungs-, Fischerei-, Land- und Forstwirtschaft sind rasant. Fragen nach Datenhoheit, Schnittstellen und Vernetzungen sind vielfältig. Deshalb muss ein modernes Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium vorausschauend den Überblick über Entwicklungen haben, Bewertungen und Impulssetzungen vornehmen. Denn mithilfe der Digitalisierung ist zum Beispiel die Präzisionslandwirtschaft ein Weg, um den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemittel genauer und damit sparsamer zu gestalten oder um das Tierwohl zu messen.

Neue Abteilung für Agrarpolitik und Landwirtschaft

Die Bereiche Agrarpolitik und Landwirtschaft national und international sollen künftig in einer neuen Abteilung gebündelt werden. Ziel ist eine Agrarpolitik aus einem Guss, die den wachsenden Anforderungen der Gesellschaft an eine nachhaltige und moderne Landwirtschaft gerecht wird.

Neuer Schwerpunkt: Ehrenamt ist entscheidend für das Kraftzentrum Land

Mit der Gründung der Abteilung ländliche Räume in der vergangenen Legislatur wurde bereits ein wichtiger Schritt getan, um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land auf die politische Agenda zu bringen. Diese Abteilung wird nun weiter ausgebaut.

Bundesministerin Julia Klöckner wird zwei neue Schwerpunkte setzen: Die Abteilung wird künftig koordinierend zuständig sein für digitale Innovation. Neben der Digitalisierung wird ein neuer Fokus auf dem Ehrenamt liegen. Es wird ein eigenes Referat geben, das sich mit dem Ehrenamt und speziell den Themen der Landfrauen und der Landjugend befasst.

Ernährung als Lebensthema in allen Lebensphasen

Auch in den bereits bestehenden Abteilungen wird es Änderungen geben, die neue Akzente setzen. Beim Thema ausgewogene Ernährung will sich die Bundesministerin künftig auf die unterschiedlichen Lebensphasen und damit auf die Lebensabschnitte von Menschen konzentrieren und die speziellen Bedürfnisse von Kindern und Senioren betrachten. Maßnahmen zur Verbesserung einer ausgewogenen Gemeinschaftsverpflegung insbesondere in Kitas, Schulen und Senioren- und Pflegeeinrichtungen werden weiter ausgebaut. Die Ernährungsforschung soll verstärkt und stärker gebündelt werden, um den Herausforderungen der Ernährung der Zukunft gerecht zu werden.

Bodenmarkt unter besonderer Beobachtung

Auch weitere Themen, die Klöckner politisch angestoßen hat, finden sich in der neuen Struktur wieder. Zur Sicherung einer flächendeckenden, familiengeführten Landwirtschaft wird ein eigenes Referat "Bodenmarkt" geschaffen, das die Länder bei notwendigen Anpassungen des Bodenrechts unterstützt.

Nachhaltigkeit bekommt eigene Abteilung

Eine Abteilung wird zur Nachhaltigkeitsabteilung des Hauses mit einem gestärkten Politikfeld Wald und Holz sowie Agrarumweltmaßnahmen ausgebaut. Die Sicherung der Biodiversität ist ein zentrales Ziel des Bundesministeriums für Ernährung- und Landwirtschaft, denn sie ist zentral für das Ökosystem und die Lebensmittelproduktion. Die Initiative Bienenfüttern wird ausgebaut und die Maßnahmen zum Schutz von Insekten in der Agrarlandschaft verstärkt.

Fluchtursachen im Dialog bekämpfen

Des Weiteren wird sich ein Referat mit "Politik gegen Hunger" befassen. Ernährungssicherung ist ein wichtiger Stabilitätsanker vor Ort und steht damit im Zentrum globaler Sicherheitsfragen. Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer mit Ländern zu intensivieren, wo Menschen durch Armut und Hunger gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Das Landwirtschaftsministerium will die Entwicklung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft, die Arbeitsplätze schafft und satt macht, in diesen Ländern aktiv begleiten. Dazu gehört auch, weltweit Ernteverlusten und der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken. Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), ist dabei die zentrale Plattform, um Zukunftsfragen der Welternährung und der Agrarentwicklung international voranzutreiben.

Wissenschaftliche Basis und Innovationsförderung ausbauen

Für alle Aufgaben des Lebensministeriums stehen bereits heute kompetente, gut ausgestattete und international anerkannte Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Sie garantieren die wissenschaftliche Basis und qualitativ hochwertige Beratung für die Arbeit des Ministeriums (Ernährung und Lebensmittel, Tiergesundheit und -schutz, Risikobewertung, Pflanzenbau, Biodiversität, Ökolandbau, ländliche Räume, Wald und Fischerei). Zusätzlich stellt das Ministerium erhebliche Mittel zur Förderung praxisnaher Forschungsprojekte und Innovationen zur Verfügung. Dieses Feld soll künftig ausgebaut und noch stärker zur Umsetzung unserer agrar- und ernährungspolitischen Ziele, beispielsweise im Bereich der Digitalisierung und der Nachhaltigkeitsförderung, genutzt werden.

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