Tag der offenen Tür: Verbraucher haben vieles in der Hand

Motto "Du entscheidest!" stellte Informationen und Handlungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt

Bühnenprogramm, Mitmachstände, Dialog: Mehr als 3200 Interessierte haben sich beim Tag der offenen Tür im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus erster Hand informiert. An den beiden Veranstaltungstagen gab es für die Besucherinnen und Besucher Einblicke und Fakten zu wichtigen Themen, darunter Tierwohl, Bienenschutz, Ernährungswissen und Nachhaltigkeit. Das Motto "Du entscheidest!" machte die Gäste darauf aufmerksam, was sie selbst tun können, wenn ihnen eine gesunde Ernährung, Landwirtschaft mit Zukunft, Nachhaltigkeit und Tierwohl am Herzen liegen.

Rückblick - was es alles gab...

Führungen durch das Ministerium

Bei Hausführungen erfuhren die Gäste, was es mit der wechselvollen Geschichte des Gebäudes in der Berliner Wilhelmstraße auf sich hat. Sie konnten einen Blick in das Büro von Bundesministerin Julia Klöckner werfen und am Samstag persönlich mit der Ministerin ins Gespräch kommen. An beiden Tagen gab es Hausführungen in Gebärdensprache.

Digitaler Kuhstall: Tierwohl im Blick

Der Auftrag des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) ist der Technologie- und Wissenstransfer. Als gemeinnütziger Verein fördert das KTBL eine zukunftsorientierte Landwirtschaft durch Beratung aller Akteure und die Bereitstellung von Daten und Fakten. Beim Tag der offenen Tür zeigte das KTBL einen digitalen Kuhstall. Dort erfuhren Interessierte, wie moderne Milchviehhaltung funktioniert und welche digitalen Unterstützungssysteme für mehr Tierwohl im Stall sorgen.

App für Verbraucher; Zweitnutzungshuhn im Fokus

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stellte zwei Projekte vor, die das BMEL förderte:

Mit "OPDIS II" entstand eine Handy-App, mit der sich Lebensmittel per Textsuche, Barcodescan oder Foto-Erkennung identifizieren lassen. Über eine Datenbank lassen sich Informationen zu Inhaltsstoffen abrufen.

Bei "Integhof" geht es um das Zweitnutzungshuhn als eine Möglichkeit, das Töten männlicher Kühen zu vermeiden. Tier-, Verbraucher- und Umweltschutz sowie die Wirtschaftlichkeit spielen beim Machbarkeits-Check eine Rolle.

Weniger Fett, Salz und Zucker in Lebensmitteln - wie schmeckt das?

Reformulierung von Lebensmitteln - das heißt: Weniger Fett, Salz und Zucker – und trotzdem lecker. Wurst und Fisch, Kekse und Schokolade – das alles gab‘s am Stand des Max-Rubner-Instituts (MRI) beim Tag der offenen Tür. Beim Geschmackstest galt es, die Unterschiede an Salz, Fett und Zucker zu erkennen. Keine leichte Aufgabe... Neben den Kostproben gab es viele Information aus der Wissenschaft und viele Tipps, um in Zukunft Salz, Zucker und Fett im Essen zu reduzieren.

Strategien für biologischen Pflanzenschutz: Was Florfliegen, Schlupfwespen und Bienen leisten

Wer sind die nützlichen sechsbeinigen Helfer, die durch Bestäubung für gute Erträge sorgen oder uns als natürliche Verbündete im Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten beistehen? Neben dem Nutztier Honigbiene gibt es viele andere wilde Bienenarten. Nicht nur der Marienkäfer ist ein gefräßiger Blattlausvertilger sondern auch die Brut der vegan lebenden Flor- und Schwebfliege. Eine bestimmte Gattung der Wespen namens Trichogramma ist in Landwirtschaft, Garten- und Obstbau gern gesehen, denn die winzigen Schlupfwespen parasitieren Ei-Gelege und Larven anderer Insekten und sind Bestandteil biologischer Pflanzenschutzstrategien. Am Stand des Julius-Kühn-Instituts (JKI) lernten die Besucherinnen und Besucher diese nützlichen Helfer kennen.

Smoothie-Bike und Glücksrad: Alles dreht sich um gesunde Ernärung!

Selbst entscheiden, was einen IN FORM bringt: Unter diesem Motto konnten sich Besucherinnen und Besucher am Stand der Initiative IN FORM über einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung informieren: spielerisch am Glücksrad oder sportlich auf dem Smoothie-Bike! Viele haben mitgemacht und sich die tägliche Portion Vitamine gemixt - und einen frisch zubereiteten Smoothie genossen.

2008 hatten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Bundesministerium für Gesundheit die Initiative IN FORM ins Leben gerufen. Das Ziel: Das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern.

Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun?

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ist das Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Ernährungsfragen in Deutschland. Beim Tag der offenen Tür informierte das BZfE, wie Klima und Nahrungsmittel zusammenhängen und welche Lebensmittel fürs Klima besonders bedeutsam sind. Außerdem gab es zehn Klima-Tipps, mit denen sich die persönliche CO2-Bilanz in Sachen Essen verbessern lässt.

Mehr Tierwohl: Tipps für den Einkauf

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) ist der neutrale und wissensbasierte Informationsdienstleister für den gesamten Agrarbereich. Mit unabhängigen und objektiven Information leistet das BZL einen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog über Landwirtschaft. So bietet das BZL Informationen darüber, wie Landwirtschaft heute funktioniert und wie unsere Lebensmittel erzeugt werden.

Unter dem Motto "Du entscheidest – bei jedem Schnitzel! Das BZL unterstützt beim Einkauf" erhielten die Besucherinnen und Besucher Tipps, worauf sie beim Einkauf achten können, wenn ihnen ein Mehr an Tierwohl in der Fleischerzeugung wichtig ist.

Tag der offenen Tür 2019

Bild / Video 1 von 7

Was sich gegen Lebensmittelverschwendung tun lässt

Pro Person und Jahr werfen wir rund 55 Kilogramm Lebensmittel weg - und das sind nur die Abfälle, die in den Privathaushalten anfallen. Wie sich Lebensmittelabfälle reduzieren lassen, zeigte die Initiative "Zu gut für die Tonne!" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Dazu gab es Wissen zum Mitnehmen: von Postkarten mit "Beste-Reste-Rezepten" über Schulmaterial, die Broschüre "Zehn goldene Regeln gegen Lebensmittelverschwendung" bis hin zu einem Flyer zum richtigen Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Beim "Kühlschrank-Spiel" konnten die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen über die richtige Lagerung von Lebensmitteln testen. Zusätzlich gab es Informationen zum "Zu gut für die Tonne!"-Bundespreis 2020.

"Superfood" und Nahrungsergänzungsmittel - braucht man das?

Die Verbraucherzentralen sind die Interessenvertreter aller Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie informieren kompetent und unabhängig. Mit Informationen auch über Ernährung und Landwirtschaft tragen sie dazu bei, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst einkaufen können und sich nicht von Werbeversprechen beeinflussen lassen. Beim Tag der offenen Tür ging es um Nahrungsergänzungsmittel, "Superfood" und die Werbung dafür - was ist davon zu halten, und braucht man solche "Extras" für eine gesunde Ernährung überhaupt?

Biobasierte Kunststoffe: Spielsachen aus nachwachsenden Rohstoffen

Als Projektträger des BMEL ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) für die Betreuung des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe sowie von Projekten des Energie- und Klimafonds sowie des Waldklimafonds zuständig. Neben der Projektträgerschaft zählen Information und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene zu den Aufgabenfeldern der FNR.

Ein Ziel: mehr Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen. Spielzeuge aus pflanzenbasierten Kunststoffen zählen dazu - biobasierte Kunststoffe sind eine Alternative. Die FNR zeigte, dass es mittlerweile eine ganze Reihe von modernen und pädagogisch wertvollen Spielsachen gibt, die aus biobasierten Kunststoffen hergestellt werden.

Karriere im Ministerium?

Bundesministerin Julia Klöckner spricht beim Tag der offenen Tür auf der Bühne; im Hintergrund das Visual der Veranstaltung. Tag der offenen Tür 2019
Bundesministerin Julia Klöckner beim Tag der offenen Tür © BMEL/Photothek/Ronny Hartmann

Wie ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgebaut? Um welche Themen und Aufgaben kümmert man sich dort? Und komme ich für eine Karriere infrage? Die Mitarbeitenden des Ministeriums informierten interessierte Bewerberinnen und Bewerber!

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