Aus "Berichte über Landwirtschaft"
Heft 1, Mai 2009, Band 87

Ansätze für eine effizientere Nutzung des Phosphors auf der Basis experimenteller Befunde

Von WILHELM RÖMER, Göttingen

  1. Die Düngerindustrie prognostiziert weltweit eine in der Zukunft sinkende Rohphosphatproduktion nach dem das Maximum in den 1980er-, 1990er-Jahren überschritten wurde. Die P-Reserven, die mit den zurzeit geltenden Bewertungen (physikalische, chemische Eigenschaften) und akzeptierten Kosten für den Abbau und die Aufbereitung reichen weltweit nur noch rund 120 Jahre, Reserven mit geringeren Qualitäten und höheren Kosten etwa dreimal länger. Deshalb besteht ein akuter Mangel an Phosphatdüngern derzeit noch nicht. Die Preise für Phosphate sind aber in den beiden vergangenen Jahren um 300 Prozent gestiegen, was ein Signal ist, insbesondere für die Phosphatverbraucher, ungenutzte Potenziale im Ackerboden zu erschließen und effizienter als bisher mit dem endlichen Rohstoff umzugehen.
  2. Neuere Resultate längerfristiger P-Feldversuche in verschiedenen Regionen Deutschlands ergaben, dass rund 4 mg P/100 g lactatlöslicher Phosphor für hohe Erträge völlig ausreichen, in Bayern Gehaltsklasse B (2 bis 4 mg CAL-P/100 g Boden) bei Düngung in Höhe der Abfuhr. Im Licht dieser Resultate muss das System der fünf Gehaltsklassen von 1997, insbesondere die Spanne der GK C (4 bis 9 mg P/100 g Boden), sehr kritisch hinterfragt werden, denn für das Erreichen von neun Milligramm Phosphor wären bei einem Ausgangsgehalt von 4 mg P/100 g Boden (GK B/C) rund 500 kg P/ha, also die P-Menge für die Abfuhr von ungefähr 20 Ernten nötig. Bei den gegenwärtig. um 300 Prozent gestiegenen Preisen (Vergleich zu 2005) wäre das eine nicht zu verantwortende Empfehlung.
  3. In Deutschland fallen jährlich 2,4 Millionen Tonnen TM Klärschlamm (etwa 2 Prozent Phosphor) mit etwa 48.000 Tonnen Phosphor, 400.000 Tonnen Tiermehle (rund 12.000 Tonnen Phosphor) und 160.000 Tonnen Fleischknochenmehle (ungefähr 9.600 Tonnen Phosphor) als Abfall an. Der gegenwärtige P-Verbrauch in Form von P-Düngern beträgt jährlich 108.000 Tonnen Phosphor. Bei einer P-Recyclingquote von 90 Prozent könnten also über 50 Prozent des derzeit importierten Mineraldünger Phosphor ersetzt werden. Das Bundesforschungs- (BMBF) und das Bundesumweltministerium (BMU) haben 2004 eine Forschungs- und Innovationsförderung zum P-Recycling gestartet. Erste Verfahren zur Herstellung neuer P-Dünger sind in der Entwicklung oder P-Dünger in der Erprobung. Erste agronomische Tests möglicher neuer P-Dünger wurden bereits durchgeführt.
  4. Die P-Dynamik in den Böden ist sehr kompliziert, da Phosphat der spezifischen Anionensorption und der Fällung durch insbesondere Calciumionen unterliegt. Während Getreidepflanzen der niedrigen P-Konzentration in der Bodenlösung mit einem großen aufnahmebereiten Wurzelsystem (Roggen zum Beispiel 38 km/m²) begegnen, scheiden dikotyle Pflanzen eine Reihe von organischen Säuren (Citrat, Malat, Oxalat) aus, die in der Rhizosphäre Phosphat durch Ligandenaustausch mobilisieren und damit aufnehmbar machen. Letzteres Prinzip wird unter anderem in Japan bei Eukalyptuspflanzen genutzt (51). Der Gentransfer wird als ein Weg gesehen, die P-Aufnahmeeffizienz von Pflanzen auf indirektem Weg zu steigern. Ein wichtiger Weg ohne Gentransfer ist die Züchtung auf hohe P-Aufnahmeeffizienz durch markergestützte Züchtung mittels QTLs für die P-Aufnahme. In einem Reisprojekt Japan/Indien wurde dieser Weg bereits erfolgreich beschritten (58; 59).
  5. Die innere P-Verwertung der Kulturpflanzen (kg Trockenmassebildung/g aufgenommenen P) weist offensichtlich eine beachtliche Variationsbreite auf. Das heißt, auch für dieses Merkmal gilt, dass die P-Verwertungseffizienz der Pflanzen noch deutlich verbessert werden kann.
  6. Die Möglichkeiten, Pflanzen bedarfsgerecht zu düngen, sollten ausgeschöpft und der Einsatz von P-Düngemitteln entsprechend auf die jeweiligen Standort- und Anbauverhältnisse abgestimmt werden.

Aussagefähigkeit des Milchharnstoffgehaltes in der Fütterungsberatung und als Indikator für die N-Emissionen in der Milcherzeugung – eine Übersicht

Von WILFRIED BRADE, Hannover, PETER LEBZIEN und GERHARD FLACHOWSKY, Braunschweig

Mit der vorliegenden Übersicht wird das Ziel verfolgt, mögliche Verbesserungen der N-Verwertung und damit eine mögliche Verminderung der N-Ausscheidung bei der Milchkuh aus der Blickrichtung der Fütterung und Züchtung aufzuzeigen.

Der Milchharnstoffgehalt, der bisher nur als eine "Hilfsgröße" zur Optimierung der Fütterung in praxi verwendet wird, sollte künftig hinsichtlich seines Informationsgehaltes für die Harn-N-Ausscheidung stärker genutzt werden. Der Milchharnstoffgehalt stellt einen wertvollen Indikator für die N-Ausscheidungen auf Betriebsebene dar. Zusätzlich könnte er künftig auch – nach weiterer genetisch-statistischer Aufbereitung vorhandener Daten – als ein tierindividueller "Umwelt"-Indikator (für die N-Ausscheidung) in der Züchtung genutzt werden.

Schlüsselwörter: Milchkühe, Milcherzeugung, Milchharnstoffgehalt, tierindividueller Indikator, MUN (=Milchharnstoff-N)

Die integrierte Biogas- und Festbrennstofferzeugung aus Ganzpflanzensilagen

Von RÜDIGER GRAß, JÜRGEN REULEIN, KONRAD SCHEFFER, REINHOLD STÜLPNAGEL und MICHAEL WACHENDORF, Kassel

Mit dem an der Universität Kassel entwickelten Verfahren der „Integrierten Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse (IFBB)“ wird durch die mechanische Entwässerung von silierter Biomasse ein Brennstoff hergestellt, der qualitativ zwischen holz- und unverarbeiteten halmgutartigen Brennstoffen einzuordnen ist. Durch die mechanische Entwässerung werden Mineralstoffe und mobile organische Verbindungen überproportional in den Presssaft überführt. Dieser wird zu Biogas vergoren, mit dem Strom und Wärme produziert werden.

Der vor allem aus ligno-cellulosehaltigen Verbindungen bestehende Presskuchen wird mittels Trocknung zu einem energiereichen, lagerfähigen Brennstoff aufbereitet. Anhand von Maissilage wurde gezeigt, dass durch eine hydrothermale Konditionierung (Maischen bei unterschiedlichen Temperaturen) die Massenflüsse von Trockenmasse und Mineralstoffen in den Presssaft erhöht werden können. Dabei führte eine Kaltwassermaische zu den höchsten TM-Gehalten im Presskuchen und zugleich zu höchsten Massenflüssen in den Presssaft. Die Ergebnisse zur Substituierung von Wasser durch Presssaft, was hinsichtlich des prozessbedingten Frischwasserverbrauchs relevant ist, sind nicht eindeutig und verlangen weitere Untersuchungen. Energiebilanzrechungen ergeben für das IFBB-Verfahren deutlich höhere Konversionseffizienzen als für die herkömmliche Biogasproduktion mittels Vergärung von Ganzpflanzensilagen.

Ausdehnung der Maisanbaufläche infolge des "Biogas-Booms2 – ein Risiko für Feldvögel?

Von HELGE NEUMANN, RALF LOGES und FRIEDHELM TAUBE, Kiel

Der zunehmende Betrieb von Biogasanlagen zur Stromerzeugung hat in Deutschland in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Ackerflächen vermehrt mit Mais Zea mays bestellt werden. Vonseiten des Naturschutzes wird befürchtet, dass durch die Änderung der Anbauverhältnisse Lebensräume von wild lebenden Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. In Schleswig-Holstein wurde in den Jahren 2005 bis 2007 mit einem paarweisen Vergleich von Ackerflächen überprüft, ob und inwieweit Maisäcker eine andere Besiedlung mit wild lebenden Vögeln aufweisen als herkömmliche Ackerkulturen (Wintergetreide, -raps). Die Untersuchungen wurden sowohl in der Brutzeit als auch in der Nicht-Brutzeit durchgeführt.

Die Maisäcker wiesen im Vergleich zu den Referenzäckern keine Unterschiede in der Vielfalt an Brutvogelarten auf. Der Kiebitz Vanellus vanellus trat signifikant häufiger auf den Maisflächen auf, während die Schafstelze Motacilla flava zahlreicher auf den Referenzäckern nachgewiesen wurde. Die Siedlungsdichte der Feldlerche Alauda arvenis zeigte hingegen keine Abhängigkeit von der unterschiedlichen Bewirtschaftung. Außerhalb der Brutperiode wurden ebenfalls keine Effekte auf die Vielfalt an Vogelarten festgestellt. Die Gesamtdichte aller nachgewiesenen Vögel war jedoch in den Nicht-Brutzeiten auf den Äckern, auf denen direkt zuvor oder im Anschluss Mais angebaut wurde, höher als auf den Referenzflächen.

Die ermittelten Siedlungsdichten deuten an, dass eine Ausweitung des Maisanbaus in Ackerbaugebieten, in denen der Anbau von Winterungen dominiert, je nach Brutvogelart unterschiedlich zu bewerten ist. Eine Literaturübersicht zur Brutbiologie der nachgewiesenen Feldvogelarten zeigt jedoch, dass Maisflächen vielfach durch geringe Bruterfolge gekennzeichnet sind, was auf eine mangelnde Bodendeckung sowie ein geringes Nahrungsangebot während der Brutzeit zurückgeführt wird. Die Resultate aus den Nicht-Brutzeiten weisen darauf hin, dass ein vermehrter Maisanbau in Regionen, in denen ansonsten der Anbau von Wintersaaten vorherrscht, zu einem verbesserten Nahrungsangebot für rastende bzw. überwinternde Vögel führen könnte. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Flächen vor oder im Anschluss an den Maisanbau Erntereste bzw. Stoppeln der Vorfrucht aufweisen.

Zukünftige Untersuchungen zu den tatsächlichen Auswirkungen des Energiemaisanbaus auf das Vogelleben sollten die Landschaftsebene sowie alternative Referenzsysteme, insbesondere Grünlandflächen, berücksichtigen.

Die Auswirkung von Heizölpreissteigerungen auf sächsische Gartenbauunternehmen - Teil I: Ausgangs- und Energiesituation der Unterglasbetriebe

Von NAZIM GRUDA, GEORG RUHM, WOLFGANG BOKELMANN und UWE SCHMIDT, Berlin

In Sachsen zeigen sich überwiegend kleinbetriebliche Strukturen, wodurch sich auch – unabhängig von der Ausstattung der Betriebe – höhere Aufwendungen im Vergleich zu großen Betrieben bei den Energiekosten begründen. Die wirtschaftliche Situation der sächsischen Unterglasbetriebe, die größtenteils Zierpflanzen anbauen, gibt ein gemischtes Bild ab. Insbesondere bei den indirekt vermarktenden Betrieben, die ausgewertet wurden, stellt sich die wirtschaftliche Situation als sehr problematisch dar und auch die erfolgreicheren Betriebe erzielen keine befriedigenden Ergebnisse. Zusätzlich zu den internen Problemen hoher Aufwendungen, ist aufgrund des rückläufigen Unternehmensertrags bei den indirekt vermarktenden Zierpflanzenbetrieben – bei einem insgesamt noch leicht wachsenden Gesamt-Absatzmarkt – auch zu vermuten, dass die Betriebe an Konkurrenzfähigkeit gegenüber nationalen und internationalen Wettbewerbern eingebüßt haben. Dabei spielt auch der zunehmende Preisdruck durch eine Verkaufsverlagerung weg vom Fachhandel hin zum Lebensmitteleinzelhandel und zu den Baumärkten eine Rolle.

Anhaltende Preissteigerungen im Energiebereich werden vermutlich zu einer Beschleunigung des Strukturwandels führen. Betriebsaufgaben kleinerer leistungsschwächerer Betriebe, die aufwendige Neuinvestitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Steigerung der Arbeitsproduktivität nicht leisten können oder wollen, werden die Folge sein bzw. sich fortsetzen.
Gerade als Ausgangssituation für Anpassungsmaßnahmen ist die wirtschaftliche Situation zahlreicher Betriebe schwierig. Einerseits werden umfangreiche und kapitalintensive Modernisierungen von vielen Betrieben ohne eine intensive Förderung nicht leistbar sein, andererseits können somit nicht abzufedernde Preissteigerungen im Energiebereich die Konkurrenzfähigkeit weiter verschlechtern und insgesamt den Betriebserhalt gefährden.

Die Untersuchung zur Betriebsausstattung hat verdeutlicht, dass in weiten Teilen die Gewächshäuser in Sachsen aus energetischer Sicht nicht optimal ausgestattet sind. So handelt es sich zumeist um ältere Bausubstanz vom Typ des deutschen Normgewächshauses. Heizöl ist der mit Abstand am häufigsten genutzte Energieträger in Sachsen, gefolgt von Erdgas und Kohle/Koks. Eine Nutzung von Biomasse findet bisher nur in sehr geringem Umfang statt.

Der zweite Teil des Artikels untersucht sowohl Möglichkeiten zu Energieeinsparungen und somit Kostenentlastungen, als auch alternative Heizungs-/ und Energieversorgungskonzepte für bestehende Betriebe in Sachsen.

Wissen und Image bei Landwirten und Experten bezüglich Betriebsgemeinschaft - Ein Vergleich der beiden Gruppen

Von IRIS PULFER, ANKE MÖHRING und MARKUS LIPS, Ettenhausen

Im Rahmen von zwei Umfragen werden Landwirte sowie Lehr- und Beratungskräfte (Experten) in der Deutschschweiz nach ihrem Wissen und dem Image befragt, das sie mit Betriebsgemeinschaften assoziieren. Insbesondere bei Themen über finanzielle Regelungen oder zu Auflösungsbedingungen ist der Wissenstand sowohl bei Landwirten aber auch bei Experten nach eigener Einschätzung gering. Allerdings wissen Experten generell mehr über Betriebsgemeinschaften als die befragten Landwirte. Das Image von Betriebsgemeinschaften ist bei den Landwirten eher wenig positiv, wobei zwischenmenschlichen Konflikte sowie die große Abhängigkeit als Hauptschwächen angesehen werden.

Zwischen Wissen und Image besteht bei der Gruppe der Landwirte ein positiver Zusammenhang. Bei den Experten ist er knapp nicht signifikant. Vermehrte Informationsbemühungen könnten daher das Image von Betriebsgemeinschaften bei Landwirten verbessern. Dass die Experten ein signifikant besseres Image der Betriebsgemeinschaft haben, würde dies unterstützen. Eine Herausforderung diesbezüglich ist der bescheidene Informationsfluss zwischen Experten und Landwirten.

Stufenübergreifender Informationsaustausch in der Fleischwirtschaft: Recht und Zertifizierung als Einflussgrößen

Von MARK DEIMEL, CORD-HERWIG PLUMEYER und LUDWIG THEUVSEN, Göttingen

Die Fleischwirtschaft steht kontinuierlich vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld auszubauen. Im Zuge dessen werden die Beteiligten mit der Aufgabe konfrontiert, das Vertrauen ihrer Abnehmer in die Qualität und Sicherheit von tierischen Erzeugnissen langfristig zu festigen. Während die administrative Seite mit einer strategischen Neuordnung des Lebensmittelrechts reagierte, implementierten die Wirtschaftsakteure zahlreiche Systeme zur Zertifizierung ihrer Leistungen und Prozesse.

Anknüpfend an die These, dass eine funktionierende, betriebsübergreifende Kommunikation für die Wertschöpfungsketten des Agribusiness erfolgskritisch ist, analysiert der vorliegende Beitrag am Beispiel der Schweinefleischerzeugung derzeitige und künftige Anforderungen an den stufenübergreifenden Informationsaustausch. Als zentrales Ergebnis lässt sich festhalten, dass sowohl rechtliche Vorgaben als auch Zertifizierungssysteme den notwendigen Informationsaustausch nur im begrenzten Umfang fördern. Die gewonnen Erkenntnisse untermauern die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, praxistauglichen Informationsmanagementsystems und lassen den Beitrag in eine abschließende Diskussion über zukünftige Ansprüche an die Ausgestaltung von Kommunikationssystemen münden.

Lebensmittelqualität aus der Verbraucherperspektive – eine Synthese qualitativer Studien zur Wahrnehmung und Beurteilung verschiedener Qualitätskriterien bei Öko-Produkten

Von HANNA STOLZ, ANTONELLA BODINI, MATTHIAS STOLZE, Frick, ULRICH HAMM, Witzenhausen und TORALF RICHTER, Seon

Obwohl Öko-Lebensmittel in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben, ist der Marktanteil für Öko-Lebensmittel immer noch vergleichsweise gering. Dies ist deshalb erstaunlich, weil Öko-Lebensmittel viele Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Qualität, Lebensmittelsicherheit und Gesundheit erfüllen. Doch anscheinend bevorzugen Verbraucher Einzelmerkmale des Gesamtsystems Öko-Landbau wie beispielsweise die artgerechte Tierhaltung oder den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel stärker als das Gesamtsystem Öko-Landbau. In der vorliegenden Arbeit wurden die Gründe für die Bevorzugung der Einzelmerkmale untersucht und der Frage nachgegangen, weshalb Öko-Lebensmittel immer noch ein Nischendasein führen. Dazu wurden drei explorative Studien durchgeführt. Diese wurden in einer Synthese zusammengefasst, um das umfangreiche Datenmaterial der Einzelstudien, bestehend aus insgesamt zehn Gruppendiskussionen, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu prüfen, um daraus Gesamtergebnisse für die Relevanz einzelner Qualitätskriterien von Lebensmitteln allgemein und von Öko-Lebensmitteln im Besonderen abzuleiten.

Die Bevorzugung von Qualitätsmerkmalen des Öko-Landbaus gegenüber dem Gesamtsystem ist vor allem auf die Verbraucherwahrnehmung zurückzuführen, welche ein selektives System der Informationsaufnahme und -verarbeitung darstellt. Dadurch sind der Kommunizierbarkeit komplexer Sachverhalte, wie Öko-Landbau oder Lebensmittelqualität, Grenzen gesetzt. Zudem hat die Studie gezeigt, dass sich die Auseinandersetzung der Verbraucher mit Lebensmitteln vornehmlich auf die jeweils letzte Stufe des Produktionsprozesses erstreckt, was bedeutende Konsequenzen für die Kommunikationspolitik bei Öko-Lebensmitteln auf Produktebene impliziert.

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