Unterstützung aus dem All

Die Digitalisierung verändert die Landwirtschaft. Maschinen und moderne Technik unterstützen bei Ernte und Anbau und auch aus dem All kommt Hilfe: Satelliten liefern wertvolle Daten über Feld und Forst. Um diese besser zugänglich zu machen, treffen sich Expertinnen und Experten seit 2014 im "Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus", in diesem Jahr in Berlin.

Das Nationale Forum für Fernerkundung und Copernicus findet vom 14. bis 16. März 2017 im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) statt. Dr. Bernhard Polten, Digitalisierungsbeauftragter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), betonte vor den rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung der Fernerkundung für die Landwirtschaft besonders unter Umwelt- und Klimaaspekten - in diesem Jahr Thema eines eigenen Workshops.

Copernicus ist nicht nur der Name eines Wegbereiters der modernen Astronomie, er bezeichnet auch ein europäisches Erdbeobachtungsprogramm. Die Nutzungsmöglichkeiten der daraus gewonnen Geoinformationen und Satellitendaten sind vielfältig – in der Verwaltung, der Städteplanung, der Wissenschaft. Auch die Landwirtschaft nutzt Technik, die digital steuerbar ist und durch Satelliten unterstützt wird. Informationen über aktuelle Landnutzungsänderungen lassen sich aus dem All erfassen. Damit sie entsprechend genutzt werden können, müssen sie in hoher Qualität und schnell vorliegen. Erst dann können mit ihrer Hilfe Maßnahmen wie Sortenauswahl, Anpassung der Düngemenge oder Bewässerung entwickelt werden, um ressourcenschonend und umweltverträglich zu wirtschaften. Genau das soll Copernicus leisten.

Doch die Möglichkeiten gehen noch weiter: Mit Einzelaufnahmen oder Zeitreihen können genaue Informationen über das Land und die darauf befindlichen Pflanzen gesammelt werden. Auswirkungen des Klimawandels oder Hungerkrisen können so erfasst und besser bekämpft werden. Im Idealfall könnte bald auch der perfekte Erntezeitpunkt per Satellit bestimmt werden. Ein wesentlicher Aspekt ist aber auch, dass die Daten verfügbar und leicht nutzbar sind. Nur so können sie der Forschung, der Verwaltung von Bund und Ländern sowie Wirtschaft dienen.

Damit diese Ziele gelingen, arbeiten verschiedene Ressorts und Arbeitsbereiche zusammen. An der Konferenz sind neben dem BMEL und dem BMVI, das Bundesministerium des Inneren (BMI) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) beteiligt.

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