Salzkonsum in Deutschland: Ergebnisse der DEGS-Studie

Ein zu hoher täglicher Salzkonsum ist ein erheblicher Risikofaktor für Bluthochdruck und damit auch für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Schlaganfall. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich nicht mehr als 6 Gramm Salz zu sich zu nehmen.

Bundesweit repräsentative Daten aus einer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beim Robert-Koch-Institut (RKI) in Auftrag gegebenen Auswertung des Deutschen Erwachsenen Gesundheitssurveys (DEGS) zeigen jedoch ein anderes Bild:

In der Studie wurde die Natriumausscheidung bei knapp 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemessen und daraus die Aufnahme von Salz berechnet. Die tägliche Salzaufnahme liegt demnach bei Frauen durchschnittlich bei 8,4 Gramm und bei Männern bei 10 Gramm. 50 Prozent der Männer und 38,5 Prozent der Frauen nehmen sogar täglich mehr als 10 Gramm Salz auf. Die Salzaufnahme der Erwachsenen in Deutschland liegt damit deutlich über den Empfehlungen der DGE.

Der überwiegende Teil der Salzaufnahme kommt heutzutage aus handwerklich oder industriell hergestellten Lebensmitteln und Speisen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich beispielsweise anhand der seit 13.12.2016 verpflichtenden Nährwertangaben auf verpackten Lebensmitteln über deren Salzgehalt informieren und eine entsprechende Auswahl treffen.

Hersteller und Gastronomie können ihrerseits dazu beitragen, die Salzaufnahme zu vermindern. Dabei stehen nicht nur besonders salzige Lebensmittel oder Speisen im Vordergrund, auch Lebensmittel mit relativ geringem Salzgehalt können zu einer hohen Aufnahme von Salz beitragen, wenn sie häufig und in großen Mengen verzehrt werden. So deuten die Daten der Nationalen Verzehrstudie (NVS II, 2006) darauf hin, dass ein gutes Viertel des täglich verzehrten Salzes aus dem Grundnahrungsmittel Brot stammt, gefolgt von Fleisch- und Wurstwaren (ca. 18 Prozent) sowie Käse und Milchprodukten (ca. 10 Prozent). Eine moderate Senkung des Salzgehaltes in verarbeiteten Lebensmitteln und Mahlzeiten kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten.

Bereits im Juni 2011 hatten sich die Staaten der Europäischen Union für eine Senkung der Salzaufnahme in der Bevölkerung ausgesprochen. Das BMEL setzt sich mit der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten dafür ein, dieses Ziel zu erreichen. Auch wird das BMEL weiterhin in regelmäßigen Abständen die Salzaufnahme in der Bevölkerung überprüfen lassen. Ein Monitoring der Salzaufnahme (durch Untersuchung der Natriumausscheidung) ist unter anderem auch Bestandteil des zwischen 2014 und 2016 vom RKI durchgeführten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS Welle 2).

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