Vernetzungsstellen sollen beraten und Wissen vermitteln

Fachtagung der BAGSO bringt Multiplikatoren aus den Kommunen zusammen

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat einen weiteren Baustein in der von ihr ins Leben gerufenen Ernährungsinitiative für Seniorinnen und Senioren vorgestellt: Noch in diesem Jahr sollen die ersten Vernetzungsstellen entstehen, die Wissen vermitteln und Beratung bieten.

Gesunde Ernährung, mehr Bewegung, soziale Teilhabe

Die Ernährungsinitiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für Senioren setzt auf gesunde Ernährung, mehr Bewegung und soziale Teilhabe. Bei der Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) am 26. Februar 2019 in Bonn kündigte Klöckner an, dass die Qualität der Verpflegung in Senioreneinrichtungen und von "Essen auf Rädern" noch stärker im Mittelpunkt stehen werde. Es gelte, die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung in Senioreneinrichtungen und bei Essen auf Rädern in die Öffentlichkeit zu tragen: "Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, sind wir mit den Ländern im Gespräch, um gemeinsam flächendeckend Vernetzungsstellen für Seniorenernährung einzurichten." Die ersten Vernetzungsstellen sollen noch 2019 die Arbeit aufnehmen – und Informationen über ausgewogene Ernährung zu den Menschen bringen, sagte die Ministerin. Außerdem sollen die Vernetzungsstellen auch einen Beitrag zur Förderung der sozialen Teilhabe von älteren Menschen leisten.

Demenz und Diabetes: Forschung im Blick

Klöckner kündigte außerdem an, noch 2019 zu zwei Runden Tischen einzuladen, die sich mit dem möglichen Zusammenhang zwischen Ernährung und Demenz sowie Diabetes beschäftigen. Ziel der Runden Tische sei eine Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung in Deutschland. Außerdem gehe es darum, für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den erkennbaren Forschungsbedarf festzulegen, sagte die Bundesministerin.

Fachtagung in Bonn

Bei der BAGSO-Fachtagung in Bonn ging es um "Die Gesundheit älterer Menschen in Kommunen kreativ gestalten – Genussvoll essen, Körper und Geist bewegen, Gemeinschaft und Freude erleben!" Vor mehr als 100 Fachleuten und Engagierten sagte Klöckner: "Mir ist es ein großes Anliegen, die Verbesserung der Ernährungskompetenz auch von älteren Menschen und den entsprechenden Multiplikatoren intensiv in den Blick zu nehmen." Mit einem weiter steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung werde es immer wichtiger, die besonderen Bedürfnisse und Ernährungskompetenz von Senioren zu betrachten und zu verbessern. Seit mehr als zehn Jahren macht sich das BMEL gemeinsam mit der BAGSO dafür stark.

Bereits seit 2018 unterstützt das BMEL mit 1,65 Millionen Euro das BAGSO- Projekt "Im Alter IN FORM – Gesunde Ernährung, mehr Bewegung, aktive Teilnahme in Kommunen fördern". Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt setzt auf kommunaler Ebene an. Es zielt darauf, durch gut geschulte Multiplikatoren älteren Menschen bessere Angebote zu machen, sich ausgewogen zu ernähren und ausreichend zu bewegen. Zudem soll es soziale Teilhabe älterer Menschen in Kommunen stärken.

Besuch im Seniorenzentrum

Gemeinsam mit dem BAGSO-Vorsitzenden, Franz Müntefering, besuchte Klöckner das Seniorenzentrum "Haus Rosental" in Bonn. Die Bundesministerin würdigte die langjährige und bewährte Zusammenarbeit: "Das BMEL schätzt die engagierte Arbeit der BAGSO als Interessenvertretung der älteren Generationen in Deutschland in den Bereichen Ernährung, Bewegung und sozialer Teilhabe älterer Menschen."

Der BAGSO-Vorsitzende sagte: "Den Verantwortlichen der Seniorenarbeit in Kommunen kommt bei der Gestaltung von Angeboten im Wohnumfeld der älteren Menschen eine besondere Verantwortung zu." Das BAGSO-Projekt "Im Alter IN FORM" biete dazu bundesweit fachliche Unterstützung. Münteferings Fazit: "Diese Arbeit ist erfolgreich und wir setzen sie gern fort."

Die BAGSO ist ein Verein mit Sitz in Bonn mit mehr als 100 Mitgliedsverbänden aus der Seniorenarbeit. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt die Interessen älterer Menschen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen im Blick behält. Darüber hinaus macht sie in Publikationen und auf Veranstaltungen Vorschläge für ein möglichst gesundes und kompetentes Älterwerden.

Erschienen am im Format Aktuelles

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