Das EU-Schulprogramm

Übergewicht und ungesunde Ernährung werden weltweit zu einer immer größeren Herausforderung. Die Europäische Union will frühzeitig gegensteuern und setzt daher bei den Kindern und Jugendlichen an: Das zum Beginn des Schuljahres 2017/2018 eingeführte EU-Schulprogramm soll Kindern und Jugendlichen Obst und Gemüse sowie frische Milch und Milchprodukte schmackhaft machen und eine gesündere Ernährung fördern.

Für das EU-Schulprogramm wurden das bisherige EU-Schulobst- und -gemüseprogramm sowie das EU-Schulmilchprogramm zusammengeführt.

Für das EU-Schulprogramm stellt die EU den Mitgliedsstaaten jährlich 250 Millionen Euro zur Verfügung: 150 Millionen Euro stehen für Schulobst und –gemüse zur Verfügung, die übrigen 100 Millionen Euro für die Abgabe von Schulmilch.

Fakten zum EU-Schulprogramm in Deutschland

26,4 Millionen Euro gibt es für Schulobst und -gemüse im Schuljahr 2019/2020 in Deutschland.

10,4 Millionen Euro gibt es für Schulmilch im Schuljahr 2019/2020 in Deutschland.

2,5 Millionen Kinder profitierten in Deutschland im Schuljahr 2017/2018 vom EU-Schulprogramm.

Auf Deutschland entfallen im Schuljahr 2019/2020 26,4 Millionen Euro für Schulobst und -gemüse und 10,4 Millionen Euro für Schulmilch. Die Verteilung der Mittel erfolgt auf Basis der Anzahl der 6- bis 10-jährigen Kinder in den Mitgliedsstaaten; Empfänger der Produkte können grundsätzlich Kinder in allen Bildungseinrichtungen sein können, also in Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen.

Im Schuljahr 2018/2019 profitierten insgesamt mehr als 2,5 Millionen Kinder an über 28.000 Bildungseinrichtungen in Deutschland von dem EU-Programm. Damit konnten durch das EU-Schulprogramm Kinder in Deutschland mit knapp zehntausend Tonnen Obst und Gemüse versorgt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um gängiges Obst und Gemüse wie Banane, Apfel oder Kartoffeln, sondern auch Avocado, Zitrusfrüchte, Feigen, Spargel, Artischocken und Pastinaken gehören zum Obst- und Gemüseangebot des Programms. Im Rahmen der Milchkomponente können neben frischer Milch, auch Käse und Naturjogurt angeboten werden. In den teilnehmenden Bildungseinrichtungen wurden im letzten Schuljahr fast 10 Mio. Liter Trinkmilch und auch 280.000 kg Naturjoghurt an die Kinder verteilt.

Ziele des EU-Schulprogramm

Die Zusammenlegung des Schulobst- und -gemüseprogramms mit dem Schulmilchprogramm hat das Ziel, dass wieder mehr Kinder diese Lebensmittel verzehren. Durch das tägliche Angebot soll die Akzeptanz der Kinder für Obst, Gemüse und Milch erhöht und eine Vorliebe für diese Produkte entwickelt werden. Die begleitenden pädagogischen Maßnahmen wie Unterrichtseinheiten oder Bauernhofbesuche sollen den Kindern zudem landwirtschaftliche Erzeugung und eine Vielfalt an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nahebringen. Darüber hinaus sollen Kinder in diesem Zusammenhang auch auf die Themen gesunde Essgewohnheiten, Vermeidung von Lebensmittelabfällen, lokale Nahrungsmittelproduktionsketten oder ökologischen Landbau aufmerksam gemacht werden.

Die Länder setzen um

Mit Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen nehmen zwölf Bundesländer an der Schulobst- und -gemüsekomponente teil. Mit Schulmilch werden Kinder in 14 Bundesländern versorgt: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Um an dem Programm teilnehmen zu können, müssen die Bundesländer eine regionale Strategie bei der EU-Kommission einreichen, in der sie darlegen, wie sie das Programm in den nächsten 6 Jahren ausgestalten werden. Die Strategie enthält Angaben über Budget, Zielgruppen, Zeitraum, förderungswürdige Produkte und die geplanten begleitenden pädagogischen Maßnahmen.

Informationen zur Ausgestaltung des Programms in den Ländern erhalten Sie über deren Internetseiten:

Die regionalen Strategien der am EU-Schulprogramm teilnehmenden Bundesländer können auf der Seite der Europäischen Kommission hier eingesehen werden. Die deutschen Fassungen der Strategien sind hinter dem jeweiligen Bundesland abrufbar.

Außerdem sind unter diesem Link die aktuellen Monitoring-Berichte der teilnehmenden Bundesländer verfügbar. Diese vermitteln einen Eindruck von der Durchführung des EU-Schulprogramms in den jeweiligen Bundesländern als auch deutschlandweit im Schuljahr 2018/2019.

Evaluation des EU-Schulobstprogramms zeigt hohe Akzeptanz und Erfolg

Bereits in dem Evaluationsbericht für das Schuljahr 2010/2011 bestätigte sich die angestrebte positive Wirkung und spiegelte eine überwiegend positive Resonanz der teilnehmenden Länder wieder.

Diese Einschätzung setzte sich auch bei der Evaluation des EU-Schulobstprogramms in den Schuljahren 2011/2012 bis 2015/2016 fort. Durch das EU-Schulobstprogramm wurde der Verzehr von Obst und Gemüse gesteigert sowie Begeisterung für diese Lebensmittelgruppen hervorgerufen und Wissen darüber vermittelt. Zu diesem Erfolg trugen im Wesentlichen die kostenlose Abgabe von Obst und Gemüse sowie die flankierenden pädagogischen Maßnahmen bei.

Der Evaluationsbericht der Bundesrepublik Deutschland enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Evaluationen in den teilnehmenden Bundesländern.

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