Stillen - Die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten

Stillen bietet gesundheitliche Vorteile für Kind und Mutter. Muttermilch ist nicht nur mit Blick auf die Zusammensetzung und Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe die ideale Nahrung: Sie enthält Wirkstoffe, die gegen Bakterien wirken, Entzündungen hemmen und das Immunsystem des Säuglings stärken.

Auch langfristig bietet das Stillen Vorteile. So leiden ehemals gestillte Kinder später seltener an Übergewicht und Diabetes Typ 2. Auch für Mütter sinkt langfristig das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen und Diabetes Typ 2. Stillen ist somit eine win-win-Situation für Mutter und Kind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Auch die Nationale Stillkommission (NSK) vertritt die Auffassung, dass ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten für die Mehrzahl der Säuglinge die ausreichende Ernährung ist.

Beikost

Sie rät jedoch, diese Empfehlung in Deutschland nicht schematisch anzuwenden: Wann ein Säugling zusätzlich Beikost benötigt, ergibt sich individuell, je nach Gedeihen und Essfähigkeit des Kindes. Doch gilt immer der Grundsatz,

  • Beikost nicht vor Beginn des fünften und nicht später als zu Beginn des 7. Lebensmonats einzuführen.
  • Auch nach Einführung der Beikost soll weitergestillt werden, d.h. das Einführen von Beikost ist nicht mit dem Abstillen gleichzusetzen.

Diese Empfehlung berücksichtigt zahlreiche gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kinder, darunter auch Aspekte der Allergieprävention.

Aktuelle deutsche Empfehlung zum Stillen

Im 1 Lebensjahr solllen Säuglinge gestillt werden. © Nationale Stillkommission (2015) + Netzwerk "Gesund ins Leben" (2016)

Mehr

Mindestens bis zum 5. Monat – also volle 4 Monate mindestens – sollen Säuglinge ausschließlich gestillt werden. © Nationale Stillkommission (2015) + Netzwerk "Gesund ins Leben" (2016)

Mehr

Spätestens mit dem 7 Monat soll Beikost eingeführt – und zugleich auch weitergestillt – werden. © Nationale Stillkommission (2015) + Netzwerk "Gesund ins Leben" (2016)

Mehr

Abstillen

Die Nationale Stillkommission gibt keine ausdrückliche Empfehlung, wann endgültig abgestillt werden sollte, weil sich für Deutschland hierzu keine wissenschaftlich begründete Basis finden lässt.

  • Der endgültige Zeitpunkt zum Abstillen sollte nach Auffassung der Kommission eine individuelle Entscheidung sein, die gemeinsam von Mutter und Kind getroffen wird: Wie lange insgesamt gestillt wird, bestimmen Mutter und Kind.

Nationale Stillkommission

Die Nationale Stillkommission (NSK) wurde die 1994 gegründet und hatte von 2002 bis 2019 ihren Sitz am Bundesinstitut für Risikobewertung. Seit dem 1. April 2019 ist die Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut (MRI) angesiedelt.

Rat und Hilfe für stillende Mütter

Neben den gesundheitlichen Vorteilen des Stillen für Mutter und Kind ist Stillen vor allem auch praktisch. Doch Stillen will gelernt sein. In Deutschland gibt es eine Reihe von Verbänden und Organisationen, die stillenden Müttern Hilfe anbieten. Gebündelte Informationen für junge Familien und Mütter bietet das Netzwerk Gesund ins Leben. Es ist eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Förderung der ersten 1000 Tage im Leben eines Menschen.

Muttermilchersatzprodukte

Wenn aus individuellen Gründen nicht gestillt werden kann, stehen als Alternative industriell hergestellte Muttermilchersatzprodukte zur Verfügung:

Informationen für Schwangere und Stillende

Hilfreiche Faltblätter

Die Nationale Stillkommission veröffentlicht Faltblätter mit Informationen und Empfehlungen für Schwangere und Stillende. Die "Stillinformationen für Schwangere" (zum Einlegen in den Mutterpass) und die "Stillempfehlungen für die Säuglingszeit" (zum Einlegen in das Kinderuntersuchungsheft) sind in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer und italienischer Sprache erhältlich. Auf Grund des Umzugs der Nationalen Stillkommission vom Bundesinstitut für Risikobewertung zum Max Rubner-Institut (MRI) sind derzeit noch nicht alle Informationen auf der Homepage des MRI abrufbar.

  • Säuglingsanfangsnahrung (mit der Vorsilbe "Pre" oder der Ziffer "1" gekennzeichnet) ist als alleinige Nahrung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten geeignet.
  • Folgenahrung (mit der Ziffer "2" oder "3" gekennzeichnet) sollte frühestens mit Beginn der Beikost gefüttert werden. Die Folgenahrung enthält etwas mehr Eisen. Sie können die Säuglingsanfangsnahrung aber auch nach Einführung der Beikost weiterhin geben.
  • Was Sie bei der Zubereitung von Flaschenmilch beachten sollten, finden Sie unter: https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/saeuglingsnahrung-29434.html
  • Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den Regelungen der Diätverordnung entsprechen.

Im Jahr 1981 wurde auf der Weltgesundheitsversammlung der internationale Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten verabschiedet. Dieser enthält Empfehlungen zur Regulierung der Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, Saugflaschen und Saugern. Damit soll verhindert werden, dass durch die forcierte Vermarktung der Produkte die Mütter vom Stillen abgehalten werden. Außerdem soll sichergestellt werden, dass Ersatzprodukte für Muttermilch ohne Gesundheitsgefährdung für den Säugling angewendet werden.

In Deutschland wurde der Internationale Kodex im Jahr 1994 mit der Umsetzung von EU-Recht in nationales Recht überführt. Die Vorschriften sind in §§ 22a und 25a der Diätverordnung enthalten. Für die Überwachung der Einhaltung dieser Vorschriften sind die Landesbehörden zuständig.

Erschienen am im Format Basistext

Das könnte Sie auch interessieren

Ver­bot von Zucker­zu­satz in Tees für Säug­lin­ge und Klein­kin­der (Thema:Verbraucherschutz)

Der Bundesrat hat eine Verordnung von Bundesministerin Julia Klöckner beschlossen. Sie sieht ein Verbot von Zuckerzusatz in Tees für Säuglinge und Kleinkinder vor.

Mehr

Le­bens­mit­tel für spe­zi­el­le Grup­pen (Thema:Verbraucherschutz)

Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder oder Lebensmittel für das Diätmanagement kranker Menschen sind Beispiele für Lebensmittel für spezielle Gruppen. Sie unterliegen gesonderten Bestimmungen.

Mehr

Gut ge­rüs­tet für die El­tern­be­ra­tung (Thema:Schwangerschaft und Baby)

Medien des Netzwerks "Gesund ins Leben" unterstützen Hebammen und Kinderärzte bei der Beratung von (werdenden) Eltern.

Mehr

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.