Kennzeichnung veganer und vegetarischer Lebensmittel

In den letzten Jahren hat der Konsum von veganen und vegetarischen Lebensmitteln deutlich zugenommen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist eine transparente Kennzeichnung solcher Lebensmittel entscheidend, um eine Kaufentscheidung treffen zu können.  

Dabei gilt: Auch vegane und vegetarische Lebensmittel unterliegen den allgemeinen lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittel-Informationsverordnung, LMIV). Sie sind so zu bezeichnen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei ihrem Einkauf eine qualifizierte Wahl treffen können und insbesondere nicht über die Eigenschaften veganer und vegetarischer Lebensmittel getäuscht werden.

Für Milch und Milcherzeugnisse sieht das EU-Marktordnungsrecht einen Bezeichnungsschutz vor, so dass diese Bezeichnungen für vegane und vegetarische Lebensmittel – abgesehen von wenigen Ausnahmen wie z. B. Kokosmilch – nicht verwendet werden dürfen.

Leitsätze geben Orientierung für die Bezeichnung veganer und vegetarischer Lebensmittel

Die unabhängige Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK), in der die Verbraucherschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Lebensmittelüberwachung vertreten sind, hat in den "Leitsätzen für vegane und vegetarische Lebensmittel mit Ähnlichkeit zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs" erstmals beschrieben, wie vegane und vegetarische Lebensmittel hergestellt, bezeichnet und aufgemacht werden.

Das BMEL, bei dem die DLMBK gebildet wird, hat im Dezember 2018 im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie diese Leitsätze veröffentlicht.

Da die Leitsätze von allen am Markt beteiligten Gruppen beraten und beschlossen werden, sind sie für Verbraucherinnen und Verbrauchern, Unternehmen, Überwachungsbehörden und Gerichte eine wichtige Orientierungshilfe und dienen dem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Irreführung.

Die LMIV sieht vor, dass die Europäische Kommission einen Durchführungsrechtsakt zur Eignung von Lebensmitteln für Veganer und Vegetarier erlassen soll. Mit Veröffentlichung der Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel ist Deutschland in Europa Vorreiter bei der Beschreibung veganer und vegetarischer Lebensmittel und kann zu gegebener Zeit einen wichtigen Beitrag zu der auf EU-Ebene noch ausstehenden Diskussion leisten.

Definition

Die Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder hat in ihrer Sitzung am 22. April 2016 einer Definition der Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ zugestimmt. Diese Definitionen werden von den für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden der Länder bei der Beurteilung der Kennzeichnung von als vegan oder vegetarisch bezeichneten Lebensmitteln zu Grunde gelegt. Die DLMBK hat diese Definitionen in die Begriffsbestimmungen veganer und vegetarischer Lebensmittel in den "Leitsätzen für vegane und vegetarische Lebensmittel mit Ähnlichkeit zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs" übernommen.

Einige vegane und vegetarische Lebensmittel tragen auch Label, an denen Verbraucherinnen und Verbraucher sich orientieren können. Darüber können Sie sich bei „Label online“ informieren.

Erschienen am im Format Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Al­ter­na­ti­ve Le­bens­mit­tel zu Fleisch­wa­ren und Mil­cher­zeug­nis­sen (Thema:Verbraucherschutz)

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen zu pflanzenbasierten, oft proteinhaltigen, Lebensmitteln als Alternative zu Fleisch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für viele spielen gesundheitliche und ethische Gründe sowie umweltverträgliche Erzeugung eine wichtige Rolle; manchen schmeckt es einfach besser und ein Großteil ist erst einmal neugierig.

Mehr

Bio-Sie­gel (Thema:Bio)

Die Einführung des Bio-Siegels war ein bedeutender Schritt zur Entwicklung des Bio-Marktes. Es kann auf freiwilliger Basis zusätzlich zum verpflichtenden EU-Bio-Logo genutzt werden, das alle vorverpackten, ökologisch erzeugten Lebensmittel aus der EU tragen müssen.

Mehr

EU-Rats­prä­si­dent­schaft: Er­näh­rungs- und Land­wirt­schaft stär­ken (Thema:EU-Agrarpolitik)

Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 übernimmt Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union (EU). Der Vorsitz im Rat der Europäischen Union wechselt alle sechs Monate. Zuletzt führte Deutschland 2007 den Vorsitz im Rat der EU.

Mehr

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.