Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung – Preisträger 2016-2019

Gute Ideen gegen Lebensmittelverschwendung werden in Berlin gefeiert: Seit 2016 verleiht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jährlich den Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung im Rahmen seiner Initiative "Zu gut für die Tonne!" in einem festlichen Rahmen.

Damit wird vorbildliches Engagement gegen Lebensmittelverschwendung in den Kategorien Landwirtschaft & Produktion, Handel, Gastronomie sowie Gesellschaft & Bildung ausgezeichnet. Ab 2019 kam zusätzlich die Kategorie Digitalisierung hinzu.

Die Preisträger des Bundespreises 2019

Insgesamt 117 Bewerbungen wurden eingereicht. Daraus wählte die Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe e.V., diese Gewinner:

  • Kategorie Landwirtschaft & Produktion: ShoutOutLoud e.V. für "Frankfurter Knärzje – Ein Brotbier gegen die Lebensmittelverschwendung" (Frankfurt, Hessen): Der Verein ShoutOutLoud e. V. stellt gemeinsam mit zwei Brauereien das Zero-Waste-Bier "Frankfurter Knärzje" aus altem Brot her.
  • Kategorie Gastronomie: Cassius Garten für "Alles aufessen" (Bonn, NRW): Im Restaurant Cassius Garten fallen kaum Lebensmittelabfälle an. Das Essen der Gäste wird nach Gewicht berechnet. Kurz vor Ladenschluss stehen die Gäste Schlange, um preisreduzierte Reste mitzunehmen.
  • Kategorie Handel: Penny Markt GmbH für "Kostbares retten" und "Naturgut Bio-Helden" (Köln, NRW): PENNY vermarktet Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern. Außerdem wirbt der Discounter dafür, das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht als Wegwerfdatum zu begreifen und hat auf seinen Milchprodukten entsprechende Hinweise aufgedruckt.
  • Kategorie Digitalisierung: Too Good to Go GmbH (Berlin): Über die App Too Good To Go können Verbraucher überschüssiges Essen aus Restaurants, Bäckereien und Supermärkten vergünstigt kaufen.
  • Kategorie Gesellschaft & Bildung: Ackerdemia e. V. für "Ackern schafft Bildung" (Potsdam, Brandenburg): Der Verein Ackerdemia e. V. sensibilisiert Kinder dafür, woher unsere Lebensmittel genau kommen und wie man sie anbaut. Herzstück des Vereins ist das ganzjährige, vielfach ausgezeichnete Bildungsprogramm GemüseAckerdemie für Schulen und Kitas.

Förderpreise mit je 5.000 Euro:

  • Antegon GmbH für "Food Tracks" (Münster, NRW): Das Team von FoodTracks will Bäckereien mittels einer Software effizienter machen, damit weniger Brot und Brötchen im Müll landen.
  • Bioland Gemüsehof Hörz für "Bodenschätze" (Filderstadt, Baden-Württemberg): Aus krummem Gemüse werden Bodenschätze. Der Bioland Gemüsehof Hörz verkauft schwer zu vermarktende Erträge vergünstigt an Studierende.
  • nXm film production und Sophie Hoffmann für "Zero Waste Cooking": Beim Film-Projekt "Zero Waste Cooking" zaubert die Köchin Sophia Hoffmann vor der Kamera aus Lebensmittelabfällen leckere vegane Gerichte. Mit dem Film- Team zeigt sie in einer Videoreihe kreative Wege auf, alles zu verkochen, was man eingekauft und zuhause rumliegen hat.

Die Preisträger des Bundespreises 2018

Die Auswahl der Gewinner 2018 erfolgte durch eine Jury unter dem Vorsitz von Bärbel Dieckmann, damalige Präsidentin der Welthungerhilfe. Für den vom BMEL ausgelobten Bundespreis hatten sich 2018 insgesamt 152 Unternehmen, Initiativen und Privatpersonen beworben.

  • Kategorie Handel: SirPlus, Berlin

    Seit 2017 bieten die SirPlus-Gründer im ersten Food-Outlet in Berlin und über einen Onlineshop Lebensmittel an, die im Handel nicht mehr verkauft oder in der Produktion aussortiert wurden.

  • Kategorie Landwirtschaft & Produktion: Gärtnerei Schnelles Grünzeug, Grammendorf (MV)

    Die Gärtnerei Schnelles Grünzeug konserviert seit 2015 Gemüse durch Fermentation. Überschüssiges Gemüse vom Feld oder Gemüse, das einen Markttag hinter sich hat und nicht mehr verkauft werden kann, wird über einen Onlineshop und in der Gastronomie verkauft.

  • Kategorie Gastronomie: NORDSEE GmbH, Bremerhaven

    Die NORDSEE GmbH reduziert Lebensmittelabfälle auf verschiedenen Wegen. Unter anderem bieten Sie Gästen an, ihr übrig gebliebenes Essen in zunächst 23 Filialen an sogenannten Doggybag-Stationen mitzunehmen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen kurz vor Ladenschluss Produkte aus der Snackbar im Rahmen der Aktion "30 Prozent in den letzten 30 Minuten" günstiger an.

  • Kategorie Gesellschaft & Bildung: Wirf mich nicht weg!, Ganderkesee (NI)

    Wirf mich nicht weg! hilft durch Aufklärung und Wissensvermittlung in Schulklassen Lebensmittelabfälle zu verringern. Das Projekt des Regionalen Umweltzentrums Hollen e. V. besucht pro Jahr 50 Grundschulen bundesweit.

  • Förderpreise: Drei weitere Projekte erhielten jeweils einen Förderpreis in Höhe von 7.500 Euro, 5.000 Euro beziehungsweise 2.500 Euro.

    • DingsDums Dumpling GmbH, Berlin (7.500 Euro)
      Das Team von DingsDums Dumpling produziert und verkauft handgefertigte Teigtaschen aus überschüssigen Lebensmitteln. Diese können bislang für Caterings bestellt werden. Das Team eröffnet ein Restaurant in Berlin-Kreuzberg.
    • Crowdbutching.com GmbH, Aub (BY) (5.000 Euro)

      Crowdbutching.com vermarktet Fleisch von Kuh und Schwein, bevor das Tier geschlachtet wird. Online können Fleischpakete bestellt werden. Geschlachtet wird erst, wenn die Fleischpakete eines Tieres zu 100 Prozent verkauft wurden.

    • DEINE ERNTE, Berlin (2.500 Euro)
      DEINE ERNTE ist eine Internetplattform, über die Gartenbesitzer ihre Ernte oder auch selbst gemachte Lebensmittel wie zum Beispiel Marmelade anbieten können. Erdacht hat dieses Konzept die Schülerin Annalina Landsberg ursprünglich für einen Ideenwettbewerb.

Ausführliche Informationen zu den Projekten finden Sie unter https://www.zugutfuerdietonne.de/bundespreis-2018/

Die Preisträger des Bundespreises 2017

Die Jury unter Vorsitz des ehemaligen Bundesministers Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer wählte 2017 die Preisträger in den vier Kategorien Handel, Gastronomie, Produktion und Gesellschaft & Bildung aus. Der Förderpreis ging 2017 an die beiden Nominierten in dieser Kategorie.

auf dem Startbild des Filmes wird der Preis mit dem Titel dargestellt
Zu gut für die Tonne-Bundespreis 2017 - der damalige Bundesminister Schmidt ehrt die Gewinner © BMEL
  • Kategorie Produktion: Knödelkult (Konstanz)
  • Kategorie Handel: Edeka Handelsgesellschaft Süd-West mbH (Offenburg)
  • Kategorie Gastronomie: Restlos Glücklich (Berlin)
  • Kategorie Gesellschaft und Bildung: Lecker tafeln (Berlin/Ganderkesee)
  • Förderpreise: ShoutOutLoud e.V. (Frankfurt am Main) und Dörrwerk GmbH (Berlin)

Die Preisträger des Bundespreises 2016

Der Jury unter Vorsitz des ehemaligen Bundesministers Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer einigte sich auf jeweils ein Projekt in den vier Kategorien Handel, Gastronomie, Produktion und Gesellschaft & Bildung sowie auf einen Förderpreisträger. Sie überreichten den nachfolgenden Gewinnern die "Zu gut für die Tonne!"-Trophäen:

Video von der Preisverleihung 2016

Zur Seite

Gewinner in der Kategorie Handel: Im Angebot e.K. & SALT Solutions GmbH (Leipzig)
Gewinner in der Kategorie Gastronomie: biond GmbH (Kassel)
Gewinner in der Kategorie Produktion: Ugly Fruits (Berlin)
Gewinner in der Kategorie Gesellschaft und Bildung: Foodsharing (Köln)
Gewinner des Förderpreises: Nimm mich zuerst! (Köln)

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