Corporate Social Responsibilty (CSR)

CSR-Engagement von Unternehmen, auch der deutschen Ernährungsindustrie, ist heute keine Ausnahme mehr, sondern hat sich zum Maßstab für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen entwickelt. In Deutschland praktizieren mehr und mehr Unternehmen CSR – vom multinationalen Konzern bis zum Mittelständler.

Finanzinvestoren und Verbraucher beobachten verstärkt das soziale und ökologische Verhalten von Unternehmen und beziehen dies in ihre Investitions- bzw. Kaufentscheidungen ein.

Die Bundesregierung setzt sich für eine soziale und ökologisch verantwortliche Gestaltung der Globalisierung ein. Wegweisend sind dabei die Vereinbarungen, die unter der deutschen G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 in Heiligendamm erzielt wurden: CSR soll als zentrales Element bei der sozialen Gestaltung der Globalisierung gestärkt werden.

Was ist CSR?

Unter CSR ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens zu verstehen.

Dies umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte, wie sie etwa in international anerkannten Referenzdokumenten zur Unternehmensverantwortung ausgeführt sind. Dazu gehören insbesondere die ILO-Grundsatzerklärung über Unternehmen und Sozialpolitik, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen aber auch die VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, der UN Global Compact oder ISO 26000. Konkret geht es beispielsweise um faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, den sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, den Schutz von Menschenrechten, des Klimas und der Umwelt sowie die Verantwortung in der Lieferkette.

Bereits 1976 hat sie gemeinsam mit den übrigen OECD-Mitgliedstaaten die "OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen" zur verantwortungsvollen Unternehmensführung verabschiedet. Die Leitsätze bringen die gemeinsamen Werte von 44 Regierungen zum Ausdruck und sind ein wichtiger Orientierungsmaßstab für unternehmerisches Verhalten bei grenzüberschreitenden Handels- und Investitionsaktivitäten. Ziel der Leitsätze ist es, den positiven Beitrag zu fördern, den die Unternehmen zum ökonomischen, ökologischen und sozialen Fortschritt weltweit leisten können. Rechtlich sind sie für die Firmen nicht bindend; gleichwohl erwartet die Bundesregierung von in oder aus Deutschland tätigen Unternehmen, dass sie die Vorgaben der Leitsätze bei ihren grenzüberschreitenden Aktivitäten einhalten. Speziell für den Agrarbereich bietet der OECD-FAO Leitfaden für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten Unternehmen eine unterstützende Orientierung, wie sie ihrer Sorgfaltspflicht und Unternehmensverantwortung gerecht werden können.

Bei der Nationalen Kontaktstelle für die OECD-Leitsätze (NKS) findet jede Person oder Organisation Gehör, die sich über vermeintliche Verstöße von Unternehmen gegen diese Leitsätze beschweren möchte. Das BMEL ist gemeinsam mit weiteren Ministerien Mitglied des Ressortkreises "OECD-Leitsätze", der Teil des NKS-Entscheidungsverfahrens ist.

Nationales CSR-Forum

Das federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat das Nationale CSR-Forum gegründet. Das Forum setzt sich aus 41 hochrangigen Expertinnen und Experten der Wirtschaft, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und Vertretern der beteiligten Bundesministerien zusammen. Auch das BMEL ist Mitglied des Forums.

CSR-Berichte

Immer mehr Unternehmen informieren in jährlichen CSR-Berichten über ihre sozialen und ökologischen Aktivitäten, nicht nur im eigenen Betrieb, sondern auch in der Zuliefererkette.

Es gibt verschiedene Berichtsstandards, wie die Global Reporting Initiative (GRI) oder den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), die Unternehmen bei ihrer CSR-Berichterstattung anleiten. Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 können ebenfalls auf die CSR-Berichterstattung einwirken, wenn Unternehmen sie nutzen, um ihre Unternehmensziele zu definieren.
Der Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hat zum DNK in Anlehnung an den Leitfaden des Deutschen Nachhaltigkeitsrats und der Bertelsmann-Stiftung einen Branchenleitfaden entwickelt. Für größere Unternehmen besteht seit 2017 eine EU-Berichtspflicht gemäß der so genannten CSR-Richtlinie.

Zu den wesentlichen Aufgaben des Nationalen CSR-Forums gehört die Beratung der Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der nationalen CSR-Politik. Zu den wesentlichen Aufgaben des Nationalen CSR-Forums gehört die Beratung der Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der nationalen CSR-Politik. Im Juni 2018 hat das Nationale CSR-Forum den "Berliner CSR-Konsens zur Unternehmensverantwortung in Liefer- und Wertschöpfungsketten " verabschiedet. Darin wird praxisnah formuliert, welche Management- und Führungsprinzipien für ein verantwortliches Lieferkettenmanagement notwendig sind. Die Arbeitsgruppe "Wirtschaft und Menschenrechte" des CSR-Forums begleitet die Aktivitäten der Bundesregierung zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Das BMEL ist Mitglied der Arbeitsgruppe.

Maßnahmen des BMEL

Das BMEL unterstützt auf vielfältige Weise die Unternehmen dabei, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Dies zeigt sich insbesondere in den vom BMEL auf den Weg gebrachten bzw. unterstützen und zum Teil finanziell geförderten Initiativen zu nachhaltigen Lieferketten sowie der Verankerung des Menschenrechts auf Nahrung in konkreten, für die Wirtschaft umsetzbaren Leitlinien, z. B.:

Weitere Informationen und Beratungsangebote zur CSR finden Sie unter der zentralen Internetseite der Bundesregierung: www.csr-in-deutschland.de.

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