Nationales Programm für nachhaltigen Konsum – Gesellschaftlicher Wandel durch einen nachhaltigen Lebensstil

Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt für ökologisch und sozial verträgliche Produkte und Dienstleistungen entscheiden können. Sie hat hierfür 2016 das "Nationale Programm für nachhaltigen Konsum" (NPNK) beschlossen.

Werden Dienstleistungen genutzt, Produkte gebraucht und entsorgt, beeinflusst das zusehends nicht nur die wirtschaftliche und soziale Lage der Menschen, sondern auch den Zustand der Umwelt. Doch wie lässt sich nachhaltiger Konsum systematisch stärken? Das Programm zeigt politische Leitideen und konkrete Maßnahmen auf. Diese nehmen eine Vielzahl von Konsumbereichen in den Blick wie etwa Mobilität, Haushalt, Arbeit oder Freizeit. Mit im Fokus: Das Thema Ernährung. Besonders im Bereich Ernährung können Konsumentinnen und Konsumenten durch ihre Entscheidung direkten Einfluss auf das übergeordnete Ziel einer nachhaltigen Entwicklung nehmen und sowohl Lokal- als auch Weltpolitik gestalten.

Das NPNK stellt einen wichtigen Schritt für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDG 12 - nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen) dar. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesverbraucherministerium (BMJV) haben eine gemeinsame Federführung für das Programm und dessen Umsetzung.

Kompetenzzentrum nachhaltiger Konsum

Im März 2017 wurde für die Begleitung des NPNK das Kompetenzzentrum nachhaltiger Konsum (KNK) beim Umweltbundesamt eingerichtet. Die Aufgabe des Kompetenzzentrums ist es, das gesellschaftliche Engagement für nachhaltigen Konsum zu stärken sowie einen fachlichen Austausch zwischen allen Akteuren zu fördern. Für den Themenbereich Ernährung und Landwirtschaft übernimmt die Bundesanstalt für Ernährung (BLE) die Federführung. Das KNK bietet Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten zum Thema nachhaltiger Konsum und fördert Synergien in der Umsetzung des NPNK.

Nationales Netzwerk Nachhaltiger Konsum

Ein gesellschaftlicher Wandel zu einem nachhaltigeren Konsum kann nur verwirklicht werden, wenn alle gemeinsam Verantwortung übernehmen. Anfang 2017 wurde deswegen das Nationale Netzwerk Nachhaltiger Konsum (NNNK) gegründet. Das NNNK als Multistakeholder-Plattform ist zentraler Bestandteil der Umsetzung des NPNK. Derzeit sind rund 200 Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verbänden und der Zivilgesellschaft im NNNK versammelt. Zur Unterstützung der Umsetzung des NPNK finden regelmäßig Veranstaltungen unterschiedlicher Formate statt die sich insbesondere an die Netzwerkakteure richten.

Dr. Eva Ursula Müller spricht bei der Auftaktveranstaltung der Leuchtturm-Initiative
Dr. Eva Ursula Müller, Leiterin der Abteilung "Wald, Nachhaltigkeit, nachwachsende Rohstoffe" im BMEL spricht zum Auftakt der Leuchtturm-Initiative © BMEL

Leuchttürme für nachhaltigen Konsum

Zur Stärkung der Zusammenarbeit von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden Leuchtturm-Initiativen der Bundesministerien gemeinsam mit dem KNK und Akteuren des NNNK zur Umsetzung des NPNK durchgeführt. Das BMEL möchte mit der Leuchtturm-Initiative „Nachhaltiger Konsum für biologische Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Die Auftaktveranstaltung der Leuchtturm-Initiative fand im Mai 2019 im BMEL statt. Im Fokus steht der Erhalt alter, regionaler Obst- und Gemüsesorten und sowie seltener Nutztierrassen.

Weitere Informationen zum Nationalen Programm für nachhaltigem Konsum, dem Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum und die Möglichkeit zur Registrierung als Netzwerkakteur finden Sie unter www.k-n-k.de.

Erschienen am im Format Basistext

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