AMIS-Agrarmarktbeobachtung: G20 setzen weiterhin auf Markttransparenz

Die Staats- und Regierungschefs der G20 haben die Bedeutung von transparenten Agrarmärkten für die Ernährungssicherung unterstrichen.

In der Hamburger Gipfelerklärung 2017 heißt es: "Zur Erhöhung der Transparenz globaler Lebensmittelmärkte rufen wir zu einer Stärkung des Agrarmarktinformationssystems (AMIS) und einem aktivem Engagement all seiner Mitglieder auf. Wir unterstreichen, dass eine bessere Funktionsweise der Märkte dazu beitragen kann, Schwankungen der Lebensmittelpreise zu reduzieren und die Ernährungssicherheit zu erhöhen."

Die G20-Agrarminister hatten sich im Mai 2019 erneut klar zu AMIS und der "Initiative Group on Earth Observations Global Agricultural Monitoring" (GEOGLAM) bekannt, die sich AMIS im Juni 2016 angeschlossen hatte. Zudem haben sie eine aktive Beteiligung aller G20-Mitgliedsstaaten am AMIS gefordert.

Logo Agricultural Market Information System (AMIS) Logo Agricultural Market Information System (AMIS)

Wie funktioniert das Agrarmarktinformationssystems (AMIS)?

AMIS bündelt auf Initiative der G20-Agrarminister seit 2011 Daten zu Witterung, Ernteaussichten und Preisen für die weltweit wichtigen Grundnahrungsmittel Reis, Mais, Weizen und Soja. Das Ziel: Es soll durch ein Mehr an Markttransparenz helfen, Hungerkrisen besser vorzubeugen und extreme Preisschwankungen zu verhindern.

AMIS wertet nicht nur Meldungen der G20 Staaten aus, sondern auch die Daten der wichtigsten ex- und importierenden Länder. Dazu zählen Staaten wie Ägypten, Kasachstan, Nigeria, Thailand, Ukraine und Vietnam. Damit erfasst das System gut 80 Prozent des weltweiten Handels mit den wichtigsten Ernährungsgütern.

Das AMIS-Sekretariat hat seinen Sitz bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom. Monatlich wird ein Marktmonitor herausgegeben. Deutschland hatte Ende Juni 2016 erstmals den AMIS-Vorsitz übernommen. Seit Juni 2019 hat Brasilien den Vorsitz inne.

AMIS ist eine Erfolgsgeschichte. Das Analyse-Instrument hat sich etabliert. Auch wenn noch nicht alle beteiligten Staaten umfassende Daten liefern, leistet AMIS schon jetzt einen wichtigen Beitrag, um durch politisch abgestimmte Reaktionen überschießende Marktreaktionen auf Krisen zu verhindern.

Friedrich Wacker, Abteilungsleiter im BMEL

Erschienen am im Format Artikel

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Weiterführende Informationen zur G20-Agrarministerkonferenz

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