Europa und Afrika blicken auf Landwirtschaft der Zukunft

Bundesministerin Julia Klöckner bei gemeinsamer Konferenz von Afrikanischer und Europäischer Union

Die Agrarminister der Afrikanischen Union (AU) und der Europäischen Union (EU) haben sich am 21. Juni 2019 zu einer gemeinsamen Konferenz in Rom getroffen. Es war das dritte Treffen dieser Art nach Zusammenkünften in Noordwijk (Niederlande) im Jahr 2016 und Rom im Jahr 2017. Deutschland wurde durch Bundesministerin Julia Klöckner vertreten.

Logo der AU-EU-Konferenz Rom 2019 Logo der AU-EU-Konferenz Rom 2019
© EU-Kommission

Die Konferenz stand unter dem Thema "Promoting sustainable regional agricultural value chains". Am Vormittag fanden vier Arbeitsgruppen statt. Sie beleuchteten die Chancen für Investitionen in die Landwirtschaft, den Forschungs- und Innovationsbedarf angesichts des Klimawandels, die Digitalisierung in der Landwirtschaft sowie Standards und Lebensmittelsicherheit als Schlüssel für Handel in Afrika. Unter Leitung der Agrarminister waren Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingeladen, sich einzubringen und mit zu diskutieren.

Bundesministerin mit Keynote zu Handel und Investitionen für Nachhaltigkeit

Bundesministerin Klöckner ging in einer Keynote auf die wichtige Rolle von Handel und Investitionen für eine global nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel der Ernährungssicherung ein. Sie gab dabei einen Ausblick auf das nächste Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) – die Berliner Welternährungskonferenz. Sie wird sich im Januar 2020 mit dem Thema "Food for All! Trade for Secure, Diverse and Sustainable Nutrition" befassen.

Afrikanische Union (AU)

Die AU wurde 2002 als Nachfolgerin der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) gegründet.

Sitz der AU ist Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Alle Staaten Afrikas sind AU-Mitglied. Exekutivorgan ist die AU-Kommission mit 8 sektoral zuständigen Kommissaren. Das Mandat der Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung besteht darin, die Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und die landwirtschaftliche Produktivität der AU-Mitgliedstaaten zu fördern.

Ziele: gemeinsame Abschlusserklärung und Aktionsplan

Die Agrarminister verabschiedeten zum Abschluss eine Gemeinsame Erklärung und vereinbarten in einer Action Agenda Leuchtturmprojekte. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa im Bereich der Landwirtschaft weiter intensivieren. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung Afrikas bei der Entwicklung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion. Ziel sind Investitionen in eine ressourcenschonende landwirtschaftliche Produktion für mehr und qualitativ bessere Lebensmittel, für Arbeit und Lebensperspektiven vor allem für junge Menschen.

Blick auf "Task Force Rural Africa"

Die Flaggen von Afrikanischer Union und Europäischer Union verschmelzen in einem Bild. Kooperation AU EU
Bei der gemeinsamen Konferenz von Afrikanischer und Europäischer Union im Juni in Rom stand die Landwirtschaft im Mittelpunkt © michaklootwijk - stock.adobe.com

Mit der Action Agenda stoßen die Agrarminister die Umsetzung der Empfehlungen der Task Force Rural Africa (TFRA) an. Sie wurde auf Initiative von EU-Kommissar Phil Hogan im Mai 2018 geschaffen, um die EU über den bestmöglichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrikas Agrar- und Ernährungssektor zu beraten. Am 7. März 2019 präsentierte die Task Force, der elf afrikanische und europäische Expertinnen und Experten angehören, ihren Anschlussbericht. Sie fordert die Umsetzung einer innovativen Partnerschaft für die Entwicklung des afrikanischen Agrar- und Ernährungssektors und der ländlichen Wirtschaft. Der Abschlussbericht umfasst Empfehlungen in vier strategischen Handlungsfeldern:

  • Territoriale Entwicklungsstrategie zur Schaffung von Beschäftigung und Einkommen;
  • Nachhaltiges Management von Land und natürlichen Ressourcen sowie Klimamaß-nahmen;
  • Nachhaltige Transformation der afrikanischen Landwirtschaft;
  • Entwicklung der afrikanischen Ernährungsindustrie und entsprechender Märkte.

Um den für Afrika wichtigen Wirtschaftssektor zu stärken hat die AU das "Comprehensive Africa Agriculture Development Program" (CAADP) ins Leben gerufen. Die Initiative unterstützt die Mitgliedsländer bei der Steigerung von Investitionen und Produktivität im Landwirtschaftssektor und strebt agrarwirtschaftliche Wachstumsraten von über sechs Prozent an, um Ernährungssicherung und wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

Afrikapolitische Leitlinien der Bundesregierung

Auch für die Bundesregierung ist die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas ein wichtiges Anliegen. Dies wurde zuletzt durch die Fortschreibung der 2014 veröffentlichten Afrikapolitischen Leitlinien deutlich In diesem Papier greift die Bundesregierung die Entwicklung nach 2014 auf. Dazu gehören zum Beispiel die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die Agenda 2063 der Afrikanischen Union, das Pariser Klimaabkommen, die Entwicklungen bei Flucht und Migration, das gestiegene deutsche Engagement in Stabilisierungsmissionen im Sahel und am Horn von Afrika sowie die gewachsene Rolle der Zivilgesellschaft in Afrika.

Konferenzsaal mit Podium Der Thema der Konferenz in Rom: "Promoting sustainable regional agricultural value chains"
Agrarminister der EU und AU bei der Konferenz in Rom. Ihr Thema: "Promoting sustainable regional agricultural value chains" © BMEL

Erschienen am im Format Aktuelles

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