Klöckner bei FAO-Konferenz in Rom

Neue Spitze der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gewählt

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat am Samstag und Sonntag, 22. und 23. Juni 2019, an der 41. FAO-Konferenz in Rom teilgenommen. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ging es dieses Mal vor allem um die Wahl eines Generaldirektors oder einer Generaldirektorin. Der amtierende FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

Logo mit Ähre und der Inschrift Fiat Panis Logo der FAO

Wahl der neuen FAO-Spitze

Dr. Qu Dongyu aus China setzte sich bei der Wahl im 1. Wahlgang mit 108 von 191 Stimmen gegen Catherine Geslain-Lanéelle aus Frankreich (71 Stimmen) und Davit Kirvalidze aus Georgien (12 Stimmen) durch. Qu ist Agrarwissenschaftler und war bisher Vizelandwirtschaftsminister Chinas. Der neue Generaldirektor bestimmt nun für die nächsten vier Jahre die Politik der größten Sonderorganisation der Vereinten Nationen.

Fakten zur FAO

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wurde 1945 gegründet. Sie ist eine der ältesten und größten Sonderorganisationen der Vereinten Nationen.

Ihre Ziele sind unter anderem: weltweite Ernährungssicherung, Stärkung landwirtschaftlicher Produktion und ländlicher Entwicklung, Förderung nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung.

Die FAO ist eine von drei in Rom ansässigen Landwirtschafts- und Ernährungsinstitutionen der Vereinten Nationen. Neben der FAO gehören dazu das WFP (Welternährungsprogramm) und IFAD (Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung).

Bundesministerin Klöckner gratulierte: "Alles Gute für den Generaldirektor aus China. Ich erwarte, dass Dr. Qu, der aus dem bevölkerungsreichsten Land der Erde stammt und in Europa promoviert hat, den Gedanken des Multilateralismus, der Zusammenarbeit auf Augenhöhe auch in seine neue Position trägt."

Mit Blick auf die Zukunft der FAO forderte Klöckner: "Wir werden darauf achten, dass die Organisation ihre Schwerpunkte wieder stärker auf ihr eigentliches Mandat legt, eine Wissensorganisation zu sein und keine Entwicklungshilfeorganisation. Das heißt konkret: Sie muss Antworten finden, wie wir bei einer wachsenden Bevölkerung und Verknappung der natürlichen Ressourcen die Versorgung mit und den Zugang zu Lebensmitteln weltweit sichern können."

Klöckner hatte mit der Stimme Deutschlands die gemeinsame Kandidatin der Europäischen Union (EU) für das FAO-Spitzenamt, Catherine Géslain-Lanélle, unterstützt. Die EU-Mitgliedsstaaten hatten sich im Oktober 2018 beim informellen Agrarministertreffen für die Französin ausgesprochen.

Globale Herausforderungen auf der Agenda

Bei der Konferenz in Rom waren die Landwirtschafts- und Ernährungsminister der Mitgliedsstaaten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zusammengekommen, um sich über aktuelle globale Herausforderungen auszutauschen und ein gemeinsames Vorgehen zu beschließen. Neben der Wahl des Generaldirektors standen daher auch ein Austausch über die Zusammenhänge von Migration, Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung sowie das mehrjährige Arbeitsprogramm der FAO auf der Tagesordnung.

In der FAO sind 194 Staaten und die Europäische Gemeinschaft (EU) als Mitglied sowie zwei assoziierte Mitglieder vertreten. Der reguläre Haushalt dieser Sonderorganisation der Vereinten Nationen umfasst für die Jahre 2018/2019 rund 1 Mrd. US-Dollar. Der deutsche Beitrag beläuft sich für diesen Zeitraum auf rund 34 Mio. US-Dollar.

Deutschland: Fokus auf Nachhaltigkeit

Als viertgrößter Beitragszahler unterstützt Deutschland die FAO nachdrücklich dabei, die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030, insbesondere das Ziel 2 "Beendigung des Hungers", zu erreichen – dies durch Politikberatung und technische Zusammenarbeit sowie Schaffung von Normen und Leitlinien. Als Fachorganisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft will die FAO weltweit zu einem höheren Lebensstandard, zur besseren Ernährung und zur Überwindung von Hunger und Unterernährung beitragen; die Effizienz bei der Erzeugung und Verteilung von Agrarerzeugnissen verbessern; günstige Lebensverhältnisse für die ländliche Bevölkerung schaffen und damit die weltwirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Deutschland nimmt bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt durch die FAO eine führende Rolle ein. Seit Mai 2002 unterhält die Bundesregierung eine Rahmenvereinbarung mit der FAO über Projektzusammenarbeit im Bereich der Ernährungssicherung. Hierfür stellt Deutschland jährlich im Rahmen eines Bilateralen Treuhandfonds zusätzliche Mittel als freiwilligen Beitrag für die FAO in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden Projekte finanziert, die auf eine Verbesserung der Ernährungssicherheit in Schwerpunktregionen abzielen.

Erschienen am im Format Aktuelles

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