Erfolgreicher Abschluss einer G20-Agrar- und Wasserministererklärung

Vor dem G20-Gipfeltreffen konnte erfolgreich eine Einigung über eine G20-Agrar- und Wasserministererklärung erreicht werden.

Im Nachgang des Agrar- und Wasserministertreffens am 12. September 2020, das ohne Abschluss einer Ministererklärung endete, konnte vor dem G20-Gipfeltreffen erfolgreich eine Einigung im Rahmen der G20 Partner erreicht werden

Möglich wurde dies durch die nachträgliche Aufnahme der von Deutschland und den EU-Partnern seit Beginn der Verhandlungen geforderten Aussage zum Klimawandel. Die Landwirtschaft ist durch den Klimawandel stark betroffen und ist gleichzeitig im Kampf gegen diesen gefordert. Eine Aussage dazu, wie der Klimawandel die Ernährungssicherung gefährdet, war daher für DEU Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Erklärung.

Folgende maßgebliche Ziele wurden in der G20 Agrar-und Wasserministererklärung 2020 erreicht:

  • Anerkennung der erheblichen Herausforderungen für die Ernährungssicherung und das Wassermanagement durch u.a. Klimawandel, extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen.
  • Aufruf zur Umsetzung von Mechanismen mit Blick auf den One Health Ansatz, u.a. zur Verhinderung von Zoonosen.
  • Hinweis auf die Notwendigkeit von verantwortungsvollen Investitionen in die Landwirtschaft, um den Herausforderungen der globalen Ernährungssicherung zu begegnen,
  • Betonung der Bedeutung der ländlichen Entwicklung und der Förderung von nachhaltigen, resilienten und effizienten Wertschöpfungsketten,
  • Bekenntnis zur Fortsetzung von Maßnahmen im Bereich Lebensmittelverschwendung (Food Losses and Waste),
  • Bekräftigung der gemeinsamen Bekämpfung von Antibiotikamittelresistenzen (AMR), auch mit Blick auf den One-Health Ansatz,
  • Betonung der Bedeutung von digitaler Transformation und Innovation sowie Investment in Forschung und Entwicklung, auch mit Blick auf die Erreichung der Ziele aus der Agenda 2030
  • Hervorhebung der Bedeutung von verlässlichen und sicheren Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen und einem integrierten und nachhaltigen Wassermanagement

Unter der diesjährigen saudischen Präsidentschaft konnten im G20-Agrarstrang somit zwei Erklärungen abgeschlossen werden. Neben der Agrar-und Wasserministererklärung bekannten sich die Agrarministerinnen und Agrarminister der G20-Staaten sowie hochrangige Vertreter internationaler Organisationen am 21. April 2020 in einem Sonderstatement zur Aufrechterhaltung von Lieferketten und Verhinderung ungerechtfertigter Handelshemmnisse. Ziel ist, die Ernährung der Menschen weltweit nachhaltig zu sichern und auch für die Zukunft krisenfest zu gestalten.

Über die G20

Die G20 ist das zentrale Forum zur internationalen Zusammenarbeit der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, vor allem in Finanz- und Wirtschaftsfragen.

Sie stehen für

  • fast zwei Drittel der Weltbevölkerung,
  • mehr als vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts,
  • zwei Drittel der Landwirtschaftsfläche und 80 Prozent der handelbaren Agrargüter.

Die Beschlüsse der G20 Staaten haben hohe Signalwirkung und geben Anstoß für Reformen auf der nationalen und multinationalen Ebene. Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an.

Wie die G7 ist die G20 ein informelles Forum. Deshalb spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle. In ihrer Hand liegen Organisation, Agenda sowie die Auswahl der Gäste des Gipfeltreffens. 2020 hatte Saudi-Arabien die Präsidentschaft inne, 2021 ist es Italien.

Abschluss des jährlichen G20 Prozesses ist der Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Dieser fand am 21./22. November 2020 pandemiebedingt in virtuellem Format statt. 

Erschienen am im Format Aktuelles

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