BMEL-Konferenz: Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele in Deutschland

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung haben sich die Vereinten Nationen 2015 auf globale Nachhaltigkeitsziele (SDGs) verständigt. Wie können diese Ziele national und international umgesetzt werden? Darum ging es bei einer Expertenkonferenz vom 2. bis zum 4. Mai 2016 in Berlin.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) hatten mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eingeladen, um Vorschläge für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele zu erarbeiten. Es war die erste international ausgerichtete Veranstaltung zur Umsetzung der SDGs in Deutschland. Der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen standen im Fokus der Veranstaltung "Jump-starting the Sustainable Developement Goals (SDGs) in Germany: Natural Resources and Sustainable Consumption and production".

Niemand darf zurückgelassen werden. Armut und Hunger dürfen nicht hingenommen werden. Es muss eine nachhaltige Welternährung gesichert werden. Das machte das Bundeslandwirtschaftsministerium zum Auftakt der Konferenz deutlich. Kernaufgabe der Landwirtschaft bleibe die Ernährungssicherung. Land- und Forstwirtschaft könnten zudem entscheidend dazu beitragen, zahlreiche weitere anspruchsvolle Ziele der Agenda 2030 umzusetzen. Ernährung sichern, Klima schützen, Ressourcen schonen – diese enormen Herausforderungen der Agenda 2030 müssen angenommen werden. Notwendig ist dabei zugleich die grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Kein Land allein kann die SDGs erreichen. Partnerschaften, die auf der Konferenz in Berlin angebahnt würden, sind das zentrale Instrument, damit die Agenda 2030 Realität werden kann.

Hintergrund

Die Konferenz "Jump-starting the Sustainable Developement Goals (SDGs) in Germany: Natural Resources and Sustainable Consumption and production" bildete den Abschluss des vom BMEL geförderten Projekts "Sustainable Development Goals and Renewable Resources Forum". Das IASS ist daher im Rahmen der Konferenz in verschiedenen Gesprächsforen der Frage nachgegangen: Was können natürliche Ressourcen und nachwachsende Rohstoffen zum Erreichen der SDGs beitragen?

Das Thema Nachhaltigkeit bleibt in Berlin fest auf der Agenda: Deutschland entwickelt seine Nationale Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne der Agenda 2030 weiter. Das BMEL koordiniert dabei das zweite der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele "Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern". Bei der Jahrestagung des Rates für nachhaltige Entwicklung am 31. Mai 2016 stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel Grundzüge des Fortschrittsberichts vor.

Die Weltgemeinschaft hat sich mit der Zukunftsagenda 17 ambitionierte Nachhaltigkeitsziele (SGDs) gesetzt und hat damit vor allein eins im Blick: Die Erde für folgende Generationen zu bewahren und das Leben derjenigen zu verbessern, die noch immer in Hunger und Armut leben. Aus dem globalen Konsens der nachhaltigen Entwicklung der Erde folgt auch für entwickelte Länder wie Deutschland ein klarer Auftrag: Alle müssen ihren Entwicklungsweg aus der Perspektive der Agenda 2030 betrachten und anpassen.

Deutschland will eine Vorreiterrolle einnehmen und ist deswegen Teil einer neunköpfigen, hochrangigen, von Schweden initiierten Unterstützergruppe für die Umsetzung der Agenda 2030.

Im Rahmen der Konferenz skizzierte das BMEL eine Reihe von Herausforderungen, die sich aus der Agenda 2030 ergeben – angefangen von der Bekämpfung von Fluchtursachen, über den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen Boden, Wasser und Agrarrohstoffen bis hin zur Frage, welchen Beitrag kann jeder einzelne Verbraucher zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele leisten?

Es gilt aus Interesse für unser Klima wie aus humanitären Gründen, sektorübergreifend und über die gesamte Produktionskette hinweg auf Nachhaltigkeit zu setzen. Die Arbeit der durch das BMEL angestoßenen Nachhaltigkeitsforen - das "Forum nachhaltiger Kakao" und das "Forum nachhaltiges Palmöl" - kann dabei Pate stehen. Auch die Verbraucher tragen Verantwortung, denn jeder einzelne stimmt an der Ladenkasse mit darüber ab, welche Lebensmittel verkauft und wo und wie sie produziert werden. Das ist ein starker Hebel, um die Produktionsbedingungen weltweit zu verändern.

Erschienen am im Format Aktuelles

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