Agrarforschungsansätze zur Lösung globaler Herausforderungen

6. MACS-G20 Treffen in Potsdam

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), unterstützt durch das Thünen Institut, vom 12. bis 15. November 2017 in Potsdam das sechste "Meeting of G20 Agricultural Chief Scientists" (MACS-G20) ausgerichtet.

Was ist das MACS-G20?

Das MACS- Format wurde von den G20-Staaten gegründet und trat erstmals im Rahmen der Mexikanischen G20 Präsidentschaft im Jahr 2012 zusammen.

Hintergrund der Gründung ist die Überlegung, dass die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Sicherung der Welternährung bei steigenden Bevölkerungszahlen, schwindende Artenvielfalt und die Bekämpfung globaler Pflanzenkrankheiten sowie Tierseuchen auf internationaler Ebene angegangen werden müssen und gemeinsame Forschungsstrategien erfordern.

An der diesjährigen Sitzung haben 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den G20 Ländern und ausgewählten Gastländern, der EU-Kommission sowie von internationalen Organisationen, darunter die Welternährungsorganisation FAO und die OECD teilgenommen. Zum Rahmenprogramm der Veranstaltung zählte ein in Zusammenarbeit mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierter Besuch der diesjährigen Agrartechnikmesse AGRITECHNICA in Hannover. Das Thema "Digitalisierung" stand dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus hatte die Deutsche Agarforschungsallianz (DAFA) zum Auftakt der Veranstaltung mit verschiedenen Vorträgen zur deutschen Agrarforschungslandschaft und aktuellen Forschungsthemen dazu beigetragen, den internationalen Gästen einen fundierten Überblick über zentrale Strukturen und Themen der deutschen Agrarforschung zu vermitteln. Die MACS Sitzung selbst widmete sich neben der Digitalisierung in der Landwirtschaft den Themen "Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung", "Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft" sowie der wachsenden Bedeutung von Open Data Anwendungen im Agrarsektor. Die Ergebnisse wurden in der gemeinsam ausgehandelten Abschlusserklärung festgehalten.

Expertenworkshops im Vorfeld des MACS-G20

Im Vorfeld der Zusammenkunft wurden zwei Expertenworkshops im Auftrag des BMEL durchgeführt, deren zentrale Ergebnisse in die MACS-G20 Veranstaltung eingeflossen sind. Einer dieser Workshops beschäftigte sich mit der Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung und knüpfte damit unmittelbar an frühere MACS Aktivitäten an. Ziel des Workshops war es, vorhandene Konzepte zur Minderung von Lebensmittelverlusten, sowie Initiativen, Plattformen und Projekte vorzustellen und besser miteinander zu verknüpfen. Die Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung war auch das zentrale Thema auf einem vom BMEL gemeinsam mit anderen Akteuren wie der Rockefeller Stiftung, FAO, WFP und IFAD, ausgerichteten Fachveranstaltung anlässlich der UN-Vollversammlung im September in New York.

In einem weiteren Fachworkshop im MACS-Kontext, der am 27. und 28. September 2017 in Berlin stattfand, wurde das Thema "Linked Open Data" diskutiert. Fachlich hat den Workshop das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) in Zusammenarbeit mit dem GODAN-Netzwerk (Global Open Data for Agriculture and Nutrition) unterstützt. Etwa 80 internationale Fachexperten tauschten sich zu dieser zunehmend verbreiteten Technologie aus, bei der untereinander verbundene Daten mit einem freien Datenzugang verknüpft werden. In diesem Zusammenhang diskutierten sie über technische und politische Aspekte von "Linked Open Data Anwendungen" in der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Herausforderungen, wie dem Datenschutz und der Regelung von Datenrechten.

Erschienen am im Format Aktuelles

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