OECD/FAO-Leitfaden für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten

Der OECD/FAO-Leitfaden für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten soll Unternehmen dabei helfen, bestehende Standards für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln entlang landwirtschaftlicher Lieferketten einzuhalten.

Verantwortung für die Zulieferkette zu übernehmen, ist heute für die Unternehmen unabdingbar. Die Ernährungsindustrie trägt als Abnehmer für die Art der Gewinnung von Rohstoffen und Produktionsbedingungen hohe Verantwortung. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigen Unterstützung dabei, ihre Verantwortung zu übernehmen und die negativen Auswirkungen zu vermeiden.

Der OECD/FAO-Leitfaden für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten konkretisiert die bereits bestehenden OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen mit ihren allgemeinen Empfehlungen für verantwortungsbewusste Geschäftstätigkeit international tätiger Unternehmen. Er trägt durch Konkretisierungen gezielt der spezifischen Verantwortung von Unternehmen in Lieferketten für landwirtschaftliche Produkte Rechnung.

Die Empfehlungen des Leitfadens sollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Unternehmen in Lieferketten für landwirtschaftliche Produkte

  • ihre Unternehmensverantwortung wahrnehmen,
  • bereits existierende Standards mit Blick auf Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Gesundheit, das Recht auf Nahrung, Landrechte, Umwelt und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, gute Unternehmensführung, Tierwohl sowie Technologie und Innovation beachten und
  • negativen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit vorbeugen.

Der Leitfaden unterstützt die weiteren Aktivitäten des BMEL im Bereich nachhaltiger Rohstpffe, wie beispielsweise das Forum nachhaltiger Kakao oder Forum nachhaltiges Palmöl.

Der Leitfaden wurde von OECD und FAO in einem Multistakeholder-Verfahren zusammen mit Regierungsvertretern, der Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen ausgearbeitet. Die Bundesregierung hat die Arbeit am Leitfaden begleitet und unterstützt.

Nationale Kontaktstelle

Jede Regierung, die sich den OECD-Leitsätzen angeschlossen hat, ist verpflichtet, eine Nationale Kontaktstelle (NKS) einzurichten.

Aufgabe der NKS ist es,

  • den Bekanntheitsgrad und die Anwendung der OECD-Leitsätze zu erhöhen,
  • mit den NKS anderer Staaten zusammenzuarbeiten,
  • Anfragen zur Anwendung der OECD-Leitsätze zu beantworten und
  • bei Beschwerden über mögliche Verstöße gegen die OECD-Leitsätze eine Vermittlung zwischen den Parteien anzubieten, um einvernehmlich ein gemeinsames Verständnis zur Umsetzung der OECD-Leitsätze zu erreichen.

Die deutsche NKS ist beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angesiedelt und entscheidet jeweils in einem Interministeriellen Ausschuss vom Auswärtigen Amt (AA), dem Bundesministerium der Finanzen (BMF), dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem BMEL. Das BMEL wird die Verantwortung für fachliche Fragen des Leitfadens für verantwortliche landwirtschaftliche Lieferketten übernehmen.

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