Verbesserung der Ernährung weltweit

Die Ernährung der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert erfordert nicht nur eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Ein ganzheitlicher Ansatz, der die Qualität der Ernährung in den Mittelpunkt stellt, ist entscheidend für eine ausgewogene Ernährung der Menschen weltweit.

Mit Ernährungssicherung wird in der Regel die Bekämpfung von Hunger und kalorischer Unterernährung assoziiert. Es geht aber um mehr: Neben den 821 Millionen Menschen, die derzeit hungern, leiden 2 Milliarden Menschen an einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Weitere 1,4 Milliarden Menschen sind übergewichtig oder gar adipös - und das zunehmend auch in sich entwickelnden Ländern. Insgesamt ist somit etwa die Hälfte der Bevölkerung weltweit nicht angemessen ernährt.

Bei der Verbesserung der Welternährungssituation geht es demnach nicht mehr nur um einen rein quantitativen Ansatz. Angemessene Ernährung wird als vielschichtiges Phänomen in seinem gesundheitlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Kontext begriffen. Neben Nahrungssicherheit basiert Ernährungssicherheit auf Fürsorgekapazität und Gesundheitspflege: Wer sich - wie z.B. Säuglinge - nicht selbst versorgen kann, ist angewiesen auf die Fürsorge der Mutter. Wer nicht gesund ist, kann Nährstoffe nicht in angemessenen Umfang aufnehmen und auch keine Lebensmittel produzieren bzw. ein Einkommen erwirtschaften, um sich ausgewogen ernähren zu können.

Um eine ausgewogene Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen, bedarf es deshalb eines ganzheitlichen Ansatzes mit dem Fokus auf eine Vielfalt an Lebensmitteln.

Die Land- und Ernährungswirtschaft muss hierbei durch

  • die Bereitstellung einer Vielfalt an bezahlbaren, ernährungsphysiologisch hochwertigen Lebensmitteln (z.B. heimisches Gemüse und Obst),
  • die Fokussierung auf lokale Lebensmittel, die kulturell akzeptiert, an die Standortbedingungen vor Ort angepasst sind und eine hohe Nährstoffdichte bei geringem Energiegehalt aufweisen,
  • eine Einkommenssicherung, die es Menschen, vor allem in sich entwickelnden Ländern, ermöglicht, sich eine ausreichende und ausgewogene Ernährung leisten zu können,
  • eine nachhaltige Landwirtschaft, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermeidet, sowie
  • die Berücksichtigung von geschlechterspezifischen Fragen und die Auswirkungen von Programmen und Projekten auf die Gesundheit und Fürsorgetätigkeiten von Frauen

einen entscheidenden Beitrag leisten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt sich vor allem in der Welternährungsorganisation (FAO) aber auch in zahlreichen anderen internationalen Institutionen und politischen Prozessen wie G7, G20 und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung dafür ein, sektorübergreifende Politiken für eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu gestalten. Durch Projekte vor Ort stärkt das BMEL den Aufbau einer ernährungssensitiven Land- und Ernährungswirtschaft.

 Die "Welternährung", das Fachjournal der Welthungerhilfe, bietet Raum für Wissenschaftler, Praktiker und Experten zu aktuellen entwicklungspolitischen Themen mit einem Schwerpunkt auf Hunger- und Armutsbekämpfung - mit finanzieller Unterstützung des BMEL.

Zweite Internationale Konferenz zu Ernährung (ICN 2)

Ein bedeutendes Ereignis in diesem Zusammenhang war die "International Conference on Nutrition" (ICN 2) im November 2014 in Rom. Die dort verabschiedete Rom-Deklaration ("Rome Declaration on Nutrition") beschreibt wesentliche Ursachen für Hunger, Mangel- und Fehlernährung und deren gesundheitliche, soziale und ökonomische Auswirkungen sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft und Staaten. Sie formuliert eine gemeinsame Vision zur Überwindung aller Formen nicht ausgewogener Ernährung und wird in den Post-2015 Prozess eingehen, um dem Thema Ernährung einen hohen Stellenwert auf der politischen Agenda zu sichern.

Startbild für das Video
Erklärvideo zum GFFA 2020: Handel und Welternährung

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