Agrarexporte: Zahlen und Fakten

Die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft ist im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt: Seit Jahren ist Deutschland weltweit die Nummer drei im Agrarexport insgesamt und "Exportweltmeister" bei Süßwaren, Käse, Schweinefleisch und Landtechnik.

Lebensmittel aus Deutschland sind ein Exportschlager: ein Drittel der Gesamtproduktion der deutschen Landwirtschaft wird exportiert, die Ernährungswirtschaft erlöst jeden dritten Euro im Export.

Über die vergangenen Jahre hinweg entwickelten sich die deutschen Agrarexporte positiv. Nach dem durch die Finanzkrise bedingten Rückgang im Jahr 2009 erhöhten sich die Ausfuhren bis zum Jahr 2017 kontinuierlich. Im Jahr 2018 war aber erstmals wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Mit 71,6 Milliarden Euro lagen die Ausfuhren um 2,6 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2017. Die bislang für 2019 vorliegenden Zahlen deuten allerdings auf einen deutlichen Wiederanstieg der Ausfuhren hin. Hinzu kommt der nicht eingerechnete Export von Landtechnik. Auch hier war "Made in Germany" 2018 gefragt. Deren Ausfuhren stiegen um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichten mit 9,2 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Auch die deutschen Agrareinfuhren entwickelten sich 2018 leicht rückläufig. Gegenüber 2017 sanken die Einfuhren um 0,4 Prozent auf rund 85,2 Milliarden Euro.

Die EU bleibt wichtigster Absatzmarkt

Mit mehr als drei Viertel aller Ausfuhren blieb die EU auch 2018 der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Agrargüter; auch knapp 71 Prozent der Einfuhren stammten aus einem der anderen 27 EU-Mitgliedsstaaten. Im Handel mit den EU-Partnern sanken die Ausfuhren um 1,4 Prozent auf 56,0 Milliarden Euro.

Unser unmittelbarer Nachbar, die Niederlande, blieben im Agrarhandel unverändert das bei weitem wichtigste Herkunfts- und Bestimmungsland: Rund 27 Prozent der deutschen Agrareinfuhren (16,1 Milliarden Euro) aus der EU stammten von dort, rund 18 Prozent deutscher Lieferungen (9,8 Milliarden Euro) in andere EU-Mitgliedstaaten gingen dorthin. Wie in den Vorjahren folgten Frankreich (6,4 Milliarden Euro) und Italien (5,7 Milliarden Euro) als nächstwichtige Abnehmer deutscher Agrargüter mit Anteilen von jeweils rund elf bzw. zehn Prozent an den Ausfuhren in die EU. Den höchsten positiven Saldo im Agrarhandel verzeichnete Deutschland mit dem Vereinigten Königreich (plus 3,2 Milliarden Euro).

Ein Großteil des Außenhandels mit den Niederlanden resultiert aus Drittlandsein- und -ausfuhren über den Hafen Rotterdam.

Handel mit Drittländern wichtiges Standbein für deutsche Exportwirtschaft

Wie der gesamte Agrarhandel entwickelte sich auch der Agrarhandel mit Ländern außerhalb der EU im Jahr 2018 rückläufig (- 5,7 Prozent). Rund 22 Prozent der deutschen Agrarausfuhren gingen 2018 in Drittländer. Auch unter den Drittländern blieb die Reihenfolge der drei wichtigsten Bestimmungsländer unverändert. So gingen die meisten Ausfuhren in die Schweiz (2,1 Milliarden Euro), gefolgt von den USA (1,9 Milliarden Euro) und China (1,5 Milliarden Euro). Allerdings entwickelten sich die Agrarausfuhren in diese Länder gegenüber dem Vorjahr sehr unterschiedlich. So stiegen die Ausfuhren in die Schweiz um 1,6 Prozent, während sie in die USA und die Volksrepublik China um 1,5 Prozent bzw. 4,7 Prozent zurückgingen.

Das BMEL unterstützt die Exportbemühungen insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungsindustrie. Im Fokus stehen kaufkräftige, wachstumsstarke Industrie- und Schwellenländer. Am wenigsten entwickelte Länder sind nicht Ziel der BMEL-Aktivitäten.

Made in Germany steht für Innovation, Qualität und Sicherheit

Bei Lebensmitteln steht "Made in Germany" für Innovation, Qualität und Sicherheit. Das anerkannt hohe Qualitätsniveau deutscher Erzeugnisse, das mehr und mehr durch die Einführung stufenübergreifender Qualitätssicherungssysteme ergänzt wird, schafft eine gute Ausgangsbasis für weitere Exporterfolge.
Bei hochwertigen Veredlungserzeugnissen (mit hoher Wertschöpfung) ist die deutsche Ernährungsindustrie besonders stark und auf den Auslandsmärkten konkurrenzfähig.
Etwa ein Drittel der Gesamtproduktion der deutschen Landwirtschaft wird exportiert. Der Anteil der Exporte am Gesamtumsatz der deutschen Ernährungsindustrie beträgt ebenfalls ein Drittel. Gerade in strukturschwächeren Regionen trägt die Agrar- und Ernährungswirtschaft in hohem Maße zu Wertschöpfung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei.

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