Deutsch-äthiopische Zusammenarbeit

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt (Human Development Index: Rang 174 von 187). Trotz erfreulicher Wachstumsraten und großer Anstrengungen der Regierung sind große Teile der Bevölkerung von Ernährungsunsicherheit bedroht.

Über 40 Prozent der äthiopischen Bevölkerung sind unterernährt (Platz vier des Welthunger-Indexes) und 3,7 Millionen Bedürftige auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Als wichtigster Erzeugerzweig mit vier Fünfteln der Erwerbstätigen und einem Anteil von circa 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hat die Landwirtschaft in Äthiopien, wo 83 Prozent der Bevölkerung auf dem Land leben, eine sehr große wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung. Jedoch ist Äthiopien derzeit von Subsistenzlandwirtschaft geprägt und es bestehen große Defizite in der Mechanisierung und Bewässerung.

Äthiopien verfügt aber über große unausgeschöpfte landwirtschaftliche Potentiale. Von 53 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, werden derzeit nur 13 Millionen bewirtschaftet. Um die Ernährung der rasant wachsenden äthiopischen Bevölkerung zu sichern, muss vor allem die Produktivität in der Landwirtschaft erheblich gesteigert werden. Dazu sind nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden sowie eine standortangepasste Technologie und Mechanisierung sowie der Einsatz gut ausgebildeter Fachkräfte dringend erforderlich, denn nur mit einschlägigem Know-how und angepassten Technologien wird sich die Agrarproduktion nachhaltig steigern lassen.

Das nötige Wissen vermittelt das BMEL seit Sommer 2012 im ersten BMEL-Agrarweiterbildungszentrum in Äthiopien. Landwirtschaftliche Fachkräfte werden dort im Umgang mit modernen, nachhaltigen Produktionsverfahren geschult und lernen, wie sie Maschinen anwenden und reparieren. Rund 1.500 Bäuerinnen und Bauern sollen dort bis Mitte 2014 ausgebildet werden. In dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium initiierten Wirtschaftskooperationsprojekt engagieren sich auch namhafte Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft.

Projekte des Bilateralen Kooperationsprogramms in Äthiopien

Im Rahmen seines Bilateralen Kooperationsprogramms führt das BMEL in Ergänzung zur klassischen Entwicklungszusammenarbeit seit 2012 Projekte in Äthiopien durch. Neben der Errichtung und Unterstützung eines Agrarweiterbildungszentrums in Kulumsa engagiert sich das BMEL im Rahmen eines "Fachdialogs Agrar" mit der Agriculture Transformation Agency, dem agrarpolitischen Think Tank der äthiopischen Regierung. Zudem gibt es eine enge Zusammenarbeit im Saatgutsektor, bei der die Vielfalt der Nutzpflanzen gesichert und die Versorgung mit leistungsfähigem Saatgut verbessert werden soll.

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