Deutschland und Marokko stärken marokkanische Land- und Forstwirtschaft

Zentrum für landwirtschaftliche Beratung - Stübgen bei Gründung

Der Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Michael Stübgen, ist im Rahmen seiner Reise nach Marokko mit dem marokkanischen Minister für Landwirtschaft, Seefischerei, ländliche Entwicklung, Wasser und Forsten des Königreichs Marokko, Aziz Akhannouch, zusammengetroffen.

Fortbildung für die Praxis

Stübgen nahm an der Zeremonie zur Gründung der halbstaatlichen Organisation "Internationales Zentrum für landwirtschaftliche Beratung" teil. Staatliche und private Institutionen aus Marokkos Agrarsektor hatten das Zentrum gegründet, um das mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ins Leben gerufene "Deutsch-Marokkanische Exzellenzzentrum für Landwirtschaft" schrittweise in die Eigenständigkeit zu überführen. Stübgen sagte dazu: "Das Engagement der marokkanischen Regierung zeigt, dass wir mit der praxisnahen Fortbildung landwirtschaftlicher Fachkräfte einen Nerv getroffen haben." Die Tatsache, dass Marokko nach der Verabredung der beiden Agrarminister vom Oktober 2018 das Trainingszentrum in die eigene Verantwortung übernimmt, zeige, dass das Konzept praxisnaher Weiterbildung und die Projektarbeit überzeugen.

Absichtserklärung unterzeichnet

Auf der Grundlage der erfolgreichen bilateralen Zusammenarbeit unterzeichneten Stübgen und Akhannouch eine Gemeinsame Absichtserklärung für ein Neuprojekt: Der "Deutsch-Marokkanische Fachdialog Agrar und Forst" hat zum Ziel, die gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen zur Nutzung natürlicher Ressourcen zu stärken. Dabei sollen die Ökologische Landwirtschaft und die überbetriebliche Zusammenarbeit gefördert werden. Auch die Bewirtschaftung der wertvollen Zedernwälder Marokkos soll noch besser auf die Schutz- und Nutzungsbedürfnisse ausgerichtet und der Aufbau eines Rückverfolgbarkeitssystems für Zedernholz vorangetrieben werden.

Die Termine Stübgens fanden am Rand der für den nord- und westafrikaischen Raum sehr wichtigen Landwirtschaftsmesse SIAM in Meknès statt. Die Messe wird seit vielen Jahren auch von deutschen Unternehmen angenommen, die sich unter dem Dach einer vom BMEL unterstützten Firmengemeinschaftsausstellung präsentieren.

Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Deutschland und Marokko verbindet eine enge wirtschaftliche Vernetzung - gerade im Agrarsektor. So war Marokko im Jahr 2016 das erste außereuropäische Partnerland der Internationalen Grünen Woche und ist auf der BIOFACH vertreten. Das BMEL beteiligt seit 2009 am "Salon International de l`Agriculture au Maroc". Seit 2010 gibt es ein Agrarfreihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Marokko; zudem gibt es zahlreiche bilaterale Projekte.

Exzellenzzentrum für Landwirtschaft

Das zentrale Projekt der deutsch-marokkanischen Zusammenarbeit ist das 2014 eröffnete deutsch-marokkanische Exzellenzzentrum für Landwirtschaft (CECAMA) in Sidi Slimane. Das auf eine Vereinbarung von 2011 zurückgehende Projekt wird im bilateralen Kooperationsprogramm des BMEL gefördert und seit Ende 2012 unter Beteiligung von Kooperationspartnern aus der Wirtschaft umgesetzt. Ein umfassendes Schulungsangebot vermittelt, wie nachhaltige Produktionsverfahren, moderne Landtechnik, Produktionsmittel und gute Betriebsführung zu nachhaltigen Ertragssteigerungen in der Getreide-, Kartoffel- und Futtermittelproduktion führen. Seit Anfang 2015 arbeitet das Zentrum auch im Bereich der Milch- und Rindfleischproduktion.

Erschienen am im Format Aktuelles

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