Grundsätze der Zusammenarbeit mit den Ländern Asiens

Schwerpunktländer der Zusammenarbeit mit Asien sind China, Indien, Japan, die ASEAN-Länder sowie Kasachstan.

China ist die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft und für Deutschland ein wichtiger Handelspartner. Als weltweit viertgrößter Agrarimporteur bietet das Land für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft erhebliche Marktchancen. "Made in Germany" genießt einen hervorragenden Ruf und es gibt großes Interesse an einem Know-how-Transfer ins eigene Land. China ist ein wichtiger strategischer Partner für Deutschland wegen seiner Rolle als Politikgestalter auf internationaler Ebene. Zentrale Ziele in der bilateralen Zusammenarbeit mit China sind u.a. die globale Ernährungssicherung, gemeinsame Initiativen zur Verbesserung der internationalen Rahmenbedingungen (WTO, FAO etc.), die Verbesserung der Lebensmittel- und Produktsicherheit und des Verbraucherschutzes sowie die Förderung einer nachhaltigen Land-, Forst- und Fischwirtschaft.

Indien zählt mit China zu den weltweit am stärksten expandierenden Volkswirtschaften. Es wird Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich das bevölkerungsreichste Land der Erde sein und mit seinem BIP nach China und USA an dritter Stelle stehen. Indien verfügt über eine starke Stimme in den internationalen Gremien und nimmt damit seinen Einfluss auf die internationale Politikgestaltung wahr. Auch deshalb verhandelt die EU derzeit mit Indien ein Freihandelsabkommen. Landwirtschaft in Indien spielt mit ihrem Flächenpotential – weltweit zweitgrößte Ackerfläche mit 160 Mio. Hetar – und mit ihrem Beschäftigungsanteil von über 50 Prozent sowohl national als auch international eine wichtige Rolle. Indien setzt auf Sicherstellung der Eigenversorgung und den Export. Dazu sollen sowohl die Mechanisierung der Landwirtschaft, der Ausbau der Infrastruktur als auch Investitionen in die Nahrungsmittelverarbeitung beitragen. Ziele der Zusammenarbeit mit Indien sind die globale Ernährungssicherung, die Förderung des bi- und multilateralen Handels sowie der Wirtschaftskooperation, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen, einschließlich Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie der Ausbau der Agrarforschung.

Japan ist neben China der wichtigste Handelspartner für Deutschland in Asien und bei Agrar- und Ernährungsgütern zentraler Absatzmarkt für deutsche Produkte. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 40 Prozent ist das Land auf Lebensmittelimporte angewiesen. Im Zuge der Teilnahme Japans an Verhandlungen über bi- und multilaterale Freihandelsabkommen ist mit einer Reformierung der bislang stark protektionistischen Agrarpolitik zu rechnen. Die Rahmenbedingungen für den Handel mit Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft weiter zu verbessern, ist daher ein wichtiges Ziel der Zusammenarbeit. Gleiches gilt für die Sicherstellung hoher Lebensmittelsicherheits- und Veterinärstandards sowie die Förderung der Wirtschaftskooperation und des Wissenstransfers. Gemeinsame Ziele, die mit Japan als strategischem Partner im internationalen Rahmen (WTO, FAO, G20 etc.) verfolgt werden sollen, sind u.a. die globale Ernährungssicherung und die nachhaltige Ressourcennutzung.

Unter den zehn ASEAN-Ländern, die mit 580 Mio. Menschen einen wichtigen Verbund in Asien darstellen, befinden sich mit Indonesien, Thailand, Malaysia und Vietnam auch wichtige Agrarproduzenten. Die laufenden Verhandlungen der EU mit ausgewählten ASEAN-Ländern über ein Freihandelsabkommen unterstreichen die Bedeutung dieser Ländergruppe als Rohstofflieferanten und Handelspartner. Als Absatzmarkt für hochwertige Nahrungsmittel werden diese Länder - wegen ihrer hohen Wachstumsraten und des Aufkommens einer kaufkräftigen Mittelschicht mit gewandelten Konsumgewohnheiten - immer bedeutsamer. Darüber hinaus sind Indonesien und Malaysia als die weltweit bedeutendsten Palmölproduzenten und –exporteure wichtige Partner im Kontext der Nachhaltigkeitsstrategie. Ziele der Zusammenarbeit sind die Förderung einer nachhaltigen Produktion, einschließlich Walderhaltung und Fischerei, der Ausbau des Handels und der Wirtschaftskooperation sowie gemeinsame Anstrengungen zur Ernährungssicherung.

Kasachstan ist wegen seiner geografischen Lage in Zentralasien politisch von strategischer Bedeutung und verfügt über große Rohstoffvorkommen und erhebliches Agrarpotenzial (vor allem im Getreideanbau). Kasachstan ist ein interessanter Exportmarkt für Agrartechnik und Saatgut, der durch den WTO-Beitritt im Jahr 2015 noch attraktiver geworden ist. Wichtigste Ziele der bilateralen Zusammenarbeit sind die nachhaltige und marktwirtschaftliche Entwicklung des Agrarsektors, die Stärkung der Selbstorganisationskräfte der Wirtschaft und die Förderung des Handels.

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