5G in Deutschland: Wie geht es nach Auktionsende weiter?

2019 wurden die Frequenzen im 2-GHz- und 3,5-GHz-Bereich für die künftige 5G-Nutzung von der Bundesnetzagentur versteigert. Der im Juni erzielte Erlös von knapp 6,6 Mrd. Euro fließt vollständig in den von der Regierungskoalition im Herbst 2018 eingerichteten Digitalisierungsfonds.

70 Prozent dieses Sondervermögens werden für den weiteren geförderten Netzausbau verwendet, die anderen 30 Prozent stehen den Schulen für den DigitalPakt Schule zur Verfügung. Bereits im vergangenen Jahr setzte die Bundesregierung ein wichtiges Signal für die ländlichen Räume: Nach ihrem Willen soll Deutschland Leitmarkt für die kommende fünfte Mobilfunkgeneration werden. Eine entsprechende Offensive sieht die "5G-Strategie für Deutschland" vor, die vom Kabinett beschlossen wurde.

Die Digitalisierung schreitet so rasch voran, dass Wirtschaft und Gesellschaft schon bald vollständig von Informations- und Kommunikationstechnologien durchdrungen sein werden. Künftig kommunizieren weltweit Milliarden Gegenstände, Sensoren oder Maschinen drahtlos miteinander. Innerhalb der digitalen Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft wird die flächendeckende Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur in Städten und ländlichen Regionen zum entscheidenden strategischen Standortfaktor.

Flächendeckende Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor

Dies gilt insbesondere für die erfolgreiche Einführung und Verbreitung von 5G. Aber auch für die unterbrechungsfreie Telefonie sowie das "klassische" mobile Internet ist die Flächendeckung Voraussetzung. Die nach wie vor bestehenden Versorgungslücken werden mit hohem Nachdruck geschlossen. Das ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Aber auch Länder und Kommunen tragen ihren Teil dazu bei. In einem ersten Schritt muss insbesondere in den ländlichen Räumen 4G flächendeckend zum Standard werden. Daher heißt es in der 5G-Strategie: "Um die erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, ist es unser Ziel, bis 2025 5G-Konnektivität zu erreichen und zugleich die Mobilfunkkapazitäten in zentralen Orten und in ländlichen Räumen substanziell auszubauen. Um die volle Leistungsfähigkeit von 5G-Netzen ausschöpfen zu können, ist hier eine rechtzeitige substanzielle Verstärkung des Glasfaserausbaus erforderlich."

Digitalisierung zentrales Zukunftsthema für ländliche Regionen

Fragen der Digitalisierung sind ein zentrales Zukunftsthema für ländliche Regionen. Die Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien bietet vielfältige Chancen: Standortnachteile und lange Wege können ausgeglichen werden – ein großer Gewinn für das Leben und Arbeiten auf dem Land. Es muss endlich digitale Chancengleichheit in allen Regionen geschaffen werden, auch um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land herzustellen. Dies hat am 10. Juli 2019 das Vorsitz-Trio der Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse, Bundesminister Seehofer, Bundesministerin Klöckner und Bundesministerin Dr. Giffey in den vorgestellten Schlussfolgerungen der Bundesregierung aus den Berichten der Arbeitsgruppen deutlich gemacht.

Konkret bedeutet das: Glasfaser bis ans Haus und zu jedem Funkmast. So schauen wir auch bereits in die Zukunft. 5G wird in den nächsten Jahren zunächst für Unternehmensnetze von Nutzen sein. Aber: ohne 4G kein flächendeckendes 5G. So legen wir heute die Grundlagen für den 5G-Rollout.

BMEL fördert mit "Land.Digital" digitalen Wandel in ländlichen Räume

Mit dem am 23. Februar 2017 im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) bekanntgemachten Projekt "Land.Digital" unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits jetzt den digitalen Wandel in ländlichen Räumen. Gefördert werden 61 innovative Modellvorhaben, die die Chancen der intelligenten Nutzung und Vernetzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung der Daseinsvorsorge nutzen, weiterentwickeln und bundesweit bekannt machen. Die möglichen Einsatzfelder sind vielfältig: Sie reichen von der ärztlichen Versorgung über Mobilität bis hin zum sozialen Zusammenleben.

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