Wir sehen Land: digital!

Chancen der Digitalisierung für den ländlichen Raum

Leben auf dem Land und Chancen der Digitalisierung – zu diesem Thema veranstalteten BMEL, Deutscher Landkreistag und Fraunhofer IESE am Freitag, 8. Juni 2018, die Konferenz: Wir sehen Land: digital!

Die Digitalisierung verspricht viel. Doch wie lässt sich dieses Versprechen halten, und was können Politik und Verwaltung heute tun, damit die Menschen in den Landkreisen morgen von den Chancen der Digitalisierung profitieren? Dies sind die Fragen, die auf der Konferenz diskutiert wurden. Mögliche Antworten: Clevere Lösungen für kleine Schulen auf dem Land, Perspektiven für den Mittelstand in den Landkreisen – und Konzepte für Mobilität auf dem Dorf, die mindestens so viel Individualität bieten wie das eigene Auto.

Es sprachen Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Landrat Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages und Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung.

Die Bundesministerin erklärte vor den mehr als 250 Konferenzteilnehmern die Eckpunkte der Offensive: Das Geld steht bundesweit für alle bereit, die zu digitalen Vorreitern werden wollen – "von der kleinen Initiative bis zur größeren Region".

Klöckner sprach sich bei der Konferenz zudem für eine Änderung des Grundgesetzes aus, damit Bund und Länder gemeinsam ländliche geprägte Regionen stärken können. Die Änderung solle die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) um den Aspekt ländliche Entwicklung ergänzen. Im Koalitionsvertrag sei außerdem ein Sonderrahmenplan für den ländlichen Raum vereinbart – den der Bundestag in den nächsten Jahren mit ausreichenden Mitteln ausstatten möchte. Klöckner sagte: "Mit dieser Grundgesetzänderung können wir mehr als ein Signal setzen. Wir können es schaffen, dass wir als Bund und Länder gemeinsam vor Ort wirken werden und dass eben nicht das Gefühl aufkommt, allein gelassen zu werden."

Bundesprogramm: Förderung für innovative Ideen und mehr Unterstützung für das Ehrenamt

Das bereits seit Jahren bestehende Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) möchte die Ministerin entwickeln und verstetigen. Erfolgreiche Ansätze aus BULE-Pilotprojekten sollen weiterhin – über die GAK – allen Engagierten in allen Regionen zugutekommen können. Zentrales Thema für das Bundesprogramm werde das Ehrenamt sein: „Für uns sind die Stärkung der Zivilgesellschaft und des Ehrenamts nicht nur ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit ländlicher Gemeinden. Das Ehrenamt ist die Seele des ländlichen Raums.“ Wer sich engagiert und wem Unterstützung zuteilwird, würde sich nicht so schnell abgehängt fühlen. Die Bundesministerin kündigte an, dem Ehrenamt ein Hauptamt zur Seite zu stellen – etwa bei Fragen zu Haftung, Versicherung und Datenschutz, die mittlerweile viele Engagierte abschreckten.

Häuser-Icons aus dem Video zu vernetzten Lebenswelten
Das BMEL fördert mit Land.Digital Ideen für die Digitalisierung in ländlichen Regionen.

Leben auf dem Land – darum geht es

Ländliche Regionen prägen Deutschland: Sie machen etwa 90 Prozent der Fläche aus. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt auf dem Land – und die meisten tun das gerne. Damit das so bleibt, suchen die Kommunen nach Antworten auf viele Fragen: Mobilität, Gesundheitsversorgung, Einkaufsmöglichkeiten, schnelles Internet…

Zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land beizutragen, gehört zu den Kernaufgaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Gemeinsam mit den Menschen am Ort sucht das Ministerium nach modernen und neuartigen Ideen, die zum guten Beispiel werden können.

Vernetzte Lebenswelten schaffen Zukunft auf dem Land

Über "Land.Digital: Chancen der Digitalisierung für ländliche Räume" unterstützt das BMEL Projekte, die mit digitaler Technologie Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen verbessern.

Die geförderten Projekte nutzen einen innovativen Ansatz oder setzen eine bestehende Idee mit digitalen Instrumenten um. Ziel ist die Entwicklung digitaler Anwendungen sowie deren Erprobung direkt am Ort. Insbesondere sollen die Aktiven in den Regionen einbezogen werden. Die Projekte sollen zudem zur intelligenten Vernetzung von Infrastruktur beitragen.

Icons aus dem Video zur Plattform Neun
Plattform Neun - eine Direktvermarktungsplattform für kleinbäuerliche Betriebe im Netz.

Neue Ideen fördern, gute Beispiele schaffen

Mit dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) fördert das BMEL Projekte, die ländliche Regionen als attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume erhalten – dabei geht es um die Zukunft auf dem Land!

Gerade strukturschwache Gegenden profitieren von den Schwerpunkten des Programms:

  • Soziales Miteinander ermöglichen, Grundversorgung sichern
  • Unternehmertum entwickeln, Mehrwert schaffen
  • Ideen prämieren, Engagement auszeichnen
  • Langfristig forschen, Wissen teilen

Das Förderprogramm "Land.Digital" ist ein Teil des BULE. Es unterstützt Menschen, die Ideen haben und die ihre Konzepte und Visionen auch anderen Regionen zur Verfügung stellen. Das Ziel: neue Impulse und Denkanstöße geben. Einreichungsfrist war Juli 2017. Die ausgewählten Projekte können eine finanzielle Zuwendung von bis zu 200.000 Euro für eine Laufzeit von bis zu 36 Monaten erhalten.

Über den Baustein "Land.Digital" fördere das BMEL konkrete Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet in den Bereichen Gesundheit & Pflege, Qualifizierung & Bildung, Engagement & Beteiligung, Wirtschaft & Arbeit, themenübergreifende Plattformen, Mobilität sowie Nahversorgung. Das Modellvorhaben "Smarte LandRegionen" werde sich darüber hinaus an ganze Regionen richten. Klöckner: "Ziel ist es, intelligente Lösungen zu finden, die wir so gut wie möglich auf andere Regionen übertragen können."

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