Ländliche Räume in Zeiten der Digitalisierung
Vernetzungstreffen zeichnet Bild großer digitaler Bandbreite
Vom 13. bis 15. März 2023 kamen die Akteure der 14 geförderten Forschungsprojekte aus "Ländliche Räume in Zeiten der Digitalisierung" zu ihrem dritten und letzten Vernetzungstreffen in Göttingen zusammen. Rund 35 Teilnehmende stellten dabei ihre Projektergebnisse vor und diskutierten aktuelle Fragen zum Stand der Digitalisierung in den ländlichen Räumen.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die Ergebnisse aus jeweils drei Jahren Forschung zu unterschiedlichen Facetten der Digitalisierung. Die inhaltliche Bandbreite war groß: Von smarter Mikrologistik, über mobiles Arbeiten und Coworking-Spaces, digitale Beteiligungsprozesse, Nachbarschaftsnetzwerke, bis hin zum digitalen Engagement auf dem Land. Dass sich in den Projekten Expertinnen und Experten aus den Wirtschaftswissenschaften, aus der Wirtschafts- und Humangeographie, aus den Erziehungswissenschaften sowie aus der Forschung zu Politik und Planung trafen, führte zu spannenden Diskussionen über viele aktuelle Fragen der ländlichen Entwicklung, unter anderem zu effizienten logistischen Angeboten oder über die rechtlich-wirtschaftliche Ausgestaltung von Open Data in ländlichen Räumen.
So standen auch zwei gemeinsame Diskussionsrunden auf der Agenda, die sich Fragen widmeten, die über die Ergebnisse der einzelnen Projekte hinausgingen, wie zum Beispiel: Welche Unterschiede gibt es bei der Nutzung digitaler Dienste zwischen Stadt und Land? Welche Chancen bieten digitale Lösungen für die ländlichen Räume? Die Forscherinnen und Forscher nutzten dabei die Gelegenheit, über die zentralen Herausforderungen und Lösungswege bei der Digitalisierung direkt mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in den Austausch zu kommen. Die Forschenden berichteten, dass es vielerorts immer noch gravierende Unterschiede bei der Ausstattung mit digitaler Infrastruktur in den ländlichen Räumen gibt. Dennoch nutzen zahlreiche Akteure auf dem Land schon jetzt in mehr Fällen digitale Instrumente (z.B. Apps), als ihnen aus städtischer Perspektive zugetraut wird.
Vernetzungstreffen bietet vielseitige Aspekte
Zudem förderte das Treffen den direkten und unkomplizierten Austausch zwischen den Forschenden, der pandemiebedingt in den vergangenen Jahren nicht möglich war. Vor und nach den Vorträgen sowie in den Pausen diente eine begleitende Posterausstellung mit Kurzzusammenfassungen der Forschungsergebnisse als Impulsgeber für zahlreiche Gespräche.
Mit "Ländliche Räume in Zeiten der Digitalisierung" geht nun die erste Forschungsbekanntmachung des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) zu Ende. Auf dem abschließenden Vernetzungstreffen zeigte sich, dass hier ein sich dynamisch veränderndes Thema bearbeitet und beforscht wurde. Die vorgestellten Ergebnisse bilden eine starke Basis für die Entwicklung weiterer Maßnahmen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Als nächsten Schritt erarbeiten die Forschenden jetzt bis zum Sommer mehrere Publikationen und Veröffentlichungen. Eine digitale Toolbox, die im Rahmen der Forschungsfördermaßnahme im Projekt "Heimat Digital: Potenziale und Strategien digitaler Raumentwicklung im ländlichen Raum" (HeiDi) entwickelt wurde, wird in einem virtuellen Werkstattgespräch am 20. Juni vorgestellt.
Hintergrund
"Ländliche Räume in Zeiten der Digitalisierung" ist ein Baustein des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus), das die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Auftrag des BMEL umsetzt. Mit der Forschungsfördermaßnahme wurden von März 2020 bis April 2023 in 14 geförderten Forschungsprojekten Handlungsempfehlungen für die Politik des BMEL entwickelt.