Duchroth: Wirtschaft und Naturschutz gehen Hand in Hand

Die Bürger von Duchroth in Rheinland-Pfalz zeigen: Ein konfliktfreies Miteinander von wirtschaftlichen Aktivitäten, ehrenamtlichem Naturschutz und nachhaltiger Landschaftsgestaltung ist machbar. Und nicht nur das: Es zahlt sich auch aus.

Duchroth liegt inmitten von Weinbergen und hat mit Blick auf das Thema Natur viel zu bieten. Das haben die Bürger erkannt und Ökonomie und Ökologie über Jahre hinweg mit viel Engagement zu einer harmonischen Einheit weiterentwickelt. Die gezielte Gestaltung der Landschaft ist heute ein fester Bestandteil des Gemeinwesens.

Eins haben die Duchrother dabei besonders im Blick: den Erhalt von Arten und Traditionen. So wurden entsiegelte Flächen mit seltenen Pflanzenarten begrünt. Auf Initiative eines Bürgers entstand eine private Sammlung bedrohter heimischer Pflanzenarten, die man versuchte wieder auszuwildern. Zahlreiche Hofbäume und Hauswandbegrünungen sowie gepflegte Vor- und Bauerngärten stellen die Heimatverbundenheit und die ästhetische Gestaltungskraft der Bürger unter Beweis. Die Geschichte spielt dabei eine wichtige Rolle: So gibt es mit dem "Hildegardisgärtchen" einen Kräutergarten nach dem Vorbild der heiligen Hildegard von Bingen. Ein weiterer Garten zeigt, wie Selbstversorgung zur Zeit Karl des Großen aussah. Die vielen außergewöhnlichen Gärten des Ortes werden durch den historischen Ringpfad - ein Fußweg entlang des mittelalterlichen Befestigungsringes - verbunden. Duchroth hat sich damit über Jahre gleichsam ein grünes, touristisches Aushängeschild erarbeitet, das viele Besucher anzieht.

Die Bürger Duchroths wollen eine nachhaltig nutzbare Kulturlandschaft und setzen den Schutz- und Entwicklungsgedanken auch im Außenbereich mit viel bürgerschaftlichem Engagement um. Am Gangelsberg beispielsweise laufen verschiedene Naturschutz- und Ökologieprojekte. Genutzte und naturbelassene Flächen fügen sich hier harmonisch in die Kulturlandschaft ein.

Mit einem von der EU geförderten Programm zur Pflege von Trockenrasengesellschaften versuchen die Duchrother, die wertvollen Pflanzenbestände der ehemaligen Weinbergslagen zu erhalten und zu fördern. So hat sich der Gangelsberg zu einem ökologischen Kleinod entwickelt, das Biologen, Naturliebhaber und Touristen anlockt. Rund um die Gemeinde wurden zudem zahlreiche Streuobstwiesen angelegt. Sie binden das Dorf harmonisch in die Landschaft ein, tragen zum Erhalt alter Obstsorten bei und liefern Schnapsbrennereien die Zutaten für ihre Produkte. Aufgrund seiner kulturlandschaftlich bedingten, außerordentlichen Artenvielfalt wurden Duchroth und seine Umgebung zu einem der 30 Hotspots der Biodiversität in Deutschland bestimmt. Die Natur profitiert vom ökologischen Engagement der Bürger – und der Tourismus auch.

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