WLAN aus der Kirchturmspitze: "Freifunk Weyher"

Vor der Dorfkirche im WLAN surfen? Kein Problem in Weyher. Denn die Dorfgemeinschaft hat im ganzen Dorf – sogar in der Kirchturmspitze – Freifunk-Router platziert.

Die Bürgerinnen und Bürger sowie Betreiber von Gaststätten und Hotels haben gemeinsam ein flächendeckendes Freifunk-Netz gebildet, indem sie auf eigene Kosten insgesamt 25 Freifunk-Router in ihren Häusern installierten. Inzwischen bespielen die Geräte die öffentlichen Plätze, wie das Alte Rathaus, den Schulhof, den Kirchvorplatz und das Dorfgemeinschaftshaus sowie weitere Bereiche des 592-Einwohner-Ortes.

Besonders Touristen sind vom "Freifunk Weyher" beim Erkunden des Ortes in der Pfalz begeistert. Läden- und Kneipenbetreiber können ihren Gästen unkompliziert freies Internet zur Verfügung stellen, ohne einen externen Hotspotprovider beauftragen zu müssen. Sehr begehrt ist das Angebot auch bei Schulkindern, die mit dem WLAN beispielsweise die Wartezeit an der Bushaltestelle überbrücken. Außerdem fängt der Freifunk bei Bewohnern mit instabilen DSL-Verbindungen als Zweitnetz Störungen und Ausfälle auf.

Die Initiative für das selbstverwaltete, lokale WLAN ging von Thomas Siener aus. Der Systementwickler schloss die Router der Non-Profit-Organisation Freifunk als erstes in der Pension seiner Eltern in Weyher an. Dank des ehrenamtlichen Engagements Einzelner und der starken Dorfgemeinschaft hat sich die Idee schon nach vier Monaten in ganz Weyher ausgebreitet. Auch für den Datenschutz ist gesorgt: Die ehrenamtlichen Freifunk-Betreiber haben zwei Router: Einen privaten für den Breitband-Zugang ("DSL-Router") und einen daran angeschlossenen Freifunk-Router. Dadurch werden von den Freifunk-Benutzern ausschließlich IP-Adressen des Vereins Freifunk genutzt, der keine Nutzer zurückverfolgt.

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